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Sie läuft auch im Sommer

Was kann eine Lüftungsheizung?

Eine Lüftungsheizung in die Wand eingelassen
Eine Lüftungsheizung kümmert sich um den Luftaustausch im Gebäude - man muss dafür also nicht die Fenster händisch öffnenFoto: Getty Images

Diese Anlage ist auch was für Tage, an denen gar keine Wärme im Haus gebraucht wird: die Frischluft- oder Lüftungsheizung. Wie ihr Name schon sagt, belüftet sie auch. Wo eignet sie sich?

Manche Heizung ist sogar im Sommer eine gute Sache. Denn sie kann auch für frische Luft in den Räumen sorgen. Man spricht hierbei von Frischluft-, Warmluft- oder Lüftungsheizungen.

Wie funktioniert die Lüftungsheizung?

Das Herz dieses Heizungssystems ist eine Lüftungsanlage, die vor allem für den gesamten Luftaustausch im Gebäude sorgt. Man kann, muss damit aber nicht mehr händisch die Fenster öffnen, um die Innenluft auszutauschen.

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Das Besondere: Diese Lüftungsanlage kann auch die Beheizung im Winter übernehmen und bläst dann eben warme Luft in die Zimmer. Die dafür nötige Wärme produziert eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die auch die Energie für die weitere Warmwassererzeugung der Außenluft entzieht.

Wo liegen die Vorteile?

Mit der Heizung komme „ein technisch kontrolliertes Lüftungssystem ins Haus“, sagt Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentralen. „Die Luftheizung stellt sicher, dass das Gebäude immer ausreichend belüftet wird, was bei gut gedämmten und fast luftdichten modernen Gebäuden besonders wichtig ist, um Schimmel und andere Schäden zu vermeiden.“

Für Claus Händel vom Fachverband Gebäude-Klima ist die Doppelfunktion erwähnenswert. „Das spart Investitionen, zum Beispiel in eine Fußbodenheizung.“ Die Frischluftheizung sei auch „eine sehr energieeffiziente Technik, wenn sie in das passende Haus installiert wird.“

Was ist denn das passende Haus für diese Heizungsart?

Lüftungsheizungen funktionieren nur in Gebäuden mit sehr hohem Wärmedämmstandard. „Dann reicht der Luftvolumenstrom fast vollständig aus, um die Räume zu beheizen“, sagt Claus Händel. Mindestens 90 Prozent des Wärmebedarfs sollten durch den Luftstrom gedeckt sein. Dann sei es energetisch vertretbar, den Rest bedarfsgerecht mit einer elektrischen Zusatzheizung direkt zu erzeugen.

Solche Werte erzielt man nur in Gebäuden, deren Energiebedarf deutlich unter den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) liegt, mindestens beim KfW-Standard 55, besser aber KfW 40. Fertighäuser können dazu gehören, aber nicht jedes Modell ist dann auch für diese Heizart geeignet, erklärt Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren (VPB).

Denn eine Durchwärmung der Bauteile, die dann als Speichermasse wirken können, ist durch erwärmte Raumluft kaum möglich. Wenn die Heizung abgeschaltet wird, sind die Wohnräume innerhalb kürzester Zeit ausgekühlt. „Das heißt, Lüftungsheizungen funktionieren nur in Häusern in Holztafelbauweise, deren Gebäudehülle im Wesentlichen aus Wärmedämmung besteht“, sagt Ellinger. „Für Massivbauten mit ihren wärmespeichernden Decken und Wänden sind sie eher ungeeignet, sobald diese eine höhere Heizlast haben.“

Nachteile der Lüftungsheizung

Eine Lüftungsheizung kann an kalten Tagen eine zusätzliche Heizung benötigen, um eine angenehme Wärme im Haus zu erzeugen. „In vielen Fällen wird die zusätzliche Heizung elektrisch betrieben. Dann ist darauf zu achten, dass der Strombedarf der Zusatzheizung nicht zu hoch ausfällt“, sagt Brandis.

Den Räumen wird im Winter trockene, erwärmte Außenluft zugeführt, was deren relative Luftfeuchte verringert. Das könne zu Erkrankungen der Atemwege bei den Bewohnern führen, sagt Ellinger. Die Lösung könne ein Luftbefeuchter sein, aber die Geräte verbrauchen reichlich Strom.