20. September 2026, 9:57 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wenn es um Einbruchschutz geht, denken viele zuerst an stabile Türen, einbruchsichere Fenster oder moderne Schließsysteme. Immer wieder wird jedoch auch über Täter berichtet, die Türschlösser mithilfe von Säure manipulieren sollen. Doch welche Schutzmaßnahmen können Haus- und Wohnungsbesitzer gegen solche Angriffe ergreifen? Und halten spezielle Sicherheitsprodukte tatsächlich, was sie versprechen? myHOMEBOOK hat bei der Polizei in Berlin nachgefragt.
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Was die Säure-Methode für Hausbesitzer so problematisch macht
Bei der sogenannten Säure-Methode versuchen Täter, den Schließzylinder einer Tür mithilfe einer aggressiven Säure zu beschädigen. Das Schloss soll dadurch unbrauchbar werden und sich leichter öffnen lassen. Die Berliner Polizei beobachtet diese Vorgehensweise zwar bereits seit mehreren Jahren, im Vergleich zu anderen Einbruchsmethoden spielt sie jedoch nur eine untergeordnete Rolle.
Kommt Säure tatsächlich zum Einsatz, bleibt es aber oft nicht bei einem zerstörten Schloss. „Allerdings ist das Schadensbild teilweise ungleich höher, da auch die Peripherie um das Schloss bzw. die Tür herum durch die Säure angegriffen wird“, sagt Polizeisprecherin Jane Berndt. Die Folgen können umfangreiche Reparaturen nach sich ziehen. „Eine Instandsetzung der Schäden geht dann in der Regel auch mit dem Austausch des Bodenbelages und teilweise auch des Trockenbaus einher, soweit diese Elemente durch die Säure betroffen sind.“
Nicht jedes Sicherheitsprodukt überzeugt
Wer nach Schutzmöglichkeiten sucht, stößt schnell auf säurebeständige Schließzylinder. Doch nach Angaben der Berliner Polizei gibt es bislang keine überzeugenden Nachweise für deren Wirksamkeit.
„Nach Kenntnisstand der Einbruchsschutzberatung, die in der Präventionsabteilung beim Landeskriminalamt ansässig ist, konnte bislang jedoch keines dieser Produkte in entsprechenden Tests überzeugen“, erklärt Berndt.
Die Bezeichnung allein sei daher kein Garant für mehr Sicherheit.
Diese Maßnahme empfiehlt die Polizei
Als sinnvoll erachtet die Polizei dagegen sogenannte Visierbeschläge. Dabei handelt es sich um Schutzbeschläge, die den Profilzylinder verdecken. „Ein Visierbeschlag schützt den Profilzylinder, sodass Säure nicht in den Schließkanal eingeführt werden kann“, sagt die Sprecherin.
Dadurch verhindert man, dass eine Flüssigkeit ohne Weiteres direkt in das Schloss gelangt. Wer seine Tür gegen unterschiedliche Einbruchsmethoden absichern möchte, kann bei einer Modernisierung prüfen, ob ein solcher Beschlag nachrüstbar ist.
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Einbruchschutz sollte ganzheitlich betrachtet werden
Trotz der Diskussion um Säureangriffe rät die Polizei dazu, sich nicht auf eine einzelne Methode zu konzentrieren. „Fast alle Einbrüche werden mit einem Hebelwerkzeug begangen“, erklärt Berndt.
Aus Sicht der Experten ist deshalb ein umfassender Schutz der Wohnung oder des Hauses wichtiger als die Absicherung gegen eine spezielle Vorgehensweise. Dazu gehören etwa stabile Türen und Fenster sowie fachgerecht installierte Sicherungstechnik.
Was bei Verdacht auf einen Säureangriff zu tun ist
Von den verwendeten Chemikalien können erhebliche Gesundheitsgefahren ausgehen. Nach Angaben der Berliner Polizei handelt es sich in entsprechenden Fällen insbesondere um Salpetersäure. „Diese ist stark ätzend und bereits das Einatmen der Dämpfe kann schwere gesundheitliche Folgen haben“, erklärt Berndt.
Wer den Verdacht hat, dass sein Türschloss mit Säure manipuliert wurde, sollte deshalb nicht versuchen, das Schloss selbst zu untersuchen oder Rückstände zu entfernen. Stattdessen empfiehlt die Polizei: „Unverzüglich die Polizei alarmieren, den unmittelbaren Gefahrenbereich verlassen sowie nach Möglichkeit auf das Eintreffen von Polizei und Feuerwehr warten“. Außerdem gelte: „Hautkontakt ist unbedingt zu vermeiden“, heißt es.