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Mehr als Nostalgie

Warum Fransen im Interior-Design ein Comeback erleben

Fransen
Fransen kehren als stilvolle Akzente zurück Foto: Getty Images/lillisphotography
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Carolin Chytrek
Carolin Chytrek Freie Autorin

5. November 2025, 15:07 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Fransen sind längst kein verstaubtes Relikt vergangener Zeiten mehr. Derzeit feiern sie ihr glanzvolles Comeback in Mode und Interior und das auf überraschend moderne Art und Weise. Sie haben das hippiehafte Boho-Narrativ hinter sich gelassen und zeigen sich stattdessen weitaus edler, eleganter und glamouröser.

Es gibt Dinge, die existierten früher in fast jedem Haushalt: Die große transparente Aspen-Glasschale mit Blattmuster zum Beispiel dürfte vielen ein Begriff sein. Genauso wie der legendäre Holz-Couchtisch mit vergilbter Fliesen-Deckplatte. Denkt man an die Zeit zwischen den 1960er und 1990er Jahren zurück, wird man feststellen, dass auch Samt-Polstermöbel, veredelt mit Fransenbezug und Quasten, zu den damaligen Design-Pieces gehörten. Heute sind diese Vintage-Stücke so gefragt wie nie, denn Fransen erleben derzeit ihren zweiten Frühling.

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Die Rückkehr der Fransen

Warum sie in regelmäßigen Abständen ihren Weg zurück in die Trends finden? Einer der Gründe dürfte die einzigartige Kombination aus Textur und Dynamik sein. In Zeiten, in denen das Interior-Design hauptsächlich von glatten und puristischen Flächen geprägt ist, bringen sich Fransen als dynamisches, haptisches Element ein. Sie brechen ganz gekonnt die Starre und verleihen Möbeln eine lebendige, organische Qualität. Deshalb entfalten sie vor allem im minimalistischen Umfeld ihre volle Wirkung. Außerdem richten sie den Blick auf Details und rücken die Handwerkskunst wieder in den Fokus. Viele Designer greifen wieder vermehrt zu handgefertigten Dekoelementen – ein klares Statement für bewusstes Wohnen.

Nostalgische Gründe

Die amerikanische Innenarchitektin Madelynn Hudson erkannte die besondere Kraft von Fransen schon im Jahr 2024. Wie in einem ihrer Instagram-Posts zu sehen ist, dekorierte sie ihre eigene Wohnzimmercouch mit einer Schmuckbordüre aus goldenen Fransen. Gegenüber Architectural Digest äußerte sie zudem die Vermutung, dass die Rückkehr von Fransen auch nostalgische Gründe haben könnte und mit dem Comeback von Art Déco zusammenhänge. Es handele sich hierbei also keineswegs nur um eine willkürliche Modeerscheinung, sondern um ein ganz bewusst eingesetztes, ausbalanciertes It-Piece mit Geborgenheitsfaktor.

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So werden Fransen heute eingesetzt

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Während Fransen früher vor allem in biederen Brauntönen gestaltet wurden, sind Designer heute mutiger. Die stilistische Bandbreite reicht von verspielten Versionen in Pastelltönen über edle Varianten aus dunklem Samt bis hin zu organischen Optionen aus schwarzem Leder oder Naturleinen. Nahezu jeder Einrichtungsstil kann durch bewusst eingesetzte Fransen perfektioniert werden. Zum reizvollen Hingucker werden die fliegenden Details, wenn der Rest des Interieurs einer eher ruhigeren Note folgt. Dann können sie das bewusste Gegengewicht zu klaren Linien und glatten Flächen sein.

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Außerdem sollte man darauf achten, nur einzelne Stücke mit Fransen zu besetzen, damit der Raum nicht zu überladen wirkt. Besonders elegant wirken solche, die Ton-in-Ton gehalten sind. Sie verleihen dem gleichfarbigen Möbelstück Bewegung, nehmen sich dabei aber bewusst zurück. Trotzdem wird dank ihrer Hilfe aus einem einfachen Sessel in Sekundenschnelle ein Designer-Piece.

Fransen erleben ihr Comeback in den unterschiedlichsten Stilwelten – vom minimalistischen Loft bis hin zum edlen Boudoir.

Eclectic Glam

In Adelshäusern und Schlössern verstand man es schon vor Jahrhunderten, durch schwere Stoffe und dunkle, warme Farben ein Gefühl von Glamour zu erzeugen. In modernen Designs wird gerne auf dieses alte Wissen zurückgegriffen. Neben Samt- und Kordstoffen sind Farben wie Bordeauxrot, Smaragdgrün und Senfgelb total angesagt. Wer Hingucker-Möbelstücke in dieser Kombination mit einer goldenen Fransenbordüre ergänzt, setzt gekonnt edle Akzente. Dazu passen Dekoartikel aus Messing oder Chrom.

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Weniger schwer wirken Fransen, wenn sie in einem hellen, ruhigen Interior-Design eingesetzt werden. Industriell gestaltete Räume fühlen sich zum Beispiel wohnlicher an, wenn man sie um organische Fransen ergänzt. Moderne Lounge-Chairs oder Poufs mit einer zotteligen Bordüre aus Leinen oder Leder können dann den gemütlichen Aspekt einbringen und zum hippen Hingucker werden.

Maximalismus ist wieder in

Egal für welche Variante man sich entscheidet: Fransen haben ihr verstaubtes Image gekonnt abgelegt und präsentieren sich heute sinnlicher und individueller als noch vor einigen Jahrzehnten. Sie bringen Charme und Bewegung zurück ins Interior und setzen moderne oder luxuriöse Akzente.

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