Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Der große myHOMEBOOK-Guide

So finden Sie den passenden Weihnachtsbaum

Eine junge Frau und ein junger Mann stehen zwischen Tannnenbäumen und schauen sich die Bäume an.
Wie finde ich den passenden Weihnachtsbaum? myHOMEBOOK hat Experten nach ihren Tipps für den Weihnachtsbaumkauf gefragt.Foto: Getty Images

Die Frage „Welcher Baum soll es in diesem Jahr sein?“ ist in Anbetracht der großen Auswahl mitunter gar nicht so leicht zu klären. myHOMEBOOK erklärt, wie Sie den passenden Weihnachtsbaum finden und worauf Sie beim Kauf achten können.

Klein und zart? Oder doch lieber groß und kräftig? Perfekt soll er sein, der Weihnachtsbaum. Schließlich ist er für viele schlichtweg DAS unverzichtbare Element der Weihnachtszeit. Mit viel Mühe und Hingabe wird er geschmückt und in Szene gesetzt. Vor dem Schmücken steht jedoch die Auswahl und Entscheidung an. Sollen es stabile Äste sein oder ein besonders intensiver Geruch? Wer sich auf die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum begibt, wird viele Antworten finden. „Perfekt“ ist schließlich für jeden anders.

Kleine Anleitung zum Weihnachtsbaumkauf

Vorstellung vs. nadelige Realität: Um den passenden Baum zu finden, gilt es in erster Linie einmal die eigenen Wünsche, Vorstellungen, aber auch häuslichen Voraussetzungen mit den Eigenschaften der verschiedenen Weihnachtsbaumarten abzugleichen. Etwas leichter wird es, wenn man dabei auf folgende sechs Aspekte achtet.

1. Die Weihnachtsbaumdeko

Vor dem Kaufen unbedingt schon ans Schmücken denken! Das empfiehlt Christian Mai vom Werderaner Tannenhof im Gespräch mit myHOMEBOOK:

„Sinnig ist es, sich im Vorfeld zu überlegen, wie man seinen Weihnachtsbaum schmücken möchte. Ein etagenförmiger Baum, wie die Nobilis, ist zum Beispiel ausgezeichnet für eine Dekoration mit wenigen Kugeln oder echten Kerzen. Möchte man seinen Baum allerdings mit Schmuck übergießen, ist ein sehr voller, üppiger Baum ideal.“

Wie groß und ausladend der Baum sein kann, hängt natürlich auch vom Platzangebot in den eigenen vier Wänden ab. Die Hälfte aller Verbraucher entscheiden sich übrigens für einen Baum zwischen 1,50 und 2 Metern. Nur 27 Prozent wählen einen kleineren Baum, so das Ergebnis der Studie „Einkauf vom Weihnachtsbaum 2018“ vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger in Deutschland e. V. 

2. Das Gewicht des Christbaumschmuckes

Auch das Gewicht des Christbaumschmuckes fließt in die Kaufentscheidung mit ein: „Sehr schwerer Christbaumschmuck verträgt sich nicht mit sehr weichen Ästen.“ Vor dem Kauf des Weihnachtsbaumes also ruhig einmal die Äste biegen, damit später nichts unfreiwillig durchhängt. Wer sich unsicher ist, kann eine mitgebrachte Christbaumkugel einfach probeweise anhängen.

3. Die Wuchsform

Damit die Deko auch optimal zur Geltung kommt, achten viele auf eine ansprechende Wuchsform. Der Verband Natürlicher Weihnachtsbaum e. V. rät auf eine gleichmäßige und runde Form zu schauen.

4. Der Sicherheitsgedanke

Nordmanntanne oder doch lieber Blaufichte? Diese Entscheidung ist nicht nur eine Frage des Geschmackes – sondern auch der Sicherheit. Familien mit Kindern empfiehlt Weihnachtsbaum-Experte Mai die beliebte Nordmanntanne. Diese hat besonders weiche Nadeln und ist daher ungefährlicher als beispielsweise eine Blaufichte.

