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Feuchtigkeit im Mauerwerk

Schimmel oder Salpeter an der Wand? So erkennen Sie den Unterschied

Salpeter oder Schimmel
Der Unterschied zwischen Salpeter und Schimmel ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen Foto: Getty Images
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3. November 2025, 15:04 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

An kühlen und feuchten Tagen steigt die Sorge bei vielen Hausbesitzern vor Schimmel. Wenn es draußen schüttet und stürmt, bleiben die Fenster zum Lüften gerne häufiger geschlossen. Ängstlich wandert der Blick auf jeden sichtbaren Fleck an der Wand. Doch nicht immer handelt es sich dabei tatsächlich um gesundheitsgefährdende Pilzsporen. Häufig ist es Salz oder Salpeter. In diesem Artikel erklärt myHOMEBOOK, wie sich das feststellen lässt.

Der Fachbegriff lautet: Ausblühung. Dabei haben sich über Jahrzehnte, ja vielleicht sogar Jahrhunderte, Nitrate im Boden abgelagert. Das können etwa Harnstoffe von Tieren sein, die erst in den Boden eingedrungen und später ins Mauerwerk gezogen sind.

Deswegen treten solche salzigen Ausblühungen vorrangig im ländlichen Raum in älteren Gemäuern zunächst im Kellerbereich auf. Hier wurde vor langer Zeit möglicherweise Vieh gehalten oder Jauche als Düngemittel ausgebracht. Beide Stoffe enthalten Salze, die beim Eindringen ins Mauerwerk austrocknen und als weiße Salpeterflecken sichtbar werden können.

Salpeter gesundheitlich unbedenklich

Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Salpeter ist zunächst einmal nicht gefährlich für die menschliche Gesundheit. Dennoch sollten solche Ausblühungen im häuslichen Bereich nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn die Ursache ist dieselbe wie bei Schimmel: zu viel Feuchtigkeit.

Passend dazu: Weiße Flecken auf gemauerten Fassaden? Das steckt dahinter

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Der Unterschied zwischen Schimmel und Salpeter

Feuchte Wände zerstören auf lange Sicht das gesamte Bauwerk. Daher sollte der Ursache für die Flecken an der Wand auf den Grund gegangen werden. Um Salpeter von Schimmel zu unterscheiden, gibt es eine einfache Methode.

Per Kratzprobe lässt sich feststellen, um welche Art von Flecken es sich handelt. Wenn das abgekratzte Material nach dem Trocknen kristallisiert, handelt es sich um Salz. Zudem sind Salpeterflecken eher weiß und fühlen sich bereits an der Wand beim Betasten eher trocken an.

Schimmel­flecken sind selten reinweiß, sondern eher gräulich bis dunkel. An der Oberfläche fühlen sich die Stellen glatt und schmierig an. Ein untrügliches Zeichen ist zudem der modrige Geruch. Wer sich dennoch unsicher bei der Beurteilung ist, zieht am besten einen Gutachter hinzu.

Alte Gemäuer regelmäßig begutachten lassen

Grundsätzlich sollte das Mauerwerk bei älteren Gebäuden regelmäßig von einem Fachbetrieb in Augenschein genommen werden. Denn nicht immer sind Salpeterflecken mit dem menschlichen Auge sichtbar. Je nach Region und Wohnlage trocknet vorhandene Feuchtigkeit in den Wänden sehr schnell aus. Dann entstehen keine sichtbaren weißen Flecken. Das Gemäuer kann dennoch zu feucht sein und die gesamte Bausubstanz auf lange Sicht schädigen.

Egal, ob die Salpeterflecken bereits in den Wohnräumen auftauchen oder sich noch im Kellerbereich befinden, die Ursache sollte behoben werden. Denn feuchte Keller sind nicht nur bei alten Gebäuden ein Problem. Feuchtigkeit im Putz oder den Fugen zerstört die Stabilität des gesamten Mauerwerks.

In der Regel helfen eine Sanierung und die Einbringung von sogenannten Horizontalsperren, um das eigene Gebäude vor dem Eindringen von Wasser aus dem Erdreich zu schützen. Zunächst sollte allerdings ein unabhängiger Gutachter die Ursache für die Feuchtigkeit ergründen. Auf Basis dieser Beurteilung lassen sich gemeinsam mit einem Fachbetrieb weitere Maßnahmen besprechen.

Feuchte Wände im historischen Keller

„Ich habe einmal in einem sehr alten Haus gewohnt, mit einem über 300 Jahre alten Kellergewölbe. Hier konnte ein Gutachter feststellen, dass es sich bei den weißen Flecken an den Kellerwänden um Salpeter-Ausblühungen handelt. Auf Nachfrage in der Dorfgemeinschaft habe ich herausbekommen, dass in dem Keller lange Zeit Milchkühe lebten. Die Harnstoffe der Tiere waren in der Wand bereits in das darüberliegende Erdgeschoss gezogen. Ein Fachbetrieb hat dann eine Sperre ins Mauerwerk eingezogen, damit die Feuchtigkeit aus dem Erdreich nicht über die Wände weiter nach oben kriecht.“

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