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Einfach erklärt

Grundriss lesen und verstehen – die wichtigsten Details im Überblick

Ein Grundriss ist nicht immer einfach zu verstehen
Um einen Grundriss zu lesen und auch zu verstehen, braucht es ein paar VorkenntnisseFoto: Getty Images

Sie haben den Grundriss für Ihre neue Traumimmobilie erhalten und haben vor, passende Möbel für Ihr neues Wohnzimmer zu bestellen? Das gestaltet sich oft gar nicht so leicht. Wie man einen Grundriss richtig liest, erfahren Sie hier.

Angehende Bauherren haben oft Probleme, einen Grundriss zu lesen. Kein Wunder – meistens ist es das erste Mal, das man ein solches Dokument in die Hände bekommt. Eine kleine Hilfestellung ist dabei immer empfehlenswert. Denn wenn man erst einmal die Bedeutung der gängigsten Symbole und Zeichen auf dem Grundriss versteht, ist es nicht mehr so schwer, einen Grundriss zu lesen – und das „Probewohnen“ im Kopf kann beginnen.

Grundrissplan verstehen

In den meisten Fällen bieten Grundrisse einen Überblick über die gesamte Raumplanung in Vogelperspektive und zeigen architektonische Merkmale wie Außen- und Innenwände. Die Größe der unterschiedlichen Räume, Türöffnungen, Treppen und Fenster sind dort verzeichnet.

Da ein Grundrissplan verschiedene Anforderungen stellen kann, werden je nach Interessengruppe unterschiedliche Grundrisse benötigt. Ein Immobilienmakler benötigt eine einfachere Ausführung, wohingegen ein Bauherr oder Architekt eine sehr detaillierte Form des Grundrisses benötigt. Bei einer Renovierung ist ein solcher Grundriss unumgänglich.

Benötigt man einen Grundriss für einen Bauantrag, sollte man den Grundriss lesen und verstehen können. Letztendlich muss dieser am Ende der Vorplanung vom Bauherrn unterzeichnet werden. Denn in Kombination mit der Baubeschreibung bildet er die Grundlage des Bauantrags. Fehler, die man dabei übersehen hat, können später immense Kosten verursachen und schlecht korrigiert werden.

Warum benötigt man einen Grundriss?

Ein Grundriss ist ein wichtiges Dokument und gehört zu einem größeren Satz von Bauplänen. Zum Teil gehören dazu auch Schnittzeichnungen, Detailzeichnungen, Fenster- und Türpläne. Diese Dokumente bilden die notwendige Grundlage zur Planung, Genehmigung und Ausführung des Bauprojekts.

Mit einem Grundriss kann man sich jedoch relativ leicht einen Überblick über die unterschiedlichen Größen der Elemente, die in die Raumgestaltung mit einfließen, schaffen. Man bekommt ein anschauliches Bild über die Anordnung der Räume und deren Übergange. Deswegen ist es wichtig, den Grundriss in der Vogelperspektive lesen zu können. Zudem lässt sich anhand des Grundrisses einschätzen, wie viel natürliches Licht in den Raum einfällt, wie die Lichtplanung aufgebaut ist und wie die Zirkulation des Raumes organisiert wird.

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Was bedeutet der Maßstab auf dem Grundriss?

Die meisten Grundrisse werden im Maßstab 1:100 gezeichnet. Das bedeutet, dass 1 Zentimeter auf dem Grundriss 1 Meter in der Realität entspricht. Ein anderer Maßstab wie 1:75 wäre dabei viel umständlicher zu lesen und Bedarf auch einer komplizierten Rechnerei. Standard-Bauzeichnungen müssen für das Bauamt im Maßstab von 1:100 im Bauantrag dargestellt werden. Das erleichtert die Arbeit und das Verständnis untereinander.

Was bedeutet der Nordpfeil?

Wenn man einen Grundriss verstehen möchte, sollte man auf den Nordpfeil achten. Dieser ist wichtig und gibt Auskunft über die Ausrichtungen der jeweiligen Zimmer. Die Himmelsrichtungen oder die geografische Orientierung spielen dabei eine wichtige Rolle. Somit kann man sehen, ob Wohnzimmer, Küche, Balkon und Terrasse auf der richtigen Seite geplant sind. Man möchte ja schließlich von der Sonneneinstrahlung profitieren.

Der Nordpfeil ist daher ein wichtiges Symbol auf dem Grundriss, dem man Aufmerksamkeit schenken sollte. Er gibt nicht nur die Ausrichtung der jeweiligen Zimmer wieder, sondern auch die Ausrichtung des Hauses. Zu finden ist der Nordpfeil meistens im Plankopf oder aber auch im Grundriss selbst.

Die Legende im Grundriss verstehen

Jede architektonisch angefertigte Zeichnung – einschließlich des Grundrisses – wird mit einer Legende versehen. Die im Projekt verwendeten Symbole werden somit visuell erklärt. Deswegen ist eine Legende ein wichtiger und hilfreicher Bestandteil im Grundriss. Schraffuren, Symbole und Abkürzungen können so identifiziert und erläutert werden. Legenden können auch genauere Informationen über Möbel und Inneneinbauten, Fenster und Türen vermitteln.

