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Finanzen

Lohnt es sich, ein Haushaltsbuch zu führen?

Frau mit Haushaltsbuch
Ein Haushaltsbuch ist zwar mit etwas Arbeit verbunden, der Aufwand lohnt sich aberFoto: iStock / whitebalance.oatt

Wer Geld sparen oder einfach einen besseren Überblick über seine Finanzen bekommen möchte, hat sicher schon einmal über ein Haushaltsbuch nachgedacht. Ob sich das lohnt und welche Tipps Ihnen beim Führen eines Haushaltsbuches helfen, erfahren Sie hier.

Viele Menschen unterschätzen kleine Alltagsausgaben, da Wunschdenken und Realität nicht immer deckungsgleich sind. In der Theorie reicht es vielleicht, das Auto einmal im Monat zu tanken, da wir ja sowieso viel lieber das Fahrrad nutzen wollen. Die Praxis sieht aber meist doch anders aus: Mal regnet es, mal wollen wir die Fahrt ins Büro mit einem Großeinkauf kombinieren und ein anderes Mal müssen wir den Geburtstagskuchen für die Kollegin sicher transportieren. So schmeißen wir den Motor letztendlich häufiger als gedacht an und unsere tatsächlichen Tankkosten übersteigen die geplanten Ausgaben. Auch „die paar Euro“ für einen Coffee to go können sich schnell läppern, ohne dass uns wirklich bewusst ist, wie viel Geld wir am Monatsende für Cappuccino ausgegeben haben. Hier könnte es sich womöglich lohnen, ein Haushaltsbuch zu führen.

Ein Haushaltsbuch macht Ausgaben schwarz auf weiß sichtbar

Anstatt sich auf unser Gefühl zu verlassen – was bekanntlich oft trügt – lohnt sich das Führen eines Haushaltsbuches. So können wir schwarz auf weiß sehen, wie viel Geld wir im Alltag wirklich für vermeintliche Kleinigkeiten ausgeben. Anhand dieser Zahlen können wir unsere Prioritäten gegebenenfalls neu ordnen. Wer im Kopf überschlagen hat, dass er monatlich für 60 Euro tankt und nach einem Blick ins Haushaltsbuch auf eine Summe von 180 Euro stößt, überlegt beim nächsten Schlechtwettertag vielleicht zweimal, ob es die Regenkleidung auf dem Fahrrad nicht auch tut. 50 Euro für Kaffee sind es Ihnen dagegen wert? Auch in Ordnung! Zumindest können Sie diesen Posten in Ihrer Budgetplanung dann aber mit einkalkulieren.

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Ist-Situation vs. Soll-Situation

Ob ein Haushaltsbuch für Sie Handlungsbedarf auslöst oder nicht, entscheiden Sie ganz alleine. Für den Anfang reicht manchmal schon eine Analyse der Ist-Situation. In einem weiteren Schritt kann das Haushaltsbuch aber natürlich auch zum Sparen animieren, denn oft sind wir von der Höhe unserer Ausgaben negativ überrascht. Zu sehen, wie viel Geld für nebensächliche Dinge ausgegeben wird, rüttelt viele Menschen wach.

Welche Vorteile hat ein Haushaltsbuch?

1. Übersicht über Kostenfallen

Wer sein Haushaltsbuch gewissenhaft führt, kann am Ende des Monats genau sehen, wofür er sein Geld ausgegeben hat. Dabei können wir uns dann auf knallharte Zahlen und Fakten stützen, anstatt auf grobe Schätzungen oder gar Schönfärberei. Auch eine Kategorisierung von Ausgaben ist so möglich. Miete, Stromkosten, Monatsticket, Netflix-Abo, Handyvertrag, die Mitgliedschaft im Fitness-Studio, Versicherungen und Co. lassen sich etwa unter monatlichen Fixkosten zusammenfassen. Besuche beim Friseur, der Kosmetikerin oder dem Nagelstudio gehören zu einer weiteren Kategorie. So sind mithilfe des Haushaltsbuches auch detaillierte Kostenanalysen möglich.

