Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Laub, Äste, Grünschnitt

Warum Sie Gartenabfälle niemals im Wald entsorgen sollten

Gartenabfall sollte immer in der grünen Tonne entsorgt werden
Einfach illegal in der Natur abgeladen, bereiten Gartenabfälle große ProblemeFoto: Getty Images

Das trübt den Waldspaziergang: Immer wieder sieht man vor sich hin rottende Gartenabfälle dort, wo sie nicht hingehören. Nicht nur, dass es stinkt, der Grünabfall kann Boden und Wasser massiv verschmutzen. myHOMEBOOK erklärt, wie Sie Ihren Grünschnitt richtig loswerden.

Was gehört eigentlich zum Gartenabfall?

So ziemlich alles, was im Garten wächst und gedeiht: Darunter fällt zum Beispiel altes Laub, Strauchschnitt, Rasenschnitt oder Grünschnitt. Aber auch Wurzeln, Sträucher, Pflanzen, Äste und Fallobst

Kann ich den Gartenabfall im Wald entsorgen?

Ob aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit: Hobby-Gärtner, die ihren Grün- und Rasenschnitt einfach im Wald entsorgen, droht ein saftiges Bußgeld von bis zu 2500 Euro! Denn illegal entsorgter Grünabfall und Erdaushub schädigt der Umwelt erheblich.

Warum ist Grünabfall im Wald schädlich?

Viele Kommunen kämpfen Jahr für Jahr mit illegalen Grünmüll-Deponien, zum Beispiel in Wäldern oder abgelegenen Feldwegen. Die fachgerechte Entsorgung ist aufwendig und verschlingt viel Steuergeld.

Doch um die Entsorgung kommen die Kommunen nicht umhin, Gartenabfälle gelten als Müll. Sie stören das fragile Öko-System im Wald und schädigen Böden durch ihren veränderten Nährstoffhaushalt. Viele Waldpflanzen ersticken dann regelrecht unter dem Grünabfall. Zudem können mögliche Giftstoffe ins Grundwasser gelangen.

Für Schäden durch die eingewanderten Arten müssen alleine 150 Millionen Euro pro Jahr berappt werden!

Achtung: Für Wildschweine sind Gartenabfällen wahre Leckerbissen. Einmal gewittert, suchen sie die illegalen Ablagestellen immer wieder auf. Und von dort ist es für sie dann nur ein kleiner Schweinsgalopp in den nächstgelegenen Garten!

Auch interessant: 10 pflegeleichte Pflanzen für den Garten

Welche fremden Pflanzen sind besonders gefährlich?

Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat zu dem Thema eine Broschüre herausgegeben. Darin werden folgende drei invasive Arten genannt, die häufig durch Gartenabfälle in die Natur gelangen:

1. Riesenbärenklau

Riesenbärenklau überwuchert einheimische Pflanzen
Archaisch, monströs, giftig: Blühende Stauden des RiesenbärenklausFoto: Getty Images

Riesenbärenklau ist aus dem Kaukasus zu uns eingewandert. Die Pflanze wird bis zu fünf Meter hoch und hat klauenartige, riesige Blätter. Bis zu 30.000 Samen lauern in jeder Blütendolde. Treten sie raus, haben einheimischen Pflanzen kaum eine Chance, sie werden einfach überwuchert. Achtung: Bei Hautkontakt mit dem giftigen Pflanzensaft droht ein schmerzhafter Ausschlag!

2. Japanischer Staudenknöterich

Japanischer Staudenknöterich ist gefährlich für den Hochwasserschutz
Japanischer Stauden-Knöterich – klingt schon fies. Verheerend: Er überwuchert hiesige Pflanzen und ist ein großes Problem für den Hochwasserschutz.Foto: dpa picture alliance

Eingewandert aus dem fernen Himalaya, wird diese invasive Neophyte baumhoch – bis zu 4,5 Meter. Monströs ist auch das Wurzelgeflecht, das locker strengen Bodenfrost überlebt. Die Wurzeln hebeln Uferbefestigungen aus und müssen aufwendig bekämpft werden.

3. Indisches Springkraut

Indisches Springkraut wuchert alles zu
Ganz schön bedrohlich: Indisches Springkraut macht sich in einem Garten in Nordrhein-Westfalen breitFoto: dpa picture alliance

Das Indische Springkraut ist ebenfalls ein Einwanderer aus dem Himalaya. Und der Name ist Programm: Aus den pinken Blüten schleudert die Pflanze bis zu 4000 Samen – sieben Meter weit! Dabei sind die Samen sechs Jahre lang keimfähig und breiten sich über den Wassertransport aus. Das Üble: Die Pflanze überwuchert und verdrängt alles, was ihr in den Weg kommt und bildet undurchdringliche Dickichte.

Kann ich Gartenabfall einfach verbrennen?

Bloß nicht. Denn Grünschnitt, Rasenschnitt, Äste und Laub sind meist noch feucht, es entsteht beim Verbrennen viel giftiger Rauch. Der ist schlecht für die Luft und insbesondere gesundheitsschädlich für den Menschen. Stichwort Feinstaub! In den meisten Kommunen ist es daher untersagt, Gartenabfall zu verbrennen. Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld.

Auch interessant: Wie Sie Efeu dauerhaft entfernen

Aber wohin nur mit dem Gartenabfall?

Denn nur der Entsorgungsträger vor Ort entscheidet, welches Material wiederverwertet werden kann. Viele Kommunen bieten zudem Sammelstellen für Gartenabfall an. Wollen Sie Ihren Gartenabfall entsorgen, sollten Sie darauf achten, dass kein Plastik oder anderer Müll dazwischen ist. Hobby-Gärtner finden auch hier Auskunft:

  • Ordnungsamt
  • Grünflächenamt
  • lokaler Entsorgungsträger

Kann ich den Abfall auch kompostieren?

Ja, klar. Sie sollten allerdings darauf achten, dass keine invasiven Pflanzen unter dem Abfall sind. Dann können Sie Ihrem Garten etwas richtig Gutes tun: Durch Kompost führen Sie diesem Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff oder Kalium zu. Rasenschnitt und Blätter können Sie zudem zum Mulchen verwenden. Oder Sie machen Ihren kleinen Gartenbewohnern eine Freude, indem Sie die Gartenabfälle zu einem Reisighaufen auftürmen.