21. Januar 2026, 13:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein neues Angebot für Privathaushalte soll den Wettbewerb im Strommarkt beleben. Der Möbelkonzern Ikea führt einen eigenen Stromtarif ein – mit Preisen, die sich im 15-Minuten-Takt an den Strombörsen orientieren. Damit erhalten auch private Verbraucher Zugang zu einem Modell, das bislang vor allem industriellen Großkunden vorbehalten war.
Ab dem 21. Januar erweitert das schwedische Möbelunternehmen Ikea gemeinsam mit dem Unternehmen „Svea Solar“ sein Angebot in Deutschland um einen eigenen Stromtarif, wie BILD (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet. Mit dem neuen Produkt „Svea Strom“ setzt das Unternehmen auf ein dynamisches Preismodell.
Direkter Zugang zu Börsenstrompreisen für Privathaushalte
Bei dynamischen Stromtarifen richtet sich der Preis nach dem aktuellen Strombörsenwert, der alle 15 Minuten neu festgelegt wird. Nutzer zahlen somit keinen festen Abschlag, sondern ausschließlich den tatsächlich verbrauchten Strom zum jeweiligen Preiszeitpunkt. Voraussetzung für eine minutengenaue Abrechnung ist in der Regel ein intelligentes Messsystem („Smart Meter“) in Verbindung mit einer Smartphone-App.
Bereits seit 2025 sind Stromanbieter gesetzlich verpflichtet, solche Tarifmodelle anzubieten. Ikea bietet nach eigenen Angaben Unterstützung beim Einbau eines Smart Meters an.
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Preistransparenz und Potenzial zur Kostensenkung
Die jeweils gültigen Strompreise werden laut Ikea bereits am Vortag ab 14 Uhr bekanntgegeben und können über die App eingesehen werden. So lasse sich der Stromverbrauch gezielt in günstigere Zeitfenster verlagern. Laut Jacqueline Polak, Leiterin des Energiebereichs bei Ikea, biete das Modell nicht nur Einsparpotenzial, sondern fördere auch eine effizientere Nutzung von Energie. In Schweden sei der dynamische Tarif bereits weit verbreitet.
Mögliche Einsparungen – aber auch ein Haken
Die Grundgebühr für „Svea Strom“ beträgt 5,95 Euro pro Monat, allerdings nur als Ikea-Family-Mitglied oder Ikea-Business-Network-Mitglied, heißt es in der Pressemitteilung von Ikea. Als Nichtmitglied beläuft sich die monatliche Grundgebühr auf 6,99 Euro. Ikea nennt laut BILD als Beispiel einen Einpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 1600 Kilowattstunden. Dieser könne im Vergleich zu einem herkömmlichen Tarif bis zu 167 Euro im Jahr sparen. Bei höherem Verbrauch und gezielter Nutzung, etwa durch das Laden eines E-Autos in günstigen Zeiten, seien auch Einsparungen von über 800 Euro möglich.
Der Haken an diesem dynamischen Stromtarif ist – darauf weist auch Ikea hin: Ohne Verbrauchsverlagerung können höhere Kosten als bei klassischen Tarifen entstehen, da Strompreise an der Börse auch mal höher liegen können als ein Tarif.