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Alter Brauch

Warum man Brot und Salz zum Einzug verschenkt

Glück und Wohlstand sollen in das Haus ziehen, wenn man Brot und Salz verschenkt
Glück und Wohlstand sollen in das Haus ziehen, wenn man Brot und Salz verschenkt Foto: Getty Images
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Lena Hackauf
myHOMEBOOK-Redaktion

10. September 2025, 16:04 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ziehen Freunde oder Familienmitglieder um, ist es eine liebevolle Geste, ihnen etwas zum Einzug zu schenken. Doch was? Wer nicht riskieren möchte, mit Einrichtungsgegenständen völlig danebenzuliegen, kann auf alte Bräuche zurückgreifen: Traditionell werden ein Laib Brot und eine Schüssel Salz zum Einzug verschenkt. Aber warum eigentlich?

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Woher kommt der Brauch, Salz und Brot zum Einzug zu schenken?

„Brot und Salz, Gott erhalt’s“ ist nur einer von zahlreichen traditionellen Sprüchen, mit denen man dieses Einzugsgeschenk überreicht. Ein weiterer lautet: „Solange ihr Salz und Brot habt, bleibt euch alle Not fern.“ Die Tradition, Brot und Salz zum Einzug in ein neues Haus oder eine Wohnung zu schenken, reicht bis ins Mittelalter zurück. Hinter dem Geschenk steckt eine tiefe Symbolik – und natürlich liebe Glückwünsche.

Sowohl Brot als auch Salz gelten in unseren Kulturkreisen als Grundnahrungsmittel. Besonders in Zeiten von Dürren, Missernten oder Kriegen waren sie von unschätzbarem Wert. Gesegnet war, wer über diese Lebensmittel verfügte. Dadurch erhielten Brot und Salz einen enormen symbolischen Gehalt.

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Salz war früher kostbarer als Gold

Welche Bedeutung Brot hierzulande hat, ist den meisten bekannt: Wer Brot hat, muss keinen Hunger leiden. Historische Filme und Bücher zeigen es deutlich: In Zeiten der Not bat man nicht um Käse oder Fleisch, sondern schlicht um ein Stück Brot – das Symbol für das Überleben schlechthin. Getreide und Mehl waren zudem über Jahrhunderte hinweg wertvolle Handelsgüter. Brot war also keineswegs selbstverständlich.

Anders verhält es sich mit dem Salz. Welche Symbolik es trägt, ist weniger offensichtlich. Heute ist Salz einfach und günstig erhältlich, da es industriell in großen Mengen gewonnen wird. Im Mittelalter hingegen war es ein seltenes und kostbares Gut, teilweise so wertvoll wie Gold. Seine Förderung war mühsam: Man gewann es entweder aus Salzminen oder durch das Verdunsten von Meerwasser.

Darüber hinaus ist Salz für den menschlichen Körper unentbehrlich. Natrium und Chlorid regulieren unter anderem den Wasserhaushalt und halten den Blutdruck stabil, sodass alle Organe zuverlässig arbeiten können. Doch damit nicht genug: Bevor es Kühlschränke gab, war Salz das wichtigste Mittel zur Konservierung. Fleisch, Fisch und Käse wurden damit haltbar gemacht. Ohne Salz hätte man keine Vorräte für den Winter anlegen können.

Religiöse Symbolik

Aus der weltlichen Bedeutung der beiden Güter entwickelte sich auch eine religiöse Symbolik. Als unverzichtbare Grundnahrungsmittel waren Brot und Salz den Menschen so kostbar, dass sie sogar Eingang in das tägliche christliche Gebet fanden: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Brot gilt im Christentum als Sinnbild für Leben, Nahrung und göttlichen Segen.

Übrigens: In allen drei monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – gelten Brot und Salz also als elementare, gottgegebene Lebensmittel, die über die reine Ernährung hinaus eine spirituelle und symbolische Dimension besitzen. Doch auch zuvor, wie im antiken Ägypten, war Brot eine zentrale Opfer- und Grabbeigabe, da es als Garant für Leben und Versorgung im Jenseits galt.

Salz gilt hingegen als Symbol für Reinheit, Beständigkeit, ewiges Leben und göttlichen Beistand. Wer Brot und Salz verschenkt, wünscht den Beschenkten genau dies: ein sorgenfreies Leben in Wohlstand und unter (göttlichem) Schutz.

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