8. Mai 2026, 11:45 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ob im Haushalt, im Büro oder in der Werkstatt: Batterien begleiten unseren Alltag in vielen Geräten. Die sachgerechte Lagerung von Batterien ist entscheidend, um ihre Lebensdauer zu verlängern, ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten und Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Temperatur, Feuchtigkeit, Lagerort und Handhabung spielen eine wichtige Rolle dafür, ob Batterien zuverlässig funktionieren. Worauf man beim Lagern von Batterien achten sollte, erklärt myHOMEBOOK.
Wer Batterien auf Vorrat kauft, lagert diese oft dicht beieinander. Auch alte Batterien werden in der Regel in einer Box oder Tüte gesammelt, um sie eines Tages an einer geeigneten Sammelstelle abzugeben. Die falsche Lagerung von Batterien stellt jedoch ein großes Sicherheitsrisiko dar. Leere Batterien können explodieren und einen Brand verursachen. myHOMEBOOK hat bei Experten nachgefragt, wie man Batterien richtig lagert und entsorgt.
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Die größten Fehler beim Lagern leerer Batterien
Sogenannte „Fehlwürfe in die Hausmülltonne oder in nicht dafür vorgesehene Sammelboxen“ sind laut Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) die klassischen Fehler bei der Entsorgung von Batterien. Sprich: Alte Batterien dürfen keinesfalls über den normalen Hausmüll entsorgt werden. Vielmehr müssen sie einer getrennten Sammlung unterzogen werden.
Auf Nachfrage von myHOMEBOOK erklärt ein Experte von abfallberatung.de, dass „Verbraucherinnen und Verbraucher sogar gesetzlich verpflichtet sind, alle anfallenden Altbatterien beim Handel oder den kommunalen Sammelstellen zurückzugeben.“
Doch bis leere Batterien und Akkus zur Sammelstelle gebracht werden, liegen sie in vielen Haushalten lange in Tüten oder Schachteln. Im ersten Moment klingt dies praktisch und unbedenklich. Bei näherem Hinsehen offenbaren sich jedoch gefährliche Tücken:
„In dem Batteriegemisch kann es beispielsweise nach einem Auslaufen der Batterien passieren, dass Plus- und Minuspol miteinander in Kontakt kommen. Dies kann wiederum einen Kurzschluss verursachen.“ Besonders kritisch sieht der Experte insbesondere Batterien, die das hochreaktive Metall Lithium enthalten. Kommt dies mit Luft oder Wasser in Verbindung, können starke Reaktionen – unter Umständen sogar Explosionen und Brände – die Folge sein.
Medien berichten immer mal wieder über Explosionen und Brände durch Lithium-Akkus. Silvia Oestreicher vom Deutschen Feuerwehrverband relativiert allerdings auf myHOMEBOOK-Nachfrage die von handelsüblichen Batterien ausgehende Gefahr. „Da die Brandursachenermittlung Aufgabe der Polizei ist, liegen uns hierzu keine statistisch belastbaren Daten vor. Generell wäre uns aber nicht bekannt, dass die unsachgemäße Lagerung von handelsüblichen Batterien im Haushalt eine häufige Brandursache ist.“
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Die wichtigsten Tipps zur Lagerung von gebrauchten Batterien
- Lagerung: Leere oder teilentleerte Batterien unbedingt getrennt lagern. Auf diese Weise vermeidet man Kurzschlüsse, Selbstentzündung und Ladungsströme. Mögliche Aufbewahrungen: getrennte Behältnisse, spezielle Batterie-Boxen, Kisten oder Plastikbeutel.
- Lithiumbatterien: Um Kurzschlüsse zu vermeiden, lagert und transportiert man Lithiumbatterien niemals ungeschützt in loser Schüttung. Die Batterien stattdessen untereinander und nach Batterietyp separiert lagern.
- Pole abkleben: Eine weitere Möglichkeit, um die Gefahr eines Kurzschlusses von primär lithiumhaltigen Batterien und Akkus zu minimieren, ist, die Pole mit Klebestreifen abzukleben.
- In Sand gefüllter Kiste lagern: Gefährlich sind besonders lithiumhaltige Knopfzellen. Wer ganz sicher sein will, kann alle leeren Batterien voneinander getrennt und geschichtet in einer mit Sand gefüllten Kiste lagern, bevor sie entsorgt werden.
- Beschädigte Batterien: Batterien so lagern, dass sie nicht deformiert oder beschädigt werden. Beschädigte Batterien nicht benutzen, sondern fachgerecht entsorgen.
Hinweis: Batterien dürfen nicht im normalen Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen über eine Getrenntsammlung dem Recycling zugeführt werden. Gebrauchte Batterien können Sie kostenfrei an der Verkaufsstelle oder in einem Entsorgungssystem (Industrie, Handel) zurückgeben. In der Sammelstelle die entsprechend gekennzeichneten Boxen für die verschiedenen Batterietypen verwenden.
Neue Batterien nicht im Kühlschrank lagern
Batterien entladen sich mit der Zeit selbst. Eine kühle Umgebung soll diesen unvermeidbaren chemischen Prozess jedoch verlangsamen. Deshalb verwundert der Tipp, man solle neue Batterien am besten im Kühlschrank lagern, nicht. Auf Nachfrage von myHOMEBOOK rät der Verband der Elektro- und Digitalindustrie jedoch dringend davon ab: „Alle Batterietypen entfalten ihre größte Leistung unter normaler Raumtemperatur und bei Trockenheit. Dies gilt auch für die Lagerung. Große Temperaturschwankungen, beispielsweise an der Heizung, oder lange Sonneneinstrahlung sollten vermieden werden. Daher lagern Sie Batterien besser nicht im Kühlschrank.“
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Neue Batterien richtig lagern – die wichtigsten Tipps
- Herstellerangaben: Generell sollte man die Angaben, Hinweise und Anleitungen auf der Batterieverpackung des Herstellers beachten. Dies ist wichtig, da hier der Hersteller über die richtigen Instruktionen zu Lagerung, Gebrauch und Entsorgung informiert. Nur dieser weiß zuverlässig, wie der jeweilige Batterietyp am zuverlässigsten funktioniert und welche Besonderheiten es in puncto Lagerung und Entsorgung zu beachten gibt.
- Unterschiedliche Lagerung: Batterie ist nicht gleich Batterie. Daher gilt: Unterschiedliche Batterietypen getrennt lagern, es sei denn, sie sind noch in der Verpackung.
- Originalverpackung: Neu gekaufte Batterien am besten bis zum Gebrauch in der Originalverpackung lassen. So verhindert man versehentlich, unbenutzte und gebrauchte Batterien zu vertauschen. Auch können sich so die Pole der Batterien nicht berühren. Auf diese Weise umgeht man Selbstentladung und Kurzschluss.
- Haltbarkeitsdauer: Gewusst, dass auch Batterien ein Haltbarkeitsdatum besitzen? Je nach Batterieart sind Batterien bis zu zehn Jahre und länger haltbar. Das Haltbarkeitsdatum ist vom Hersteller auf der Verpackung aufgedruckt. Haben Batterien ihr Haltbarkeitsdatum überschritten, heißt das jedoch nicht, dass sie nicht mehr genutzt werden können. Vielmehr garantiert der Hersteller bis zu diesem Zeitpunkt die volle Kapazität. Ältere Batterien daher nach Möglichkeit zuerst nutzen.
- Temperatur und Luftfeuchte: Batterien am besten trocken und bei Raumtemperatur ohne große Temperaturschwankungen lagern.