15. September 2025, 12:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ab heute wird es ernst für alle, die ihren Biomüll nicht korrekt trennen: Über 100 Entsorgungsunternehmen führen Kontrollen zur korrekten Befüllung von Biotonnen aus. Wer gegen die neuen Vorgaben zur Biotonne verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen – von Aufklebern über Sonderleerungen bis zu möglichen Bußgeldern. Doch nicht alle Regionen machen mit.
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Neue Bioabfall-Verordnung im Fokus
Seit Mai gelten strengere Regeln für die Befüllung der Biotonne: Fremdstoffe wie Plastik, Glas, Metall oder Steine dürfen höchstens drei Prozent des Inhalts ausmachen. Beim Kunststoffanteil ist bereits ab einem Prozent Schluss. Ziel ist es, Mikroplastik in Böden und Naturkreisläufen zu vermeiden.
Kontrolliert wird im Rahmen der Aktion #wirfuerbio – Biomüll kann mehr. Die Initiative der kommunalen Entsorger möchte das Bewusstsein für korrekte Mülltrennung stärken. Tonnen, die zu stark fehlerhaft befüllt sind, werden stehen gelassen und erhalten einen Hinweis zur Nachsortierung.
Nicht alle Bundesländer ziehen mit
Die Aktion zur Kontrolle von Biotonnen startet zwar bundesweit, doch nicht überall wird auch kontrolliert. Brandenburg, das Saarland, Berlin, Bremen und Sachsen beteiligen sich nicht. In Thüringen ist lediglich ein Unternehmen, die Kreiswerke Schmalkalden-Meinungen, mit dabei.
In Sachsen-Anhalt hingegen machen unter anderem Magdeburg, Salzwedel und Dessau-Roßlau mit. Die genaue Übersicht der Teilnehmer ist auf der Seite der Aktion #wirfuerbio zu finden.
Wer kontrolliert und welche Sanktionen drohen bei Fehlbefüllung?
Die Kontrolle übernehmen die lokalen Abfallunternehmen, meist durch das Personal der Müllabfuhr. Was bei Verstößen passiert, hängt von der jeweiligen Kommune ab. Einen bundesweiten Bußgeldkatalog gibt es nicht. Möglich sind aber unter anderem die Kennzeichnung durch Aufkleber oder Banderolen mit Aufforderung zur Nachsortierung und die Beantragung von Sonderleerungen und damit verbundene Kosten. Im Kreis Freudenschaft sind die Müllfahrzeuge beispielsweise mit Sensoren ausgestattet, die falsch befüllte Biotonnen erkennen und sie stehen lassen.
Wird eine Biotonne mehrfach falsch befüllt, kann sie dauerhaft als Restmüll gewertet und entsprechend kostenpflichtig entsorgt werden.
Neues Gesetz bei der Biotonne! Jetzt kann Bußgeld drohen
Aus für den Gelben Sack in diesen Städten
Was darf wirklich alles in die Biotonne?
In der Biotonne sind organische Küchen- und Gartenabfälle erlaubt. Plastik, Verpackungsmaterial und tierische Abfälle haben dagegen nichts in der Biotonne zu suchen. Auch kompostierbare Müllbeutel gehören – entgegen vielen Annahmen – nicht in die Biotonne.
Jetzt richtig trennen oder zahlen
Ab dem 15. September wird es also ernst: Wer seine Biotonne falsch befüllt, muss mit stehen gelassenem Müll, Sonderleerungen oder sogar Bußgeldern rechen. Die neuen gesetzlichen Vorgaben gelten bundesweit – auch dort, wo (noch) nicht kontrolliert wird. Wer sichergehen will, sollte sich direkt beim zuständigen Abfallunternehmen vor Ort über die Regeln informieren.