Zum Inhalt springen
logo Das Do-it-yourself-Portal für Haus und Garten
Immobilien News Alle Themen
Aktuelle Befragung

Lohnt sich private Vermietung noch? So viele machen damit Verlust

Privater Vermieter
Private Vermieter stellen einen Großteil des Wohnraums in Deutschland. Allerdings lohnt sich die Vermietung nicht für alle. Foto: Getty Images
Artikel teilen
Felix Mildner
Redaktionsleiter

24. Juli 2025, 15:11 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die private Vermietung galt lange als verlässliche Einkommensquelle und Teil der Altersvorsorge. Doch aktuelle Daten zeigen: Für viele Vermieter rechnet sich das kaum noch. Eine neue Befragung bringt alarmierende Zahlen ans Licht – und einen klaren Appell an die Politik.

Private Vermieter stellen zwei Drittel der Mietwohnungen

Laut der bundesweiten Haus & Grund-Vermieterbefragung 2025 stellen private Eigentümer rund zwei Drittel aller Mietwohnungen in Deutschland. Die Mehrheit von ihnen vermietet lediglich ein bis fünf Wohneinheiten – oft im Alleingang und ohne professionelle Strukturen.

Die Umfrage macht deutlich: Die Vermietung erfolgt in der Regel nicht gewinnorientiert, sondern dient der Altersvorsorge oder dem Werterhalt der Immobilie. Zwei Drittel der Befragten erzielen weniger als 30.000 Euro jährliche Mieteinnahmen – vor Abzug von Steuern und laufenden Kosten. Bei mehr als jedem Achten übersteigen die Ausgaben sogar die Einnahmen.

Dazu passend: Darum leben in Deutschland so viele Menschen zur Miete

Wachsende finanzielle Belastung

Die Zahlen von Haus & Grund belegen, wie knapp die Kalkulation oft ist: 31,8 Prozent der privaten Vermieter geben an, dass die Einnahmen lediglich die laufenden Ausgaben decken. Bei 13 Prozent liegt das Ergebnis sogar im negativen Bereich. Nur knapp die Hälfte erwirtschaftet tatsächlich einen Überschuss.

Diese Situation führt dazu, dass viele Vermieter bewusst auf mögliche Einnahmen verzichten. Über 60 Prozent erhöhen die Miete entweder über Jahre gar nicht oder nur alle drei bis fünf Jahre moderat.

Folgen Sie jetzt myHOMEBOOK bei WhatsApp

Investitionen trotz Hindernissen

Etwa 40 Prozent der Befragten planen energetische Sanierungen – überwiegend aus eigenen Mitteln. Doch zahlreiche Hindernisse erschweren dies: 64,7 Prozent sehen mangelnde Rentabilität, 35 Prozent beklagen komplizierte mietrechtliche Vorgaben und 30,2 Prozent kritisieren bürokratische Hürden.

Auch die kommunale Wärmeplanung spielt bisher kaum eine Rolle: Nur 8,2 Prozent wissen von entsprechenden Vorhaben in ihrer Kommune, und bei knapp zwei Dritteln hatte dies bislang keinerlei Einfluss auf Investitionsentscheidungen.

Mehr zum Thema

Appell an die Bundesregierung

Haus & Grund fordert deshalb politische Konsequenzen. „Private Kleinvermieter agieren nicht wie Konzerne – sie verdienen endlich auch rechtlich eine Sonderstellung“, fordert Dr. Kai Warnecke, Präsident von Haus & Grund Deutschland. „Vermietende Privatpersonen handeln verantwortungsvoll, investieren aus eigener Tasche und sichern damit bezahlbaren Wohnraum in Deutschland.“

Laut Warnecke sollten „die fundamentalen Unterschiede zwischen den Vermietergruppen“ endlich anerkannt werden. Private Vermieter dürften nicht denselben Regularien unterworfen werden wie große Wohnungskonzerne. Andernfalls drohten Rückzug und Investitionsstau im ohnehin angespannten Mietwohnungsmarkt.

Zur Befragung

Die Haus & Grund-Vermieterbefragung 2025 wurde im Zeitraum vom 16. Dezember 2024 bis 17. März 2025 als Online-Erhebung durchgeführt. Über 9000 Mitglieder beteiligten sich. Erhoben wurden sowohl personenbezogene als auch gebäudespezifische Merkmale.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.