30. November 2025, 16:38 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Teppichböden waren lange Zeit nicht mehr im Trend. Neue Designbeläge wie Laminat oder Parkett gelten als pflegeleichter und praktischer. Doch inzwischen kehrt der Teppich wieder zurück. Warum das so ist, erklärt Interior-Expertin und myHOMEBOOK-Autorin Daniela Matsuzaki bei myHOMEBOOK.
Warum der Teppichboden wieder gefragt ist
Nach Jahren minimaler und kühler Wohntrends sehnt man sich wieder nach einem gemütlichen Ort mit Komfort in den eigenen vier Wänden. Ein weicher und kuscheliger Teppich sorgt besonders in den kalten Jahreszeiten für ein angenehmes Gefühl. Überwiegend in Wohn- und Schlafräumen eignet sich dieser komfortable Bodenbelag ausgezeichnet. Er punktet nicht nur im Hinblick auf die Akustik, sondern schafft auch eine warme Atmosphäre.
Wärme, Komfort, Rutschfestigkeit und Akustik
Kaum ein Boden ist so weich und warm und fühlt sich unter den Füßen angenehm an. Das erhöht nicht nur den Komfort, sondern kann auch das Raumgefühl verbessern. Auch in puncto Sicherheit kann der Teppichboden überzeugen, wenn man ihn mit glatten Böden vergleicht. Denn dieser kuschelige Bodenbelag gibt deutlich mehr Halt und reduziert dadurch die Rutschgefahr. Das ist besonders in Haushalten mit Kindern oder auch bei älteren Menschen wichtig. Für die Akustik ist ein Teppich ebenso ein Gewinn. Vorteilhaft in großen Wohnungen oder Mehrfamilienhäusern, wo viele Dinge gleichzeitig geschehen.
Optik, Haptik und Material
Die Auswahl an Materialien und Optiken ist heutzutage ziemlich groß. Früher gab es meist nur Velours oder Schlinge, heute aber eine Vielzahl moderner und unterschiedlicher Varianten. Shaggy- und Hochflor-Teppiche beispielsweise sind derzeit sehr beliebt. Sie zeichnen sich durch eine weiche, glänzende Oberfläche aus, die laut Herstellern bei Kunden gut ankommt. Außerdem werden neue Farben, Muster und Strukturen angeboten.
Naturteppiche wie Sisal, Wolle oder recycelte Nylongarne sind zudem beliebt, aber auch Flor und Pol sind mit im Rennen. Besonders Hochflor-Teppiche zeichnen sich durch ihre weiche und kuschelige Oberfläche aus, die durch eine stabile und robuste Struktur unterstützt wird.
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Wohngesundheit und Raumklima
Räume, die mit einem Teppich ausgestattet sind, haben nachweislich eine geringere Feinstaubbelastung als Räume mit glatten Böden. Teppichböden zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass weniger Staub in den Raum abgegeben wird und in den Teppichfasern bleibt. Der gebundene Staub kann dann ganz einfach mit einem Staubsauger entfernt werden. Wollteppiche binden dank ihres natürlichen Fettanteils den Staub aus der Luft besonders effektiv, wobei sich der Schmutz nicht so stark festsetzt wie bei zahlreichen synthetischen Bodenbelägen.
Verschiedene Bodenbeläge im Vergleich
Die besten Reinigungs-Tipps für Hochflorteppiche
Flecken, Hygiene und Haltbarkeit bei Teppichböden
Teppichböden sind zwar angenehm, reagieren jedoch sensibel bei Verschmutzungen. Flecken ziehen relativ schnell in das Gewebe, Staub und Allergene können sich darin leichter festsetzen. Deshalb ist regelmäßiges Staubsaugen Pflicht. Zu empfehlen ist auch eine Tiefenreinigung, um den Teppich hygienisch zu halten. Für Allergiker kann ein Teppichboden zwar problematisch sein – es sei denn, man greift zu allergikerfreundlichen Teppichen.
Die Haltbarkeit kann auch mit der Zeit leiden. Denn wenn man den Teppich auf stark genutzten Wegen in der Wohnung verlegt, können sich Abnutzungen zeigen. Kurzflorteppiche sind da oftmals robuster, während hochflorige Varianten zwar gemütlich sind, aber schneller aufrauen und Schmutz besser aufhalten können. Der Teppichboden sollte in der Regel spätestens nach zehn Jahren, idealerweise bereits nach fünf Jahren erneuert werden. Das geht zum Glück ziemlich einfach.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist Feuchtigkeit: Die mag ein Teppich gar nicht. Daher sind sie in Bädern oder in der Küche eher ungeeignet. Außerdem kann es auch passieren, dass Teppiche schimmeln oder schlecht riechen.
Gegen Flecken empfiehlt sich die Anwendung von Gallseife, Teppichpulver oder Reinigungsspray, welche behutsam eingerieben und nach dem Trocknen abgesaugt werden sollten. Achtung, wenn es sich um Seide oder Wolle handelt! Hier sollte man unbedingt auf die Empfehlung des Herstellers achten. Eine intensive Reinigung schafft der Wasserstaubsauger, der dann das aufgesprühte Mittel samt Schmutz wieder absaugt. Ein solches Gerät kann man im Baumarkt ausleihen.
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Für welche Räume sich Teppichböden eignen
Teppiche sind besonders sinnvoll und bieten mehr Gemütlichkeit in Räumen, in denen Ruhe und Wärme eine wichtige Rolle spielen. Das gilt für Schlaf- und Kinderzimmer ebenso wie für Wohnräume und auch für Homeoffice-Bereiche oder Zimmer, die eine akustische Unterstützung benötigen.
Teppichboden wird entweder von der Rolle oder gelegentlich als Fliese geliefert. In beiden Fällen lässt sich das Verlegen einfach und schnell durchführen. Beim Zuschneiden sollte man jedoch etwas Geduld und Geschick mitbringen. Der Belag wird meist mit Klebstoff oder Klebeband sicher auf dem Untergrund fixiert.
Teppichboden feiert Comeback
„Ein Teppich eignet sich zwar nicht für jeden Raum, ist jedoch in vielen Situationen eine passende Wahl. Besonders dort, wo man sich entspannen möchte, fügt er sich gut ein und ist zu Recht eine beliebte Option. Sein Comeback zeigt, dass Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden derzeit sehr gefragt ist. Heutzutage werden Teppichböden bewusster abgestimmt und gezielter eingesetzt als in der Vergangenheit.“