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Woran erkenne ich, ob meine Tür einbruchsicher ist?

Tür Einbrecher
Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich eine Tür gegen Einbruch absichern Foto: Getty Images
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21. Oktober 2025, 5:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Im Herbst und Winter herrscht Hochkonjunktur unter Langfingern. Im Schutze der dunklen Jahreszeiten gehen Einbrecher besonders gerne auf Beutezug. Ein Einbruch in die eigenen vier Wände belastet Betroffene im Anschluss sehr. Um es Dieben so schwer wie möglich zu machen, hat myHOMEBOOK mit der Polizei über Möglichkeiten gesprochen, die Türen an Haus oder Wohnung einbruchsicher zu machen.

Einbrecher möchten sich nicht lange mit Türen aufhalten. Daher suchen sie gezielt nach Schwachstellen, um bewaffnet mit Brecheisen, Keil, Schraubendreher oder Zange die Tür zu knacken. Für die Widerstandsfähigkeit gegen gewaltsame Öffnung gibt es die DIN EN 1627 für Türen. Die Norm unterteilt sich wiederum in verschiedene Widerstandsklassen, abgekürzt: RC für „Resistance Class“. Sechs verschiedene Klassen gibt es, gekennzeichnet von 1 für minimalen Schutz bis 6 für bestmöglichen Schutz.

Einbruchsichere Türen „aus einem Guss“

Die RC in Verbindung mit der Zahl gibt an, wie viele Minuten ein Bauteil aushalten muss, bevor ein Einbrecher den Widerstand gebrochen hat. „Für das private Haus oder die private Wohnung bietet die Widerstandsklasse RC2 einen guten Einbruchschutz“, erklärt eine Sprecherin der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart auf Nachfrage von myHOMEBOOK. Eine solche Tür und sämtliche Bauteile halten garantiert mindestens drei Minuten stand.

„Bei Türen der Widerstandsklasse RC2 gibt es keine Schwachpunkte, da die Gesamtkonstruktion mit Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag sozusagen ‚aus einem Guss‘ besteht“, erklärt die Polizeisprecherin. Die einbruchsichere Tür sollte unbedingt von einem Fachbetrieb eingebaut und später regelmäßig auf mögliche Schwachstellen kontrolliert werden.

Tipp: Bei der Suche hilft ein von der Polizei unterstütztes Portal. Hier finden Wohnungseigentümer oder Hausbesitzer eine Liste mit von der Polizei empfohlenen Herstellern geprüfter und zertifizierter Türen.

Dazu passend: Einbrecher nutzen Klebefaden-Trick, um Wohnung auszuspähen

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Nachrüstung nicht ohne fachliche Hilfe

Manchmal reicht es auch, zusätzliche Sicherheitseinrichtungen nachzurüsten, ohne die gesamte Tür auszutauschen. „Häufig reicht ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel. Dieser verhindert zuverlässig das Aufstoßen der Tür, wenn diese einen Spalt breit geöffnet wird“, erklärt die Sprecherin der polizeilichen Kriminalprävention. Zusätzlich sinnvoll könne eine Gegensprechanlage in Kombination mit einer integrierten Videokamera sein.

Zudem warnt die Polizei, andere vorhandene Türen bezüglich Einbruchschutz nicht zu vergessen. Die größten Schwachstellen sind Balkon-, Keller- oder Terrassentüren. Die Kriminalstatistik zeigt: Die wenigsten Einbrüche passieren über die Eingangstür. Fast die Hälfte aller Einbrüche erfolgt über unzureichend gesicherte Nebentüren.

Wer seine eigenen vier Wände umfassend schützen möchte, sollte das nicht allein und auf eigene Faust tun. Sinnvoller ist es, einen Fachbetrieb oder noch besser eine polizeiliche Beratungsstelle hinzuzuziehen. Diese erkennen Schwachstellen besser als ein Laie. Auch hierfür gibt es eine von der Polizei unterstützte Suchmaschine.

Hinweis: Die Beamten geben nach der Besichtigung auch Tipps, ob es für bestimmte bauliche Maßnahmen oder Nachrüstungen, die zum Schutz vor Einbrüchen beitragen, staatlich geförderte Kredite gibt, beispielsweise über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die KfW-Bank (KfW).

Videoüberwachung allein hilft nicht

Noch ein kurzer Blick auf Überwachungskameras: Viele Hauseigentümer behelfen sich damit. „Videoüberwachung allein verhindert keinen Einbruch“, warnt die Polizeisprecherin. In Kombination mit den anderen aufgezeigten Lösungen können solche Kameras allerdings Schlimmeres verhindern. „Für viele Täter wirkt eine Videoüberwachung abschreckend. In Verbindung mit einer Alarmmeldung erhöht sie das Risiko für die Täter, entdeckt zu werden. Bei entsprechender Qualität können aufgezeichnete Bilder bei der Tätersuche helfen.“

Vor der Installation von Überwachungskameras sollten Hausbesitzer sich über datenschutzrechtliche Regelungen informieren. Für die Videoüberwachung des eigenen Heims und Grundstücks gelten bestimmte gesetzliche Vorgaben. Informationen dazu liefern die Datenschutzaufsichtsbehörden der Länder.

Einbruchschutz nicht unterschätzen

„Als regelmäßiger Zuschauer der TV-Sendung ‚Aktenzeichen XY… Ungelöst‘ kenne ich Einbrüche glücklicherweise nur aus dem Fernsehen. Beim Betrachten der nachgestellten Szenen bin ich dennoch immer wieder erschüttert, wenn Menschen Opfer eines Einbruchs geworden sind. Daher empfehle ich, das Thema Einbruchschutz nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Am besten das eigene Heim einmal gründlich durch die Sicherheitsexperten der Polizei auf mögliche Schwachstellen überprüfen lassen.“

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