Für Haustierbesitzer kann diese wiederum gerade ideal sein. Die spitzen, stacheligen Nadeln der Blaufichte machen sie für Vierbeiner wenig attraktiv. Bei einem solchen piksenden Weihnachtsbaum werden sich Katzen wohl kaum am Baumstamm hochziehen und den geschmückten Baum zu Fall bringen.

5. Die Haltbarkeit

Weihnachtsbaum ist nicht gleich Weihnachtsbaum. Das zeigt sich auch an der Haltbarkeit der unterschiedlichen Sorten. Sinnig ist es, im Vorfeld genau zu überlegen, wie lange der Baum aufgestellt werden soll. Robuste Sorten, wie die Nobilis, Nordmann- und Colorado-Tannen, können bis zu drei Wochen im Warmen aushalten. Fichten nadeln hingegen vergleichsweise schnell.

6. Der Nachhaltigkeitsgedanke

Zwischen 24 und 25 Mio. Weihnachtsbäume werden laut dem Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger e. V. jährlich in Deutschland verkauft. Der Importanteil liegt inzwischen bei unter 10 %. Hauptimportland ist übrigens Dänemark. „Ist einem das Thema Nachhaltigkeit wichtig, sollte man den Weihnachtsbaum beim Erzeuger vor Ort kaufen. So unterstützt man die regionale Wirtschaft und erhält einen frisch geschlagenen Weihnachtsbaum. Lange Transportwege werden dadurch umgegangen“, erklärt Saskia Blümel, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland e. V. auf Nachfrage von myHOMEBOOK.

Inzwischen bieten immer mehr lokale Förster, Baumschulen oder Tannenhöfe das Selbstschlagen an. Das Aussuchen des passenden Weihnachtsbaumes kann auf diese Weise gleich als Familienausflug zu einem besonderen Erlebnis für Groß und Klein werden.

Mann sägt einen Weihnachtsbaum ab.
Selbst ist der Mann oder die Frau: Wer seinen Weihnachtsbaum selbst sägt, kann sichergehen, dass er auch wirklich frisch ist und regional angebaut wurdeFoto: Getty Images

Übrigens: Der Verband Natürlicher Weihnachtsbaum e. V. verweist darauf, dass man einen natürlichen Weihnachtsbaum durchaus mit gutem Gewissen kaufen kann. Durch seine nachhaltige Aufzucht gilt der Weihnachtsbaum als klimaneutral. Da er während seines Wachstums mehr CO2 bindet, als er später wieder abgeben kann. Auf diese Weise ist seine CO2-Bilanz ausgeglichen.

Tipp: Achten Sie beim Kauf Ihres Weihnachtsbaumes auf die Fair Tree-Zertifizierung. Diese kennzeichnet Fair Trade-Weihnachtsbäume. Das Projekt unterstützt die gerechte Entlohnung, Förderung besserer Arbeitsbedingungen und soziale Projekte in Georgien. Georgien ist eines der ärmsten Länder Europas und Herkunftsland der Nordmanntannensamen. Diese werden unter riskanten Bedingungen geerntet.

Der beste Zeitpunkt für den Weihnachtsbaumkauf

Spät schlagen und kurz lagern: Wer lange Freude an seinem Weihnachtsbaum haben möchte, kann diese zwei Aspekte beherzigen. Entsprechend des Verbands Natürlicher Weihnachtsbaum e. V. werden zwei Drittel der Bäume erst nach dem dritten Advent verkauft. Bei entsprechender Pflege können die gefällten Bäume jedoch auch durchaus zwischen vier und sechs Wochen gelagert werden.

Doch woran erkennt man beim Kauf, ob ein Weihnachtsbaum frisch ist? Weihnachtsbaum-Experte Mai empfiehlt auf folgende Aspekte zu achten:

  • Die Nadeln sollten einen frischen Eindruck machen und eine schöne, satte, grüne Farbe haben. Einfach zu merkende Faustregel: Je glänzender die Nadeln, desto frischer ist auch der Baum.
  • Schauen Sie sich das Holz des Stammes an. Ist es hell, ist der Baum frisch geschlagen. Ist die Schnittstelle dagegen cremig braun, liegt das Schlagen schon einige Zeit zurück.
Eine helle, Schnittfläche einer Tanne
Eine helle Schnittfläche zeigt, dass die Tanne erst frisch abgesägt wurdeFoto: Getty Images

Weihnachtsbaum-Frischetest: Stampfen Sie mit dem Stiel der Tanne kräftig auf den Boden. Ist der Baum frisch, fallen wenige Nadeln ab. Auf diese Weise entledigen Sie sich auch gleich vieler Insekten aus dem Baum.

