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Preisanstieg befürchtet

Balkonkraftwerke könnten bald teurer werden

Balkonkraftwerk
Bei Balkonkraftwerken könnte es bald zu einem Preisanstieg kommen Foto: Getty Images
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myHOMEBOOK Redaktion

19. März 2026, 5:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Balkonkraftwerke gelten als günstiger Einstieg in die eigene Stromproduktion. Doch mehrere Entwicklungen könnten die Preise schon bald nach oben treiben. Entscheidend ist dabei hauptsächlich ein Faktor aus China – mit globalen Folgen.

China spielt Schlüsselrolle im Solarmarkt

China ist der wichtigste Produzent für Photovoltaikmodule, Batteriespeicher und zentrale Vorprodukte der Solarindustrie, wie Computer BILD (gehört auch zu Axel Springer) berichtet. Veränderungen in der dortigen Wirtschafts- und Industriepolitik wirken sich deshalb häufig unmittelbar auf internationale Märkte aus.

Aktuell verdichten sich die Hinweise, dass Solaranlagen, Stromspeicher und insbesondere Balkonkraftwerke künftig teurer werden könnten. Darauf weisen unter anderem Analysen des Hamburger Energieunternehmens 1Komma5° sowie Einschätzungen aus der Branche hin.

Wegfall von Steuervergünstigungen

Ein zentraler Auslöser ist eine steuerpolitische Entscheidung: China schafft zum 1. April 2026 die bisherigen Mehrwertsteuer-Vergünstigungen für den Export von Photovoltaikmodulen vollständig ab. Bereits im Dezember wurde die Export-Steuerrückerstattung von 13 auf 9 Prozent reduziert.

Die Folgen könnten deutlich spürbar sein. „Allein die Abschaffung der Exportvergünstigungen wird den Modulpreis um rund 10 Prozent steigen lassen“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1Komma5°. Höhere Einkaufskosten dürften entlang der Lieferkette weitergegeben werden – bis zu den Endkunden.

Auch interessant: Die besten Stromspeicher für das Balkonkraftwerk unter 1000 Euro

Steigende Rohstoffpreise

Parallel dazu verteuern sich wichtige Rohstoffe der Solarbranche seit Monaten. Besonders betroffen ist Polysilizium, ein unverzichtbarer Grundstoff für die Herstellung von Solarzellen. In China haben mehrere Produzenten ihre Fertigung gedrosselt, um ein zuvor entstandenes Überangebot abzubauen.

Auch weitere Komponenten verteuern sich kontinuierlich. Seit September 2025 steigen die Preise für Solarzellen, Glas und insbesondere Silber. Letzteres ist für die Leitfähigkeit in Solarzellen essenziell. Über den Jahreswechsel 2025/26 hinweg hat sich dieser Trend nochmals verstärkt, was zusätzliche Kosten entlang der gesamten Produktionskette verursacht.

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Auswirkungen auf Deutschland

Auf dem deutschen Markt sind die Effekte bisher nur teilweise sichtbar. Im Frühjahr 2025 lagen die Preise für komplette Photovoltaikanlagen auf einem historischen Tiefstand. Seitdem sind die Modulpreise zwar leicht gestiegen, größere Preissprünge blieben bislang aus.

Das könnte sich jedoch bald ändern. „In Kombination mit steigenden Rohstoffpreisen erwarten wir bei einzelnen Komponenten Preissteigerungen von 15 bis 20 Prozent“, sagt Schall. Mittelfristig werden davon laut Schaller auch Endkunden betroffen sein.

Verzögerte Effekte entlang der Lieferketten

Wann genau und in welchem Umfang die Preissteigerungen bei Verbrauchern ankommen, ist derzeit noch unklar. Sicher ist jedoch: Mehrere Entwicklungen greifen gleichzeitig ineinander. Politische Entscheidungen in China, angepasste Produktionsmengen und steigende Rohstoffkosten erhöhen den Druck auf den globalen Solarmarkt. Die Auswirkungen dürften verzögert auch in Deutschland sichtbar werden – insbesondere bei Balkonkraftwerken und anderen kleinen Solarlösungen.

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