7. Februar 2026, 15:11 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Marke Rowenta kennen alle, die in den 70er- und 80er-Jahren Werbefernsehen geschaut haben. Der Kauf eines Geräts mit dem markanten Logo sollte genügen, damit Staubsaugen, Kaffeekochen oder Bügeln leicht von der Hand geht. Was es mit der Marke auf sich hat, erklärt myHOMEBOOK-Autor Stephan Lamprecht.
Die Marke Rowenta wird geboren
Die Geschichte beginnt 1884 in Offenbach am Main, wo der damals erst 24-jährige Robert Weintraud gemeinsam mit seinen beiden Kompagnons die Firma „Weintraud & Comp.“ gründete. Ursprünglich stellte die kleine Manufaktur Gürtelschnallen und Beschläge für die ortsansässige Lederindustrie her.
1909 benannte Weintraud seine Firma in „Weintraud & Co. GmbH“ um und meldete einen Markennamen an. „Rowenta“ ist das Akronym aus seinem eigenen Namen: RObert WEiNTrAud.
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Wie Rowenta den Haushalt revolutionierte
Weintraud erkannte als einer der ersten Unternehmer das Potenzial, das sich aus der zunehmenden Verbreitung der Elektrizität ergab. 1913 beantragte Rowenta Markenschutz für elektrische Koch- und Heizgeräte. Zwei Jahre später brachte die Firma den ersten elektrischen Toaster mit der Modellbezeichnung „E 5003“ auf den Markt.
1919 folgte mit einem elektrischen Bügeleisen eine der wichtigsten Sparten für Rowenta, die stetig ausgebaut wurde. 1949 stellte Rowenta das erste Bügeleisen mit Temperaturregler und Thermostat vor – zu dieser Zeit eine Revolution in der Wäschepflege. Das Bügeln wurde sprichwörtlich leichter, da Rowenta die Bügelsohlen nicht aus Eisen, sondern aus Aluminium und Edelstahl fertigte. 1957 brachte das Unternehmen mit einem Dampfbügelautomaten eine weitere Weltneuheit heraus.
Expansion und Internationalisierung
Rowenta hatte Erfolg und wuchs. 1959 eröffnete ein Zweigwerk in Erbach im Odenwald, das über Jahrzehnte hinweg zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte wurde. Das Produktportfolio erweiterte sich: Neben den Bügeleisen kamen Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Toaster und ab 1948 auch Feuerzeuge hinzu.
1963 übernahm das US-Unternehmen „Sunbeam Corporation“ die bis dahin im Familienbesitz befindliche Firma. Das war zugleich der Startschuss für die weltweite Expansion. In den folgenden Jahren entstanden Niederlassungen in Frankreich, Österreich, Italien, den Niederlanden, Großbritannien, Belgien, Spanien und den USA.
Auch in den 1970er Jahren entwickelte Rowenta Produktinnovationen. Die Firma stieg in den Staubsaugermarkt ein und präsentierte 1972 die legendäre Filterkaffeemaschine „Filtermatic“. Mit dem „Bully“ folgte 1976 der erste Nass- und Trockensauger.
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Die Eigentümer wechseln sich ab
Die folgenden Jahre waren von mehreren Eigentümerwechseln geprägt. 1982 übernahm Allegheny International aus Pittsburgh die Sunbeam Corporation mitsamt Rowenta. Bereits 1986 folgte der nächste Wechsel zur Chicago Pacific Corporation.
1988 erwarb die französische Groupe SEB Rowenta und integrierte die Marke. SEB ist auch heute noch Eigentümer der Marke. Zum Portfolio der Gruppe SEB gehören neben Rowenta weitere bekannte Marken wie Tefal, Calor, Moulinex, Krups, WMF und Emsa.
Rowenta heute
Das aktuelle Produktportfolio ist breit gefächert und umfasst verschiedene Kategorien. Im Bereich Wäschepflege bietet Rowenta Dampfbügeleisen, Dampfgeneratoren, Dampfbürsten, Reisebügeleisen und Bügeltische an. Die Bodenpflege umfasst verschiedene Staubsauger: Bodenstaubsauger, Akkustaubsauger, Nass-Trockensauger und Saugroboter. Hinzu kommen Klimageräte wie Heizlüfter, Ventilatoren und Luftreiniger.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Körperpflege und Styling. Hier reicht das Sortiment von Haartrocknern und Haarstylinggeräten über Haarglätter und Lockenstäbe bis zu Warmluftbürsten, Haar- und Bartschneidern.
Die Produktion hat sich im Laufe der Jahrzehnte erheblich verändert. Der ursprüngliche Stammsitz in Offenbach wurde bereits 1997 geschlossen. Das Werk in Erbach im Odenwald, das einmal zu den modernsten Bügeleisenwerken Europas zählte, musste 2022 schließen. Heute erfolgt die Hauptproduktion von Rowenta-Geräten in China, während einige Premium-Produkte weiterhin in französischen Werken der Groupe SEB gefertigt werden.