Stellen Sie den Baum mindestens einen Tag vor dem Schmücken auf. Auf diese Weise hat der Baum Zeit sich wieder natürlich zu entfalten. Tipp: Schneiden Sie das Netz dabei von unten nach oben auf.

Auch interessant: So viele Insekten holt man sich mit einem Weihnachtsbaum nach Hause

Weihnachtsbaum transportieren und lagern – So geht's richtig

Hat man den passenden Baum gefunden, gilt es, ihn sicher und schonend nach Hause zu bringen. Wichtig ist es jetzt, ihn besonders vor Wind zu schützen und entsprechend der Sicherheitsbestimmungen zu transportieren. Einfach und unkompliziert lasse sich der Baum dem Experten nach übrigens im Auto, als Beifahrer angeschnallt, transportieren.

Ein Mann verstaut zwei Weihnachtsbäume auf dem Dach eines Autos.
Der passende Weihnachtsbaum ist gefunden, jetzt gilt es ihn vorsichtig zu transportieren. Der Klassiker: Den Baum auf dem Autodach transportieren.Foto: Getty Images

Zuhause kann der Baum praktischerweise im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in einer Garage bis zum Aufstellen gelagert werden. Wichtig hierbei: Unbedingt den Baum kontinuierlich mit Wasser versorgen!

Kleine Weihnachtbaumkunde

Für ca. 90 Prozent aller Familien ist ein Weihnachtsbaum unverzichtbar. Doch die Auswahl ist gar nicht so leicht. Mit ein wenig Wissen über die gängigen Weihnachtsbaumsorten kann die Entscheidung und Auswahl jedoch deutlich einfacher werden.

Laut dem Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger e. V. ist die Nordmanntanne (ca. 75 % Marktanteil) Deutschlands beliebtester Weihnachtsbaum. Mit deutlichem Abstand folgt die Blautanne (ca. 15 % Marktanteil). Sonstige Fichten, die Nobilistanne und die Kiefer (ca. 10 % Marktanteil) landen auf Platz 3 der beliebtesten Weihnachtsbäume.

Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana)

Zweig einer Nordmanntanne
Ursprünglich im Kaukasus heimisch, wird die Nordmanntanne auch Kaukasus-Tanne genannt. Ihr Name erinnert an den finnischen Biologen Alexander von Nordmann (1803 – 1866).Foto: dpa-picture-alliance

Auf der Beliebtheitsskala und preislich ist sie mit Abstand der unschlagbare Klassiker unter den Tannenbäumen: die Nordmanntanne. Ausschließlich für den Weihnachtsbaumverkauf angebaut, wächst sie 12 bis 15 Jahre, bis sie ihren Weg in die heimischen Wohnzimmer findet. Besonders beliebt ist sie aufgrund ihres gleichmäßigen Wuchses, ihrer hohen Nadelfestigkeit und ihrer weichen, festen, glänzenden, sattgrünen Nadeln.

Der passende Weihnachtsbaum für:

  • Familien mit Kindern
  • Eine lange Stehdauer in der Wohnung
  • Schwereren Christbaumschmuck

Die Blaufichte/Blautanne (Picea pungens)

Zweig einer Blau-Fichte
Aufgrund ihrer scharf zugespitzten Nadeln wird die Blaufichte, wenig verwunderlich, auch Stech-Fichte genanntFoto: dpa-picture-alliance

Die blauen Nadeln sind wohl das augenscheinlichstes und namensgebende Merkmal dieser klassischen Weihnachtsbaumsorte, auch bekannt als Blautanne. Je nach Fichtenart und Witterungsbedingung sind diese übrigens unterschiedlich intensiv gefärbt. Charakteristisch für Blaufichten sind die starken, etagenförmig angeordneten Äste.