Wände im Grundriss

Wände stellen den wichtigsten Teil der Raumgestaltung dar. Die Anordnung der Wände hat letztendlich einen Einfluss auf die Größe der Räume. Wichtig: Tragende Wände tragen die Last und dürfen baulich nicht verändert werden. Auch im Grundriss sind Wände die stärksten visuellen Elemente. Wände werden durch parallele Linien dargestellt und können schwarz gefüllt oder mit einer Schraffierung gekennzeichnet sein, wie das bei tragenden Wänden häufig der Fall ist. Unterbrechungen in den Wänden sind oft ein Hinweis auf Türen, Fenster und Öffnungen zwischen Räumen.

Fenster, Türen und Treppen im Grundriss

  • Fenster werden in der Regel als eine Unterbrechung in der Wand mit einer Doppellinie im Grundriss dargestellt. Zudem sind Fenster in den meisten Fällen an den Außenwänden angebracht.
  • Türen sind auf dem Grundriss leicht zu erkennen, sie werden mit einem Öffnungsanschlag – also, in welche Richtung sich die Tür öffnet – angezeigt. Anhand des Türanschlags können Sie auch erkennen, ob es eventuell zu einer Behinderung beim Aufmachen der Tür kommen könnte.
  • Schiebetüren werden oft in einer Wandöffnung als Pfeil dargestellt, der die Öffnungsrichtung der Schiebetür angibt. Es gibt aber auch unterschiedliche Darstellungen. Denn letztendlich ist es wichtig, ob die Schiebetüre in der Wand oder außerhalb der Wand angebracht ist. Schiebetüren, die geöffnet nicht zu sehen sind, werden im Grundriss mit „Schiebetür“ gekennzeichnet.
  • Treppen werden in Form von einer Reihe von Rechtecken dargestellt. Da Treppen nach oben oder unten führen, wird die Richtung mit einem Pfeil angezeigt. In Deutschland zeigen die Pfeile nur nach oben. Eine Treppenlauflinie ist eine Konstruktionslinie und zeigt den Weg der Treppe an. Treppenlauflinien beginnen immer von unten und sind mit einem kleinen Kreis am Anfang versehen.

Die Schnittlinie auf dem Grundriss einer Treppe wird mit zwei parallelen Querlinien, die 45 Grad zur Lauflinie liegen, angezeigt. Da eine Treppe im Grundriss nur bis zu einer bestimmten Höhe angezeigt werden kann, da sie ja in Wirklichkeit auch nicht sichtbar für den Betrachter ist, wird alles, was über einen Meter hoch ist, mit gestrichelter Linie dargestellt. Diese gestrichelten Linien werden oft mit einer etwas leichteren Farbe im Grundriss versehen.

Kreise mit Zahlen und Buchstaben

Kreise und Zahlen verwendet man im Grundriss, um auf einen Querschnitt eines Raumes hinzuweisen, der aber an einer anderen Stelle des Planes zu sehen ist.

Brüstung im Grundriss erkennen

Fenster werden oftmals in unterschiedlichen Höhen verbaut. Um festzustellen, ob das Fenster die richtige Einbauhöhe hat, sollte man auf die Abkürzung BRH 80 achten. Mit BRH ist die Brüstungshöhe gemeint. Die Zahl 80 steht für eigentliche Brüstungshöhe, was der Normhöhe entspricht. Es können aber durchaus andere Maße angegeben werden. Je nachdem, wie hoch das Fenster geplant wurde. Also wenn Sie die Abkürzung BRH mit entsprechender Ziffer auf dem Plan sehen, ist das ein Hinweis auf die Brüstungshöhe des Fensters.

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Wo finde ich die Maße im Grundriss?

Maßlinien findet man meistens 10 Millimeter von den Körpern oder Raumkanten entfernt. Sie werden mit einer dunklen Volllinie dargestellt. Mehrere Maßlinien werden parallel im Abstand von 7 Millimetern auf dem Grundriss dargestellt. Die Pfeile zeigen den Anfang und das Ende einer Kante an. Aber auch Schrägstriche auf der Maßlinie, die Anfang und Ende markieren, sind üblich. Die Maßzahl ist meistens in der Mitte zwischen den Schrägstrichen ersichtlich. Wichtig dabei sind Außenmaße, Raummaße und Wanddicken. Eine Anordnung von Maßketten ist üblich und gibt die Maße unterschiedlicher Elemente wie Wanddicke, Türe oder Fenster an.

Bezeichnung der Geschosse

  • KG: Kellergeschoss
  • UG: Untergeschoss
  • EG: Erdgeschoss
  • OG: Obergeschoss
  • DG: Dachgeschoss

Bezeichnung der Zimmer

  • HWR: Hauswirtschaftsraum
  • SPK: Speisekammer
  • HAR: Hausanschlussraum
  • KiZi: Kinderzimmer
  • SZ: Schlafzimmer
  • AK: Ankleide
  • ES: Esszimmer
  • Di: Diele

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