2. Geld sparen wird einfacher

Wem das Sparen schwerfällt, für den ist ein Haushaltsbuch ein muss. Ein Hindernis beim Erreichen von Sparzielen ist es nämlich, dass wir häufig gar nicht so genau wissen, wofür das meiste Geld draufgeht. Ein Haushaltsbuch ändert das, denn damit lässt sich schnell erkennen, an welcher Stelle gespart werden kann. Wer sieht, dass er beispielsweise 300 Euro im Monat für Restaurantbesuche ausgibt, kann hier ansetzen und Freunde zukünftig vielleicht einfach zu einem Spieleabend nach Hause einladen. Stellt man dagegen fest, dass ein Großteil des Gehalts für Kleidung draufgeht, sollte sein Konsumverhalten überdenken und gegebenenfalls ein monatliches Budget für Klamotten festlegen. Mit einem Haushaltsbuch können wir also vermeidbare Kostenpunkte genau erfassen und Sparpotenziale entdecken. So müssen wir uns am Ende des Monats nicht mehr fragen, wo das ganze Geld hin ist.

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3. Kein Streit um Ausgaben

Gerade für Paare oder Familien kann Geld zum Streitthema werden. Während eigentlich vereinbart wurde, für die Traumhochzeit zu sparen, gibt der Mann viel zu viel Geld für unnötige Tech-Gadgets aus und die Frau bringt beim Shopping die Kreditkarte zum Glühen – soweit die bekannten Klischees, die in nicht wenigen Partnerschaften zu Ärger führen. Dabei lässt es sich doch ganz einfach feststellen, ob diese subjektive Wahrnehmung am Ende wirklich der Realität entsprechen: mit einem Haushaltsbuch.

4. Besser organisiert im Alltag

Zu guter Letzt kann ein Haushaltsbuch auch allgemein bei einer besseren Organisation unterstützen. Wer mit seinem Geld gedankenlos umgeht, lebt zu hoher Wahrscheinlichkeit auch sonst einfach in den Tag hinein. Denn Laissez-faire betrifft als Einstellung oft mehrere Lebensbereiche. Hier kann es helfen, einfach mal an einer Baustelle anzusetzen und beispielsweise mit einem Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu starten.

Wird das gewissenhafte Führen eines Haushaltsbuches zur Regelmäßigkeit, kann das schlussendlich auch andere Gewohnheiten positiv beeinflussen. Wer etwa ein ungefähres Budget für Lebensmittel festlegt, wird im Umkehrschluss wahrscheinlich auch seine Mahlzeiten im Voraus planen. Die Konsequenz: Es wird häufiger zu Hause frisch gekocht als beim teuren (und ungesunden) Pizza-Bringdienst bestellt. Wer Probleme hat, seinen Alltag effizient zu strukturieren, kann von einem Haushaltsbuch also ebenfalls als allgemeinem Organisationstool profitieren.

3 Tipps zum Führen eines Haushaltsbuchs

1. Klein anfangen

Wem ein Haushaltsbuch dauerhaft zu anstrengend ist, der kann dies vielleicht zunächst auf eine bestimmte Zeit begrenzen. Manchmal reicht es nämlich schon, seine Einnahmen und Ausgaben für drei bis vier Monate zu notieren. Das kann helfen, Kostenfallen zu entlarven und aufzeigen, welche Alltagsbeträge besonders summieren.

2. Sonderausgaben umrechnen 

Versicherungen oder Rundfunkgebühren werden in der Regel nicht monatlich, sondern ein mal pro Jahr oder Quartal entrichtet. Da es sich dabei trotzdem um Fixkosten handelt, sollten diese auf den Monat runtergerechnet werden.

3. Apps nutzen

Zettel und Stift? Das geht besser. Heutzutage gibt es zahlreiche digitale Haushaltsbücher in Form von Apps, die einem die Arbeit abnehmen. So lässt sich der Coffee to go auf dem Weg zur Bahn ruckzuck ins Smartphone eintragen. Meist werten solche Apps die Daten sogar automatisch aus und erlauben so eine übersichtliche Analyse der Ausgaben. Wer es klassisch mag, kann natürlich auch alles händisch notieren – das ist ganz Ihnen überlassen.

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