Der passende Weihnachtsbaum für:

  • Echte Kerzen
  • Schwereren Christbaumschmuck
  • Liebhaber des intensiven Geruches
  • Haustierbesitzer
  • Eine kürzere Stehdauer
  • Kühlere, aber auch wärmere Räume

Die Nobilistanne/Edeltanne (Abies nobilis bzw. A. procera)

Zweig einer Nobilistanne
Die Nobilistanne wird nicht nur als Weihnachtsbaum geschätzt, sondern ist auch ein beliebtes Bau- oder KonstruktionsholzFoto: dpa-picture-alliance

Ihre graugrünen Äste sind weich und duften angenehm nach Orange. Die Nobilistanne, auch als Edel- oder Silbertanne bekannt, bewegt sich im gleichen Preissegment wie die Nordmanntanne, bleibt aber noch länger frisch. Ihr Wuchs ist etwas ungleichmäßiger, der Abstand zwischen den Ästen etwas größer.

Der passende Weihnachtsbaum für:

  • Liebhaber dieser noch relativ unbekannten Weihnachtsbaumart
  • Eine lange Stehdauer in der Wohnung (bis zu 4 Wochen und länger)
  • Schweren Weihnachtsbaumschmuck

Die Kiefer (Pinus sylvestris)

Kiefernzweig mit Nadeln und Kienapfel
Die Kiefer gilt als eine der anspruchslosesten Baumarten. Da verwundert es nicht, dass selbst in Sibirien Kiefern wachsen.Foto: dpa-picture-alliance

Sie gehört zu den meist verbreiteten Baumarten in Deutschlands Wäldern. In deutschen Wohnzimmern ist diese Weihnachtsbaumart allerdings seltener anzutreffen – völlig zu Unrecht. Mit ihren langen, weichen, aber spitzen Nadeln und ihrem interessanten Wuchs ist die Kiefer eine wunderbare und vor allem heimische Alternative zu Nordmanntanne und Co.

Der passende Weihnachtsbaum für:

  • Liebhaber eines außergewöhnlichen Weihnachtsbaumes
  • Leichten, reduzierten Weihnachtsbaumschmuck
  • Vorsichtige mit Sinn für Schönheit

Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

Douglasienzweig mit Nadeln und Zapfen
Die Douglasie kann bis zu 100 m hoch und 1400 Jahre alt werden. Übrigens: Auch der höchste Baum Deutschlands ist mit 66,58 m eine Douglasie.Foto: dpa-picture-alliance

Ursprünglich an der Pazifikküste Nordamerikas heimisch, wird die Douglasie inzwischen auch für den deutschen Weihnachtsbaummarkt gezüchtet. Ihr lieblicher, orangenartiger Duft und ihre biegsamen Äste mit weichen, dünnen Nadeln sind für sie charakteristisch. Ihre Stehdauer ist mit der einer Blaufichte vergleichbar. Auch preislich liegen sie im gleichen Segment.

Der passende Weihnachtsbaum für:

  • Liebhaber des intensiven Geruches
  • Leichten Weihnachtsbaumschmuck
  • Für den Außenbereich, aber auch indoor-geeignet
  • Liebhaber eines lockeren Wuchses

Colorado-Tanne (Abies concolor)

Nadeln am Zweig einer Colorado-Tanne
Mit einer Länge von 5 bis 8 cm hat die Colorado-Tanne die längsten Nadeln aller TannenartenFoto: dpa-picture-alliance

Die Colorado-Tanne zählt zu einer der edleren Weihnachtsbaumarten. Sie gilt als besonders robust und klimaunempfindlich und ist daher sowohl für kühlere, als auch wärmere Räume geeignet. Wer sich für eine Colorado-Tanne als Weihnachtsbaum entscheidet, kann sich gut drei Wochen an ihr erfreuen. Stellen Sie sie an einen etwas wärmeren Ort, verströmt sie einen angenehmen, typischen Geruch.

Der passende Weihnachtsbaum für:

  • Liebhaber des intensiven Geruches
  • Leichten Baumschmuck 
  • Kühlere, aber auch wärmere Räume