26. Februar 2026, 17:23 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Tomatensoße, Rotwein oder Make-up – viele Vollwaschmittel entfernen Flecken zuverlässig. Doch wie steht es um die Inhaltsstoffe? Eine aktuelle Untersuchung von „Ökotest“ zeigt: Gute Waschleistung und problematische Rezepturen gehen oft Hand in Hand. Nur ein einziges Produkt erreicht am Ende die Bestnote „sehr gut“.
In der Ausgabe 3/2026 hat die Zeitschrift „Ökotest“ insgesamt 28 Vollwaschmittelpulver geprüft, darunter acht Produkte mit ausgewiesenem Öko-Anspruch. Neben der Reinigungsleistung standen die Inhaltsstoffe im Fokus. „Im Jahr werden in Deutschland 540.000 Tonnen Waschmittel verbraucht. Grund genug, bei den Inhaltsstoffen genau hinzuschauen“, erklärt Timm Knautz, Ökotoxikologe bei „Ökotest“, in der Pressemitteilung.
28 Vollwaschmittel im Vergleich bei „Ökotest“
In der Praxis mussten sich die Pulver unter anderem bei Tomatensoße, Rotwein, Matsch und Make-up beweisen. 17 Waschmittel erzielten im Teilergebnis Waschleistung ein „sehr gut“, zehn weitere ein „gut“.
Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen konventionellen und ökologisch beworbenen Produkten. Den Testern zufolge boten die konventionellen Mittel allen Testflecken problemlos die Stirn, während den Marken mit Öko-Anspruch vor allem das Make-up zu schaffen machte. Insgesamt fallen die Unterschiede bei der Reinigungsleistung jedoch nicht gravierend aus: Die meisten konventionellen Produkte schneiden mit „sehr gut“ ab, fast alle Waschmittel mit Öko-Anspruch erreichen hier ein „gut“.
Problematische Stoffe in vielen Rezepturen
Entscheidend für das Gesamturteil sind aber vor allem die Inhaltsstoffe. Laut „Ökotest“ sorgen in konventionellen Waschmitteln häufig besonders wirksame, jedoch kritisch bewertete Substanzen für die guten Waschergebnisse – auf diese verzichten die Produkte mit Öko-Anspruch.
Phosphonate sind in allen konventionellen Testprodukten enthalten. Sie werden vor allem als Wasserenthärter eingesetzt und gelten als biologisch schwer abbaubar. Zudem kritisieren die Verbraucherschützer bestimmte Tenside: Zwei Drittel der getesteten Rezepturen enthalten Verbindungen, die unter anaeroben – also sauerstofffreien – Bedingungen kaum abbaubar sind. Das kann dazu führen, dass sich diese Stoffe im Klärschlamm anreichern und über dessen weiterhin erlaubte Ausbringung als Düngemittel auf Feldern in Böden und Gewässersedimente gelangen, wo sie sich nur sehr langsam zersetzen.
Auch optische Aufheller stehen in der Kritik. Diese Stoffe, die weißer Wäsche einen strahlenderen Eindruck verleihen sollen, sind biologisch schwer abbaubar und haben keinen Einfluss auf die eigentliche Reinigungsleistung. Sie finden sich in allen konventionellen Vollwaschmitteln sowie in zwei Produkten mit Öko-Auslobung.
Übrigens: Auch die „Stiftung Warentest“ hat vor einiger Zeit Vollwaschmittel getestet – hier sind die Ergebnisse.
Konventionelle Produkte maximal „befriedigend“
Wegen der kritischen Inhaltsstoffe ist laut „Ökotest“ keines der konventionellen Waschmittel im Test besser als „befriedigend“. Sechs konventionelle Produkte – darunter vor allem große, bekannte Marken – bilden mit der Note „ausreichend“ das Schlusslicht. Insgesamt erhalten sechs Vollwaschmittel das Gesamturteil „gut“, 15 werden mit „befriedigend“ bewertet.
Das beste Vollwaschmittel laut „Stiftung Warentest“ gibt’s beim Discounter
Nur ein festes Spülmittel überzeugt bei „Ökotest“
Das ist der Testsieger
Sechs von acht Waschmitteln mit Öko-Anspruch zeigen laut Untersuchung, dass überzeugende Reinigung auch ohne bedenkliche Inhaltsstoffe möglich ist. Das Vollwaschmittel von Everdrop – ausgezeichnet mit dem Öko-Label der EU – ist das einzige Produkt im Test, das im Gesamturteil mit „sehr gut“ abschneidet.
Wofür man Vollwaschmittel verwendet
„Vollwaschmittel in fester Form enthalten Bleichmittel auf Sauerstoffbasis“, erklärt Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) auf Anfrage von myHOMEBOOK. „Sie sind für alle weißen und farbechten Textilien aus Baumwolle, Leinen und Mischgewebe bei allen Waschtemperaturen geeignet.“ Für Wolle und Seide ist Vollwaschmittel laut Glassl nicht geeignet. Da die Sauerstoffbleiche nebenbei auch gegen Bakterien im Inneren der Waschmaschine und damit gegen unangenehme Gerüche wirkt, empfiehlt der Experte, einen Waschgang pro Monat mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel laufen zu lassen.
Mit Material der dpa