16. September 2025, 17:38 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ein schmales, lang gezogenes Badezimmer – auch Schlauchbad genannt – wirkt auf den ersten Blick oft unpraktisch und wenig einladend. Doch mit den richtigen Gestaltungsideen lässt sich aus dem engen Raum weit mehr herausholen, als man denkt.
Was genau ist ein Schlauchbad?
Ein Schlauchbad ist ein langgestrecktes, schmal geschnittenes Badezimmer, das in seiner Form einem Schlauch ähnelt. Typisch ist, dass es meist nur an einer Seite ein Fenster hat und die Sanitärobjekte hintereinander entlang an einer Wand angeordnet sind. Diese Art von Grundriss findet man häufig in Altbauwohnungen, in kleinen Stadtwohnungen oder in sanierten Gebäuden, bei denen die Bäder nachträglich eingebaut wurden. Obwohl ein Schlauchbad auf den ersten Blick unpraktisch wirken kann, lässt es sich mit durchdachter Einrichtung und geschickten Gestaltungstricks zu einem funktionalen und gleichzeitig ästhetischen Raum verwandeln.
Herausforderungen und Chancen
Die größte Herausforderung im Schlauchbad ist die Enge: Bewegungsfreiheit und Stauraum sind stark begrenzt. Gleichzeitig bietet die lineare Form aber auch Vorteile, da sie eine klare Struktur vorgibt. Mit der richtigen Planung kann man den Raum optisch strecken oder verbreitern und eine freundliche Atmosphäre schaffen.
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Den Platz optimal nutzen
In einem Schlauchbad gilt: Jeder Zentimeter zählt. Sanitärobjekte sollten entlang einer Wand in einer logischen Reihenfolge angeordnet werden – zum Beispiel Waschbecken vorne, WC in der Mitte und Dusche oder Badewanne am Ende. Wer sich für eine bodengleiche Dusche mit Glaswand entscheidet, profitiert nicht nur von Barrierefreiheit, sondern auch von einer offenen Raumwirkung.
In einem schmalen Schlauchbad wirken massive Möbelstücke schnell erdrückend und nehmen dem Raum seine Leichtigkeit. Schwebende Möbel – also wandhängende Waschtische, Unterschränke oder auch WCs – sind hier die bessere Wahl. Sie lassen den Boden frei, wodurch mehr sichtbare Flächen entstehen und das Bad optisch größer wirkt. Zusätzlich erleichtern sie die Reinigung, da sich Staub und Wasser unter den Möbeln problemlos entfernen lassen. Der schwebende Effekt verleiht dem Raum nicht nur eine moderne, elegante Note, sondern sorgt auch für eine luftige, offene Atmosphäre – genau das, was ein Schlauchbad braucht.
Bei den Möbeln sollte man außerdem darauf achten, dass sie eine geringe Tiefe aufweisen. Solche schmalen Möbelstücke sind mittlerweile auch gut in Einrichtungshäusern zu finden. Alternativ sind maßgefertigte Einbaumöbel auch eine Möglichkeit – allerdings muss man hier mit höheren Preisen rechnen. Besonders gut eignen sich abgerundete Möbelstücke, da man so lästiges Stoßen an Kanten in beengtem Raum verhindern kann.
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Auf helle Farben und Materialien setzen
Helle Farben sind im Schlauchbad ein Muss, um den Raum größer und freundlicher erscheinen zu lassen. Weiß, Creme, Beige oder zarte Pastelltöne reflektieren das Licht und öffnen den Raum optisch. Idealerweise hält man auch die Decke und den Boden möglichst in hellen Farben.
Auch die passenden Fliesen können optisch für ein größeres Bad sorgen. Am besten wählt man welche mit glänzendem Finish, denn sie reflektieren einfallendes Licht, was für mehr Helligkeit im Bad sorgt. Um die Länge des Bads zusätzlich zu betonen, setzt man idealerweise auf rechteckige Fliesen, die man horizontal anordnet.
Wer Akzente setzen möchte, kann mit einzelnen farbigen Flächen arbeiten. Denn durch eine farbige Wand kann man dem Raum mehr Tiefe verschaffen. Am besten entscheidet man sich dabei für eine der langen Wände. Trotz farbiger Akzentsetzung gilt auch hier: lieber im hellen Bereich bleiben. Eine Akzentwand in Hellgrau, Taupe oder warmen Pastelltönen gliedert sich gut in ein helles Schlauchbad ein.
Wer gerne einen dezenteren Akzent setzen möchte, setzt besser auf farbige Querstreifen, die die Wand optisch verlängern. Auch am Boden kann dadurch mehr Weite erzeugt werden, beispielsweise durch einen Teppichläufer mit Querstreifen.
Licht und Spiegel als Raumvergrößerer
Eine gute Beleuchtung ist gerade in kleineren Bädern entscheidend. Mehrere Lichtquellen auf unterschiedlichen Ebenen schaffen Tiefe. Ein Deckenlicht kombiniert mit beleuchteten Spiegeln oder Wandleuchten sorgt nicht nur für Helligkeit, sondern auch für optische Weite. Große Spiegel oder Spiegelschränke sind wahre Wundermittel, da sie den Raum verdoppeln und gleichzeitig praktischen Stauraum bieten.