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myHOMEBOOK-Redakteurin verrät

Warum Kunst in der Küche genauso wichtig ist wie im Rest der Wohnung

Küche Kunst
Kunst und Dekoration spielen in vielen Küchen keine Rolle Foto: Bulgac
Mareike Schmidt

Berlin, 18.5.2026
(c) Niels Starnick / BILD
Redakteurin

5. Oktober 2026, 12:18 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Die Küche hat sich längst vom reinen Arbeitsraum zum Mittelpunkt des Zuhauses entwickelt. Hier wird gekocht, gegessen, geredet, gearbeitet und manchmal sogar gefeiert. Trotzdem wird sie bei der Gestaltung mit Kunst erstaunlich oft übersehen. Während im Wohnzimmer selbstverständlich ein großes Gemälde über dem Sofa hängt und im Flur eine sorgfältig kuratierte Bilderwand entsteht, bleiben die Küchenwände nicht selten leer. myHOMEBOOK-Redakteurin Mareike Wegener erklärt, wieso Kunst auch in der Küche eine Daseinsberechtigung hat.

Dabei bietet gerade die Küche spannende Möglichkeiten für Kunst. Ein einzelnes Bild kann einer funktionalen Küchenzeile Persönlichkeit verleihen, offenen Regalen einen wohnlicheren Charakter geben oder eine eher reduzierte Küche optisch aufbrechen. Allerdings gelten hier andere Bedingungen als in Wohn- oder Schlafräumen. Denn wo gekocht wird, treffen Kunst und Alltag unmittelbar aufeinander – und damit auch auf Dampf, Wärme, Fett und gelegentliche Spritzer.

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Warum die Küche beim Thema Kunst oft vergessen wird

Dass Kunst in der Küche seltener zum Einsatz kommt, hat zunächst einen ganz praktischen Grund: Küchen werden vor allem funktional geplant. Arbeitsflächen, Stauraum, Elektrogeräte und Beleuchtung stehen bei der Einrichtung im Vordergrund. Für ein Bild wird häufig erst dann nach einem Platz gesucht, wenn alles andere bereits feststeht.

Hinzu kommt ein lange gepflegtes Bild von der Küche als Arbeitsraum. Wo geschnitten, gebraten und gespült wird, scheint Dekoration schnell fehl am Platz. Doch dieses Verständnis hat sich verändert. Moderne Küchen sind häufig offen gestaltet, gehen direkt in den Wohnbereich über und werden mit Materialien und Möbeln eingerichtet, die man genauso gut in anderen Wohnräumen finden würde.

Warum also sollte für die Kunst an der Küchentür Schluss sein? Ein Bild kann gerade dort einen wichtigen gestalterischen Kontrastpunkt setzen. Zwischen Küchenfronten, Arbeitsplatten und technischen Geräten schafft es eine persönliche Ebene. Die Küche wirkt dadurch weniger wie ein perfekt durchgeplanter Funktionsraum und mehr wie ein Teil des individuellen Zuhauses.

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Das richtige Bild für den richtigen Platz

Bei der Auswahl von Kunst für die Küche geht es nicht nur um den persönlichen Geschmack. Entscheidend ist auch, wo das Bild hängen soll.

Direkt neben dem Herd ist ein anderer Ort als eine freie Wand im Essbereich. Je näher ein Bild an Kochfeld, Spüle oder Arbeitsfläche hängt, desto stärker ist es den besonderen Bedingungen der Küche ausgesetzt. Wärme, Wasserdampf und vor allem fettige Kochdämpfe können sich mit der Zeit auf Oberflächen ablagern. Auch beim Abschütten von Pasta oder beim Mixen kann schnell einmal ein Spritzer dort landen, wo er eigentlich nicht hingehört.

Deshalb sollte Kunst möglichst nicht unmittelbar über dem Kochfeld oder direkt neben stark spritzenden Arbeitsbereichen platziert werden. Eine freie Wand gegenüber der Küchenzeile, eine Nische neben dem Essplatz oder der Übergang zwischen Küche und Wohnbereich sind oft die besseren Standorte.

Besonders schön kann auch eine Wand sein, die auf den ersten Blick gar nicht als klassischer Platz für ein Bild gedacht ist: etwa über einer kleinen Kommode, neben einem offenen Regal oder an einer freien Wandfläche zwischen zwei Hochschränken.

Was Kunst in der Küche aushalten muss

Eine Küche ist kein Museum. Das sollte bei der Auswahl der Bilder berücksichtigt werden. Vor allem empfindliche Originale auf Papier oder ungeschützte Fotografien können auf eine dauerhaft feuchte oder warme Umgebung sensibel reagieren. Häufiges Kochen produziert Wasserdampf, der sich nicht nur auf Fenstern und Fronten, sondern auch auf anderen Oberflächen niederschlagen kann. Dazu kommen fettige Partikel, die beim Braten in die Raumluft gelangen und sich langfristig auf Oberflächen absetzen können.

Das bedeutet nicht, dass Kunst in der Küche grundsätzlich problematisch ist. Vielmehr kommt es auf Material, Abstand und Position an. Wer häufig und intensiv kocht, sollte besonders empfindliche Arbeiten nicht direkt am Herd platzieren. Auch starke Temperaturschwankungen oder eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit sind für viele Kunstwerke nicht ideal. Ein gut belüfteter Raum und eine Position mit etwas Abstand zu den Kochdämpfen schaffen bereits deutlich bessere Bedingungen.

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Glas oder Acryl? Der Rahmen macht den Unterschied

Nicht nur das Motiv, auch die Präsentationsform spielt in der Küche eine Rolle. Ein Bild hinter Glas lässt sich beispielsweise leichter von Staub und gelegentlichen Verschmutzungen befreien als ein ungeschützter Druck. Gleichzeitig sollte beim Reinigen darauf geachtet werden, nicht mit aggressiven Reinigungsmitteln direkt an Rahmen oder Bild zu gehen.

Für Fotografien, Drucke oder Arbeiten auf Papier kann eine Rahmung mit Schutzverglasung daher eine praktische Lösung sein. Bei der Wahl des Glases lohnt es sich außerdem, auf UV-Schutz zu achten, insbesondere wenn das Bild viel Tageslicht abbekommt.

Auch der Rahmen selbst darf ruhig etwas robuster ausfallen. Holz, Metall oder gut verarbeitete beschichtete Rahmen lassen sich in einer Küche hervorragend einsetzen. Wichtig ist vor allem, dass die Konstruktion nicht unnötig empfindlich gegenüber der Umgebung ist.

Kunst muss nicht zum Küchenthema passen

Eine der schönsten Möglichkeiten besteht darin, die Küche nicht zu offensichtlich als Küche zu inszenieren. Wer Kunst auswählt, die ausschließlich aus Motiven wie Zitronen, Kaffeetassen und Kräutern besteht, folgt schnell einem sehr offensichtlichen Gestaltungskonzept.

Interessanter kann es sein, ein Bild auszuwählen, das einen bewussten Kontrast bildet. Ein minimalistisches Schwarz-Weiß-Foto in einer farbigen Küche. Eine expressive Malerei vor schlichten weißen Fronten. Eine filigrane Zeichnung in Kombination mit einer Küche aus dunklem Holz.

Kunst darf schließlich genau das sein: Kunst. Sie muss nicht erklären, in welchem Raum sie hängt.

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