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4 Methoden

Wie kann man eine tragende Wand erkennen?

Wände aus Gipskarton sind nicht tragend
Bestehen die Wände aus Gipskarton, sind sie definitiv nicht tragendFoto: Getty Images

Wenn eine größere Umbau- oder Renovierungs-Aktion ins Haus steht, sollte man sich vorab informieren, welche Wände tragend sind. Denn diese dienen zur Stabilität des gesamten Hauses und dürfen nicht beschädigt werden. Mit einigen Methoden findet man heraus, um welche Wände es dabei geht.

Möchte man einen Mauerdurchbruch schaffen, sollte man um tragende Wände einen großen Bogen machen. Denn anders als nicht-tragende Wände – beispielsweise aus Gipskarten – lastet auf tragenden Wänden das Gewicht des ganzen Hauses. Damit sind nicht nur die Außenmauern gemeint, sie befinden sich auch im Gebäudekern. Um die Statik nicht zu gefährden, sollte man eine tragende Wand als solche erkennen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

Tragende Wand erkennen – 4 Methoden

Nicht auf allen Wänden lastet Gewicht. Allerdings sollte man auch nicht einfach Wände aus Gipskarton einreißen, denn dahinter können sich Kabel für die Elektroinstallation oder Wasserleitungen verstecken. Als Mieter ist es sowieso nicht möglich, derartige Veränderungen am Gebäude zu bewerkstelligen. Allerdings kann es von Vorteil sein, wenn man um die tragenden Wände in der Wohnung Bescheid weiß, beispielsweise wenn man schwere Hängeschränke befestigen möchte.

  1. Beschaffenheit der Wand: Einen ersten Anhaltspunkt liefert das Material, aus dem die Wand gefertigt ist. Eine Gipskarton-Wand ist in keinem Fall tragend, eine aus Beton dagegen schon eher. Gipskarton-Wände kann man leicht durch das hohle Geräusch beim Klopfen erkennen. Wie man das Material von Wänden am Bohrstaub erkennen kann, erfahren Sie hier.
  2. Position der Wand: Tragende Wände stehen in einem mehrstöckigen Haus übereinander. Dadurch stützen sie das Gewicht des Hauses über mehrere Stockwerke hinweg.
  3. Dicke der Wand: Eine tragende Wand zeichnet sich durch eine hohe Dicke aus. In Neubauten handelt es sich üblicherweise um mindestens 11,5 Zentimeter Stärke – ohne Putz oder Tapete. In Altbauten können sie jedoch auch dünner sein, da hier oft an Material gespart wurde.
  4. Balken oder Träger: Befinden sich stützende Elemente wie horizontale Balken oder Stahlträger in der Wand, lässt es Rückschlüsse auf eine tragende Wand zu.

Hinweis: In allen Fällen sollten Eigentümer vorab einen Statiker beauftragen, anstatt ohne Weiteres eine Wand ein- oder gar durchzubrechen. Nur ein geschulter Experte kann eindeutig feststellen, ob die Statik des Gebäudes dadurch beeinträchtigt werden würde.

Passend dazu: Wie man Haken richtig in der Decke befestigt

Tragende Balken in der Decke finden

Viele stellen sich dabei auch die Frage, wo in der Decke tragende Balken sitzen. Dabei handelt es sich in der Regel um Altbauten, bei denen die Decken mit Holzbalken stabilisiert werden. Möchte man beispielsweise einen Boxsack, einen Ventilator oder eine Hängematte in der Decke befestigen, sollte man in die tragenden Balken die Aufhängung einbohren. Diese Tipps helfen beim Auffinden der tragenden Balken:

  • Üblicherweise verlaufen tragende Balken im rechten Winkel zur kürzeren Wandseite.
  • Die Abstände zwischen den Balken sind in der Regel gleich groß.
  • Durch Abklopfen kann man versuchen, die Holzbalken in der Decke zu lokalisieren. Ein Stethoskop kann dabei helfen, das dumpfe Geräusch zu verstärken.
  • Mit speziellen Ultraschallgeräten, die man auch im Baumarkt ausleihen kann, lässt sich das Material in der Decke genauer untersuchen. Allerdings muss es sich bei Holz in der Decke nicht um tragende Elemente handeln.
  • Wenn man mit einem kleinen Bohrer (5 bis 8 Millimeter) eine Probebohrung durchführt, kann man mit etwas Geschick am Bohrgefühl oder auch am Bohrstaub erkennen, ob es sich um Holz handelt oder um reines Mauerwerk. Allerdings sollte man deshalb nicht die komplette Decke durchlöchern und nur eine Bohrung durchführen, wenn man bereits einen Verdacht hat.