7. Januar 2026, 13:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Solaranlagen brauchen Sonne, um Strom zu erzeugen – so viel ist klar. In den Wintermonaten scheint die Sonne jedoch deutlich kürzer und schwächer, zudem liegt vielerorts Schnee. Da stellt sich die Frage, ob eine Solaranlage unter diesen Bedingungen überhaupt noch ausreichend Strom produzieren kann, insbesondere wenn die Solarpaneele von einer dicken Schneeschicht bedeckt sind. Ob sich eine Photovoltaikanlage auch in der kalten und dunklen Jahreszeit lohnt, lesen Sie hier.
Übersicht
- Wie unterscheidet sich die Sonneneinstrahlung im Sommer und im Winter?
- Reicht die Sonneneinstrahlung für Solaranlagen auch im Winter aus?
- Wie sieht es bei Solarthermie aus?
- Liefern Solaranlagen unter einer Schneeschicht weniger Strom?
- Sollte man den Schnee auf der Solaranlage entfernen?
- Stromspeicher in Verbindung mit Solaranlage installieren
Wie unterscheidet sich die Sonneneinstrahlung im Sommer und im Winter?
Klar, im Winter scheint die Sonne deutlich schwächer als im Sommer. Um das mit Messwerten zu belegen, muss man die Globalstrahlungswerte betrachten, die in Kilowattstunden pro Quadratmetern (kWh/m²) gemessen werden. Je höher der Wert, desto mehr Sonneneinstrahlung. Beginnt der Sommer, steigt dieser Wert in der Regel sprunghaft an.
Laut der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online steht im Sommerhalbjahr, also von April bis September, rund 75 Prozent der Jahressumme an Sonnenenergie zur Verfügung. Im Winterhalbjahr, gerechnet von Oktober bis März, sind es hingegen 25 Prozent. Von Dezember bis Februar gehen die Experten von einer Ausbeute von lediglich sechs Prozent aus.
Reicht die Sonneneinstrahlung für Solaranlagen auch im Winter aus?
Da die Globalstrahlung in den Herbst- und Wintermonaten deutlich unter den Jahresdurchschnitt fällt, liegt die Vermutung nahe, dass der erzeugte Strom aus der Solaranlage nicht ausreichen könnte. „Photovoltaikanlagen arbeiten bei niedrigen Temperaturen sogar effizienter, als bei großer Hitze – entscheidend ist ausreichend Licht“, erklärt ein Sprecher vom Bundesverband Solarwirtschaft e. V. myHOMEBOOK-Anfrage. „Auch an bewölkten Tagen erzeugen moderne Anlagen Strom, da sie diffuse Strahlung nutzen können, selbst wenn der Winterertrag insgesamt deutlich geringer ausfällt als im Sommer.“
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Wie sieht es bei Solarthermie aus?
Wenn man mit einer Solaranlage nicht nur Strom, sondern auch Warmwasser erzeugen möchte, ist dies laut dem Solarverband auch im Winter möglich. Vom Frühjahr bis zum Spätsommer kann die Zentralheizung dank der Sonneneinstrahlung oftmals ausgeschaltet bleiben. Bereits ab Februar sind die Werte einer solarthermischen Anlage schon wieder so hoch, dass ein Privathaushalt die Brennstoffkosten spürbar senken kann. Sogar in den späten Wintermonaten kann man mit Solarthermie einen „erheblichen Teil der Warmwasserbereitstellung“ abdecken und die Heizperiode verkürzen. Mit Sonnenenergie zu heizen, ist also das ganze Jahr über möglich.
Liefern Solaranlagen unter einer Schneeschicht weniger Strom?
Bei einer dicken Schneeschicht, die auf den Solarpaneelen liegt und diese abdeckt, könnte man meinen, dass der Stromertrag dadurch stark eingeschränkt wird. Doch dem ist nicht so. UV-Strahlen können laut Angaben verschiedener Beratungsgesellschaften eine Schneedecke von 15 Zentimeter Dicke ohne Verluste durchdringen. „Selbst Schnee stellt meist kein Problem dar, solange er nicht sehr dick liegt“, bestätigt auch der Solarverband. „Der geneigte Montagewinkel unterstützt den Selbstreinigungseffekt.“ Dabei kann sich die Schneeschicht lösen und von den Paneelen heruntergleiten.
Solarthermie oder Photovoltaik – was ist die bessere Wahl?
Kann Solarthermie die Heizkosten reduzieren?
Sollte man den Schnee auf der Solaranlage entfernen?
Liegt eine dickere Schneeschicht auf der Solaranlage, die nicht von allein allmählich wegrutscht, muss man sie manuell abtragen. Das ist beispielsweise bei Flachdächern der Fall. Das Entfernen der Schneeschicht sollte jedoch von Experten übernommen werden, da die Anlage dabei schnell beschädigt werden kann. Außerdem rät der Verband: „Auf Streusalz oder mechanisches Kratzen sollte unbedingt verzichtet werden, da dies die Module beschädigen und die Leistung dauerhaft mindern kann.“
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Gängige Solaranlagen halten übrigens ein Gewicht von 360 Kilogramm pro Quadratmeter aus. „Für Gegenden mit höherer Schneelast gibt es sogar Module mit verstärktem Rahmen und dickeren Deckgläsern“, ergänzt der Sprecher vom Solarverband. Allerdings sei dies in Deutschland eher selten nötig.
Stromspeicher in Verbindung mit Solaranlage installieren
Um auch im Winter den ganzen Tag den Strom aus der Solaranlage nutzen zu können, ist ein Stromspeicher nötig. Darin lässt sich die tagsüber eingefangene Sonneneinstrahlung für die spätere Nutzung speichern. Ansonsten wird der privat erzeugte Solarstrom in das öffentliche Netz eingespeist. Allerdings sind laut den Experten von Zolar die Vergütungssätze nicht so rentabel wie die Eigennutzung des Stroms.