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Bußgeld kann drohen

Farbe, Gestaltung, Höhe – die irren Vorschriften beim Anbringen der Hausnummer

Mann steht an Haustür neben Hausnummer
Mancherorts wäre die Hausnummer 17a rechtswidrig, da in einigen Kommunen keine kleinen Buchstaben erlaubt sindFoto: Getty Images

Das Anbringen der Hausnummer ist oft eines der letzten Schritte beim Neubau. Manchmal werden sie auch nach einigen Jahren durch neue ersetzt. Allerdings sollte man dabei auf die geltenden Vorschriften achten.

Gut lesbar soll sie sein, damit die Post oder im Notfall auch der Krankenwagen an der richtigen Adresse ankommt. Und natürlich auch schön aussehen. Das sind wohl die häufigsten Anforderungen, die viele an ihre eigene Hausnummer stellen. Allerdings ist vielen nicht bewusst, dass die Anbringung auch konkreten Vorschriften entsprechen muss, die sich aber je nach entsprechender Bauordnung unterscheiden. Um welche geht es?

Welche Vorschriften bei der Hausnummer gelten

Hausbesitzer*innen müssen eine entsprechende Hausnummer anbringen. Diese darf man sich aber nicht einfach aussuchen, sondern sie wird von der jeweiligen Gemeinde festgelegt. So regelt es das Baugesetzbuch in Paragraph 126, Absatz 3. Zudem heißt es dort: „Im Übrigen gelten die landesrechtlichen Vorschriften.“ Im Grunde bedeutet das, dass man sich nach den Vorschriften des Bauamts vor Ort richten muss. Und diese Regeln haben es teilweise in sich – darunter können fallen:

  • Ort und Höhe der Anbringung
  • Größe
  • Farbe
  • Design
  • Schriftart
  • Material

Die Bauordnungen sind bei den Hausnummern also alles andere als einheitlich – vielmehr regelt es jedes Bauamt, wie man es dort für sinnvoll erachtet. Einige Beispiele: Viele Kommunen achten darauf, dass die Hausnummer beleuchtet ist, was durchaus sinnvoll sein kann, beispielsweise bei einem Notfall. So ist es beispielsweise in Hamburg, Berlin und Brandenburg festgelegt – aber längst nicht überall.

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Andernorts ist es beispielsweise verboten, kleine Buchstaben zu verwenden, also 7A anstatt 7a. So ist es in Darmstadt geregelt, in Halle hingegen darf man ausschließlich kleine Buchstaben verwenden. Und in manchen Orten – beispielsweise Unterschleißheim – nimmt man es laut der Hausnummernsatzung von 1976 besonders genau, wie eine Sprecherin auf Anfrage von myHOMEBOOK bestätigt: weiße Schrift auf einem kobaltblauem Blechschild, 20 mal 25 Zentimeter groß und in einer Höhe von rund 2,5 Metern angebracht. „Nun ist es aber nicht so, dass die Haupttätigkeit der Verwaltung in der Abmahnung kreativer HausbesitzerInnen bestünde, die sich anderweitig mit Hausnummern ausgestattet haben“, ergänzt Annette Eichinger, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sanktionen gäbe es laut der Satzung nicht. „Wir möchten aber darauf hinweisen, dass durch die vorgeschriebene Hausnummerngestaltung das Haus in einem Ernstfall schnell gefunden werden kann.“

Was passiert, wenn die Hausnummer nicht den Regeln entspricht?

Den Gemeinden steht es frei, die Hausnummern zu kontrollieren, was in der Praxis eigentlich nicht passiert. Gehen jedoch Hinweise aus der Bevölkerung ein, werden die Behörden und Ordnungsämter tätig. Bei einem Verstoß beziehungsweise einer Ordnungswidrigkeit kann dann auch schon mal ein Bußgeld fällig werden. Mancherorts ist im Rahmen einer Sondergenehmigung auch eine individuelle Hausnummer möglich, die von den Vorschriften abweicht. Allerdings kann dadurch eine Gebühr anfallen.

Hinweis: Um Ärger mit den Behörden im Nachhinein zu vermeiden, lohnt es sich, einen Blick auf die Bestimmungen vor Ort zu werfen oder sich beim Bauamt oder der Stadtverwaltung zu erkundigen, ob die Hausnummer den jeweiligen Auflagen entspricht.

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Wie bringt man eine Hausnummer richtig an?

Zunächst sollten Hausbesitzer*innen sich informieren, welche Vorschriften gelten. Anschließend besorgt man sich ein passendes Schild. Oft werden die Nummern auch gleich mit passenden Schrauben und Dübeln geliefert. Beim Ausrichten hilft eine Wasserwaage, damit am Ende auch alles gerade hängt. Anschließend die Löcher vorbohren, Dübel eindrücken und die Schrauben eindrehen. Bei einer Wärmedämmung sollte man dabei jedoch vermeiden, dass eine Kältebrücke entsteht.