7. August 2025, 17:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Eine Haustür nachrüsten und vor Einbruch schützen – das ist für viele Hausbesitzer ein wichtiges Anliegen. Ein einfaches Türschloss allein reicht längst nicht aus, um einen Einbruch zuverlässig zu verhindern. Denn die Sicherheit der Haustür hängt von mehreren Faktoren ab – von der Tür selbst bis hin zu zusätzlichen Sicherungselementen. Die gute Nachricht: Viele dieser Komponenten lassen sich gezielt nachrüsten. Worauf man dabei achten sollte und wann ein kompletter Austausch der Haustür sinnvoll ist, erklärt die Polizei.
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Nachrüsten oder tauschen – wann lohnt sich was?
„Im Prinzip kann jede Tür nachgerüstet werden“, erklärt Kriminaloberrätin Tina Elsner. „Wenn die Tür jedoch von der Gesamtbeschaffenheit so schlecht ist, dass die Nachrüstung teurer ist als eine neue, einbruchsichere Tür, lohnt sich die Investition nicht.“ In solchen Fällen sei es sinnvoller, die alte Tür durch ein modernes, sicheres Modell zu ersetzen.
Auf geprüfte Sicherheit achten
Beim Türaustausch kommt es vor allem auf geprüfte Standards an. „Einen guten Einbruchschutz erhalten Sie durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Türen nach DIN EN 1627“, sagt Elsner. Die Klassifizierung dieser Türen erfolgt in Widerstandsklassen, gekennzeichnet mit RC (für „Resistance Class“). Dabei steht RC 1 für die geringste, RC 6 für die höchste Widerstandsklasse.
Mindestens RC 2 sollte eine sichere Haustür laut Elsner aufweisen. „So ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion – also von Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag – keinen Schwachpunkt gibt. Es handelt sich damit um ein Türelement, „aus einem Guss“, so die Expertin.
Wer unsicher ist, ob die eigene Tür geeignet ist oder wo eine Nachrüstung sinnvoll wäre, kann sich kostenlos bei kriminalpolizeilichen Beratungsstellen beraten lassen. Diese bieten auch Hausbesuche an und überprüfen die Tür direkt vor Ort. Die nächstgelegene Stelle lässt sich online über die Beratungsstellensuche finden.
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Diese Nachrüstlösungen erhöhen die Sicherheit
Ist die bestehende Haustür stabil genug, lässt sie sich mit gezielten Maßnahmen gegen Einbruch nachrüsten. Tina Elsner, Geschäftsführerin der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, nennt konkrete Nachrüstoptionen.
- Zusatzschlösser und Sperrbügel: Diese ergänzen das vorhandene Schloss. „Durch den Sperrbügel wird das Aufstoßen der spaltbreit geöffneten Tür verhindert“, erklärt Elsner.
- Sicherheitsbeschläge: Sie erschweren das Aufbohren oder Manipulieren von Schloss und Tür erheblich.
- Sicherheitsriegel: Diese montiert man an der Türinnenseite. Sie sichern die Tür an mehreren Punkten zusätzlich.
Besonders bei Altbautüren, die oft über schwache Türblätter verfügen, sei ein Austausch gegen massive Varianten empfehlenswert. Dafür bieten sich zertifizierte Stangenriegel-Schlösser an, die vertikal schließen.
„Sie können Ihre Tür aber auch insgesamt durch ein Querriegelschloss gut sichern“, sagt die Expertin. Eine weitere Nachrüstung sei dann in der Regel nicht erforderlich.
Methoden, um die Haustür vor Einbrechern zu sichern
Woran erkenne ich, ob meine Tür einbruchsicher ist?
Professionelle Installation ist entscheidend
Eine effektive Sicherung hängt laut Elsner immer vom Zusammenspiel aller Komponenten ab: „Wichtig ist, dass die Nachrüstung für Türblatt, Türrahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche und auch Zusatzsicherungen in ihrer Wirkung sinnvoll aufeinander abgestimmt ist und fachgerecht eingebaut wird.“
Wer ein zuverlässiges Unternehmen sucht, wird auf dem Portal „k-einbruch.de“ fündig: Dort listet die Polizei empfohlene Fachbetriebe auf, die sich auf Türnachrüstungen spezialisiert haben.
Weitere sinnvolle Maßnahmen
Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wie Bewegungsmelder und Türspione bieten ergänzenden Schutz: „Diese können in der Nähe der Haustür installiert werden, um potenzielle Eindringlinge zu erkennen und Licht zu aktivieren“, erklärt Elsner.
Ein Türspion erlaubt es zudem, Besucher vor dem Öffnen zu identifizieren – und damit mögliche Überraschungen an der Haustür zu vermeiden.
Mit Material der dpa