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Autorin hat es ausprobiert

Lohnt sich eine chemische Matratzenreinigung?

BOOKs-Autorin Saskia Schneider ließ ihre Matratze zum ersten Mal chemisch reinigen – mit unerwartetem Ergebnis.
BOOKs-Autorin Saskia Schneider ließ ihre Matratze zum ersten Mal chemisch reinigen – mit unerwartetem Ergebnis. Foto: Getty Images/ Saskia Schneider
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Saskia Schneider
Dr. Saskia Schneider Promovierte Biologin und Redaktionsleitung von PETBOOK

29. August 2025, 16:28 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Bei einer chemischen Matratzenreinigung werden nicht nur Flecken, sondern auch tief sitzender Dreck, Staub und Bakterien entfernt. Profis benötigen für eine Doppelmatratze etwa eineinhalb Stunden. Aber lohnt sich der Aufwand auch? Denn günstig ist die Reinigung nicht. BOOKs-Autorin Saskia Schneider hat es ausprobiert.

Zugegeben: Ich habe meine Matratze eigentlich nur reinigen lassen, weil wir umgezogen sind und mir die ganzen Flecken darauf peinlich waren. Neben den Pipi­flecken unserer Hündin, die wir naiv als Welpen ins Bett geholt hatten, und meinem ausgekippten Tee, als ich krank im Bett lag, zierten auch unzählige kleinere Flecken vom Erbrochenen der Katze den Stoff. Und egal, wie sehr man sich bemüht oder welche „Wundermittel“ man benutzt: Wirklich weg bekommt man die Flecken nicht. Darum entschied ich mich für eine chemische Matratzenreinigung.

120 Euro für eine Doppelmatratze

Je nach Anbieter und Größe kostet eine chemische Reinigung zwischen 70 und 150 Euro. Da mir nur noch vier Tage bis zum Umzug blieben, entschied ich mich für einen Service, der verschiedene, selbstständige Reinigungskräfte vermittelt, von denen dann eine den Auftrag annimmt und ausführt. Dafür ist man bei der Terminwahl sehr flexibel. Für eine beidseitige Reinigung unserer 140 Zentimeter breiten Doppelmatratze wurden rund 120 Euro und eine Reinigungszeit von etwa eineinhalb Stunden veranschlagt.

Nach der Bestellung erhielt ich innerhalb kurzer Zeit eine Terminbestätigung per Mail. Allerdings ohne Informationen, wer genau an dem Tag kommt und wie ich sie oder ihn erreiche, falls niemand auftaucht oder ich den Termin absagen muss. Zum Glück kam die Reinigungskraft überpünktlich.

Bei der chemischen Matratzenreinigung kommt nur wenig Feuchtigkeit zum Einsatz

Der Herr war schätzungsweise 50 Jahre alt, ziemlich schmächtig und sprach kaum ein Wort Deutsch. Dafür legte er sofort los, zog Überzieher über seine Schuhe, nahm seinen Eimer mit Reinigungsgeräten und begann mit der Inspektion der Matratze. Diese hatte ich vorher komplett abgezogen und ihm so viel Platz wie möglich gemacht. Alles, was er noch brauchte, war ein bisschen heißes Wasser aus dem Badezimmer.

Bei dem Verfahren werden spezielle Reinigungsmittel und Chemikalien verwendet, die tief in die Matratze eingebracht werden, um dort Schmutz, Bakterien und Allergene zu entfernen. Dabei wird nur wenig Feuchtigkeit eingesetzt. Dadurch ist die Matratze in wenigen Stunden wieder trocken und die Gefahr, dass Schimmel entsteht, ist gering.

Das ganze Prozedere besteht aus sechs Reinugngsschritten:

  1. Inspektion und Vorbehandlung der Matratze
  2. Absaugen der Matratze
  3. Auftragen des chemischen Reinigungsmittels
  4. Mechanische Bearbeitung und Einwirken
  5. Absaugen und Entfernung der Chemikalien
  6. Desinfektion und Neutralisierung von Gerüchen

Das, was aus der Matratze kam, war erschreckend

Die ersten vier Schritte sind noch relativ leise. Das Absaugen der Chemikalien geschieht mit einem speziellen Gerät, das aussieht wie ein Staubsauger, aber geschätzt doppelt so laut ist. Das sollte man definitiv beachten, falls man diesen Tag im Homeoffice verbringt oder geräuschempfindlich ist. Denn das Ganze wird mehrmals wiederholt und dauert etwa eine Stunde.

Dabei ist das, was aus der Matratze herauskommt, erschreckend – zumindest war es bei meiner Matratze der Fall. Ich hatte ja geahnt, dass sie nach fünf Jahren Benutzung einiges an Dreck mit sich trägt – und die Flecken sprachen für sich. Die erste „Ladung“ Dreck sah aus wie verdünnter Kaffee. Selbst die Reinigungskraft merkte an, dass die Seite, auf der wir jahrelang schliefen, „sehr, sehr dreckig“ sei. Nach etwa eineinhalb Stunden war die Matratzenreinigung beendet und ich sollte das Ergebnis begutachten.

Ich war beeindruckt: Von den Flecken war nichts mehr zu sehen. Lediglich eine kleine Verfärbung im Stoff war übrig. Die seien leider nicht mehr zu entfernen, erklärte er mir. Aber darum ging es mir bei der Reinigung auch nicht. Ich wollte eine halbwegs ansehnliche und gereinigte Matratze – und die hatte ich.

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Matratze war bereits nach fünf Stunden wieder trocken

Obwohl verschiedene Chemikalien eingesetzt wurden, trat zu keiner Zeit ein beißender Reinigungsgeruch auf. Das Schlafzimmer roch lediglich noch etwa zwei Stunden wie frisch gewaschene Wäsche. Im Anschluss sollte die Matratze noch ein paar Stunden trocknen. Laut Webseite des Anbieters sollte man sie schon nach vier Stunden wieder benutzen können, da ja nur wenig Flüssigkeit eingesetzt wird.

Ich war trotzdem skeptisch, doch tatsächlich war unsere Matratze nach dieser Zeit wieder vollständig trocken. Allerdings waren an dem Tag 30 Grad und wir wohnten im Dachgeschoss. Trotzdem hatte ich damit gerechnet, die Nacht auf dem Sofa zu verbringen. Das war aber nicht nötig.

Fazit: Ich würde es wieder tun!

Für mich hat sich die chemische Matratzenreinigung gelohnt und ich würde sie tatsächlich wieder buchen. Vor allem, wenn Haustiere oder Kinder im Haushalt leben, lohnt sich dieser Service meines Erachtens. Denn da, wo gelebt wird, passieren Unfälle, und es ist einfach gut zu wissen, dass man sich nicht ärgern muss, wenn sich die Katze zum fünften Mal in der Woche ins Bett erbricht: Ein Termin – und die Matratze ist praktisch wie neu.

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