11. Juni 2026, 11:18 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Kopenhagen verwandelt sich auch in diesem Jahr während des „3 Days of Design“-Festivals in eine einzige große Designbühne – dabei steht 2026 alles unter dem Motto „Make This Moment Matter“. myHOMEBOOK-Redakteurin Mareike Schmidt schaut sich vor Ort um und berichtet von den aktuellen Trends.
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Sanfte Töne statt (zu) lauter Statements
Auf dem diesjährigen Design-Festival zeigt sich eine leichte Zurückhaltung, was die Farben angeht. Die Farbpalette ist feiner abgestimmt und bewegt sich mehr in harmonischen Abstufungen als in vielen verschiedenen starken Farbakzenten.
Mittelblaue Nuancen ersetzen das plakative Ultramarin, während sich zarte Fliedertöne an die Stelle schwerer Lilafarben setzen. Auch Grün präsentiert sich teils etwas zurückhaltender: Salbeitöne in unterschiedlichen Helligkeitsstufen schaffen eine ruhige Atmosphäre. Die Farben wirken erwachsener, subtiler und fügen sich selbstverständlich in moderne Wohnkonzepte ein. Statt Aufmerksamkeit einzufordern, schaffen sie eine Umgebung, die zum Verweilen einlädt.
Grün als Trendfarbe
Wenn eine Farbe besonders auffällt, dann ist es Grün. Allerdings nicht ausschließlich in seiner pastelligen Interpretation, sondern in einer deutlich natürlicheren und tieferen Ausprägung. Besonders häufig sieht man Möbel in satten Salbeigrün-Nuancen – von Esszimmerstühlen bis zu größeren Einrichtungselementen wie Esstischen. Auffällig dabei: Die Oberflächen zeigen sich mit einem dezenten Glanz. Dadurch wirken die Grüntöne lebendiger und erhalten eine moderne Eleganz, die sie von den matten Farbwelten abgrenzt.
Daneben tritt ein kräftiges Olivgrün als selbstbewusste Statementfarbe auf. Vor allem bei Sofas und Polstermöbeln sorgt der Ton für eine starke Präsenz im Raum. Das neue Grün kann als Sehnsucht nach Natürlichkeit, Beständigkeit und einem bewussteren Umgang mit Gestaltung interpretiert werden.
Besonders harmonisch wirken die unterschiedlichen Grüntöne in Kombination mit natürlichen Materialien. Helles Eichenholz, geölte Holzoberflächen oder andere naturbelassene Materialien unterstreichen die ruhige Ausstrahlung der Farbe und verleihen Räumen Wärme und Tiefe.
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Leuchten setzen auf Farbe – von Retro-Statements bis zu sanften Nuancen
Während sich viele Farbwelten beruhigen, darf es an anderer Stelle wieder etwas mutiger werden. Besonders bei Leuchten kann eine Rückkehr zu den Farbcodes der 1970er-Jahre beobachtet werden. Lampenschirme in kräftigem Rot, warmem Orange, sattem Grün oder tiefem Braun sorgen für nostalgische Akzente. Die Farben wirken dabei aber keineswegs altmodisch. Ganz im Gegenteil: Durch die Kombination mit glänzenden Chromdetails erhalten die Entwürfe eine überraschend zeitgemäße Wirkung.
Verchromte Standfüße, spiegelnde Oberflächen und klare geometrische Formen verleihen den Retro-Tönen eine neue Frische. Das Ergebnis ist eine spannende Mischung aus Vintage-Charme und futuristischer Eleganz. Besonders im Bereich der Beleuchtung zeigt sich, wie souverän Designklassiker und zeitgenössische Gestaltung heute miteinander verschmelzen.
Gleichzeitig zeigt sich ein zweiter, deutlich ruhigerer Farbeingriff. Neben den ausdrucksstarken Retro-Tönen setzen einige Hersteller auf gedämpfte Farbnuancen. Lampenschirme in sanftem Salbeigrün, zurückhaltendem Himmelblau oder einem gedeckten Rot wirken weich und wohnlich. Gerade diese subtilen Farbtöne verleihen Leuchten eine dekorative Qualität, ohne sie zu einem dominanten Blickfang werden zu lassen.
Die Bandbreite reicht damit von ausdrucksstarken Retro-Statements bis zu fein abgestimmten, gedeckten Nuancen. Ein Spannungsfeld, das die aktuelle Leuchtengestaltung besonders spannend macht. Während die kräftigen Farben für Charakter und Individualität sorgen, unterstreichen die ruhigeren Töne den übergeordneten Trend zu mehr Harmonie und wohnlicher Zurückhaltung.
Das neue Wohngefühl heißt Gelassenheit
Die Trends des „3 Days of Design“-Festivals 2026 lassen sich nicht nur auf einzelne Farben oder Formen reduzieren. Vielmehr zeigen sie, dass sich ein neues Verständnis von Luxus in der Einrichtung abzeichnet: Räume müssen nicht immer laut sein, um Eindruck zu hinterlassen. Nuancierte Farben, natürliche Töne, glänzende Oberflächen und sorgfältig eingesetzte Retro-Elemente schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig entspannt und anspruchsvoll wirkt.