23. Februar 2026, 11:08 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Saugroboter wuseln seit einigen Jahren als Zweitgerät neben dem normalen Staubsauger über Böden und Teppiche. Sie versprechen weniger Arbeit im Alltag – doch ganz ohne zusätzliche Kosten kommen die kleinen Helfer nicht aus. Neben Anschaffungspreis und Stromverbrauch können auch weniger offensichtliche Faktoren die Rechnung beeinflussen.
Damit ein Saugroboter seine Arbeit zuverlässig erledigt, müssen in der Regel alle Türen offenstehen. Nur so erreicht er jedes Zimmer. Gerade in der kalten Jahreszeit kann das Auswirkungen haben, denn offene Türen verändern das Heizverhalten einer Wohnung.
Wenn offene Türen die Heizrechnung indirekt beeinflussen
„Eine wirklich sehr originelle Anfrage“, antwortet eine Sprecherin der Verbraucherzentrale NRW amüsiert auf die myHOMEBOOK-Nachfrage. „Wir haben allerdings keine verlässlichen Daten, wie sich offene Türen auf den Heizbedarf auswirken. Vermutlich hat es geringfügige Auswirkungen. Konkrete Angaben zur Höhe gestalten sich schwierig.“
Tatsächlich lässt sich der indirekte Energiebedarf von Saugrobotern nur schwer beziffern. Dafür spielen zu viele externe Faktoren eine Rolle bei der Berechnung.
- Wie groß ist die Wohnung?
- Welche Deckenhöhe haben die Räume?
- Wie viele Fenster gibt es und wann sind diese zuletzt modernisiert worden?
- Was für Heizkörper sorgen für Wärme?
- Welche Außentemperaturen herrschen?
- Wie oft und wie lange saust der Saugroboter durch die gesamte Wohnung?
Einen allgemeinen Richtwert gibt es dennoch: Geschlossene Türen können helfen, Heizenergie zu sparen. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie lässt sich die Heizkostenrechnung dadurch über das Jahr hinweg um bis zu fünf Prozent senken. Bleiben Türen regelmäßig offen, kann sich dieser Spareffekt entsprechend verringern.
Hinzu kommt: Wird ein kühler Raum dauerhaft durch wärmere Luft aus anderen Zimmern „mitgeheizt“, kann sich dort die Luftfeuchtigkeit erhöhen. An kalten Außenwänden steigt dadurch unter Umständen das Risiko von Schimmelbildung. Eine Ausnahme gilt, wenn alle Räume auf einem ähnlich hohen Temperaturniveau gehalten werden – dann ist der Effekt deutlich geringer.
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Versteckte Kosten bei Saugrobotern
Neben möglichen indirekten Heizkosten verursacht ein Saugroboter natürlich auch laufende Stromkosten. Für den reinen Betrieb fallen laut Berechnungen etwa zwei Euro pro Jahr an – ein ähnlicher Wert wie bei modernen herkömmlichen Staubsaugern.
Allerdings kommt beim Roboter noch die Ladestation hinzu. Sie befindet sich rund um die Uhr im Standby-Modus. Je nach Stromtarif können dadurch zusätzliche Kosten von etwa 10 bis 25 Euro pro Jahr entstehen.
Ein weiterer Kostenfaktor wird häufig übersehen: Viele Haushalte schaffen sich einen Saugroboter zusätzlich zu einem bestehenden Staubsauger an. Damit entstehen doppelte Anschaffungskosten. Klassische Staubsauger sind in der Regel günstiger in der Anschaffung.
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Komfort hat seinen Preis
Rechnet man Stromverbrauch, Standby-Kosten und mögliche indirekte Effekte wie leicht erhöhte Heizkosten zusammen, entstehen zwar keine dramatischen Summen – ganz kostenneutral ist der Komfortgewinn jedoch nicht.
Für viele Käufer dürfte das dennoch zweitrangig sein. Denn der größte Vorteil eines Saugroboters liegt im geringeren Zeit- und Arbeitsaufwand. Die gewonnene Bequemlichkeit ist für viele offenbar mehr wert als die zusätzlichen laufenden Kosten.
Mein Fazit
„Die Nachfrage zu den indirekten Kosten von Saugrobotern ist sicherlich ungewöhnlich, allerdings auch nicht ganz unberechtigt. Schließlich kühlen Räume schneller aus, wenn Türen ständig offenstehen. Um das zu vermeiden, braucht es mehr Heizenergie. Allerdings stehen bei der Anschaffung eines Saugroboters die höheren Energiekosten und der geringere Arbeitsaufwand gegenüber. Zwischen diesen beiden Aspekten sollte jeder für sich selbst eine passende Entscheidung treffen.“