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Schornsteinfegerin klärt auf

Kaminofen wird nicht heiß? Das sind die Gründe

Kaminofen
Wird der Kaminofen nicht heiß, kann das an verschiedenen Ursachen liegen Foto: Getty Images
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22. Januar 2026, 10:57 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Ein Ofen im Haus verbreitet nicht nur wohlige Wärme – den lodernden Flammen im Kamin zuzuschauen, beruhigt auch das Gemüt. Ärgerlich wird es nur, wenn der Ofen nicht die gewünschte Leistung bringt, also der Raum immer gefühlt zu kühl erscheint. myHOMEBOOK hat sich beim Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) nach den Ursachen erkundigt und erklärt, was zu tun ist, wenn der Kaminofen nicht heiß wird.

Zunächst einmal gilt es, zwei Ofenarten zu unterscheiden: Kaminofen und Speicherofen. Der Kaminofen hat in den vergangenen Jahrzehnten einen Boom erlebt. Er steht als einzelner Ofen im Raum und ist per Rohr mit dem Kamin verbunden. Seine einzige Aufgabe ist es, Wärme direkt abzugeben.

Der Speicherofen ist fest mit dem Gebäude und dem Kaminabzug verbunden. Wie der Name schon vermuten lässt, verfügt er über Speicherelemente, sogenannte Schamottsteine. Dabei handelt es sich um einen künstlich hergestellten Baustoff, der Wärme gut speichert und anschließend an den Raum abgibt.

Falsche Erwartung hinsichtlich der Temperatur

„Kaminöfen brauchen eine gleichmäßige, saubere Verbrennung, Speicheröfen hingegen kurze, heiße Abbrände mit ausreichend Energie“, erklärt Iris Dohmen, Schornsteinfegerin und Pressesprecherin beim ZIV, gegenüber myHOMEBOOK.

Deswegen hätten gerade neue Besitzer eines Ofens oftmals eine falsche Erwartungshaltung hinsichtlich der Oberflächentemperatur. „Speicheröfen werden nicht besonders heiß, da sie die Wärme sanft und gleichmäßig abgeben. Der Ofen arbeitet korrekt, wirkt dann allerdings subjektiv ‚zu kühl‘“, erläutert die ZIV-Pressesprecherin.

Grundsätzlich kommen bei einem nicht optimal verbrennenden Ofen viele Faktoren zusammen, weiß Iris Dohmen: falscher Brennstoff oder Ofentyp, fehlerhafte Luftzufuhr oder nicht die richtige Bedienung.

Passend dazu: 9 Fehler beim Heizen mit Holz und wie man sie vermeidet

Raum zu groß, Ofen zu klein

Wenn ein Kaminofen nicht die gewünschte Wärme abgibt, kann das ganz profane Gründe haben. „Möglicherweise ist der Ofen zu klein für den zu beheizenden Raum“, nennt die ZIV-Pressesprecherin einen häufigen Grund für als kühl empfundene Temperaturen. Das kann an zu hohen Decken liegen, sodass die Wärme nutzlos verpufft.

Als Faustregel für einen Kaminofen gilt: Pro Quadratmeter zu beheizende Fläche braucht es etwa 0,1 Kilowatt Leistung des Ofens. Um das an einem Beispiel zu verdeutlichen: Für einen etwa 40 Quadratmeter großen Raum sollte der Ofen eine Leistung von etwa vier Kilowatt aufweisen.

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Feuchtes oder falsches Holz

Falscher oder ungeeigneter Brennstoff gilt bei Kamin- und Speicheröfen als Ursache für eine zu geringe Wärmeentwicklung. Bei den Hölzern wird zwischen Weich- und Harthölzern unterschieden. Weiches Holz wie Birke, Fichte oder Kiefer verbrennt schnell und eignet sich daher zum Anzünden. Hartes Holz wie Buche, Eiche oder Esche verbrennt langsam und ist daher als wärmespendendes Brennholz am besten geeignet.

„Wenn das Holz zu feucht ist, also mehr als 20 Prozent Restfeuchte aufweist, oder die Scheite zu klein sind, entsteht keine ordentliche Verbrennung“, betont Schornsteinfegerin Iris Dohmen. „Ein zusätzlich verschmutzter Brennraum verschlechtert die Ofenleistung darüber hinaus.“ Denn dadurch stauen sich Hitze und Rauch und verhindern einen ordentlichen Abzug durch den Schornstein. In der Folge erreicht der Kaminofen keine ausreichende Hitze und gibt weniger Wärme an den Raum ab. Beim Speicherofen heizen die Schamottsteine nicht ausreichend auf, wodurch die Raumtemperatur zu niedrig bleibt.

Mangelhafte Luftzufuhr

Vielfach kommt eine fehlerhafte Bedienung hinzu. Gerade neue Ofenbesitzer tun sich mit der optimalen Luftzufuhr schwer. „Beim Anzünden braucht es selbstverständlich eine größere Menge an Sauerstoff von außen. Wenn das Feuer ordentlich brennt, sollte die Luftzufuhr von außen reduziert werden, um ein zu schnelles Abbrennen zu verhindern“, erläutert die ZIV-Pressesprecherin. Zugegebenermaßen braucht es hier ein gewisses Fingerspitzengefühl, um die für den jeweiligen Raum passende Luftzufuhr am Kaminofen einzustellen.

„Beim Speicherofen kann das Verhältnis zwischen Speichermasse und verbranntem Holz unstimmig sein“, weist Iris Dohmen auf eine weitere Ursache für eine zu geringe Ofenwärme hin. „Wenn der Ofen über eine große Menge an Schamottsteinen verfügt, braucht es auch eine große Menge an Energie, damit sich diese ordentlich aufwärmen.“ Es ist zwar schon reichlich Holz verbrannt worden, doch noch nicht ausreichend, um die Schamottsteine ordentlich aufzuheizen.

Es spielen also eine Menge Faktoren eine Rolle, warum der eigene Kamin- oder Speicherofen nicht richtig heiß wird. Zuallerletzt kann auch die Wetterlage den gemütlichen Kaminabend vermiesen. „Bei Nebel oder Hochdrucklagen entsteht kein richtiger Zug im Kaminschacht.“ Dann nutzt auch das beste Brennholz oder ein optimal eingestellter Luftzug am Ofen wenig, unterstreicht Iris Dohmen.

So läuft der Kaminofen optimal

„Ein Ofen erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit als ein Heizkörper. Beim Feuer machen können viele Faktoren einfach schieflaufen. Doch wer sich für diese Heizmethode entschieden, weiß das. Im Zweifel lohnt es, den Schornsteinfeger vor Ort um Rat zu fragen. Die Fachleute nehmen sich gerne auch Zeit, um beispielsweise die Luftzufuhr am Kaminofen optimal einzustellen.“

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