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Effektiv heizen

Was es bringt, das Thermostat voll aufzudrehen

Lohnt es sich, den Thermostat voll aufzudrehen?
Wird es schneller warm, wenn man das Thermostat auf die höchste Stufe dreht?Foto: Getty Images

Zu Beginn der Heizperiode möchte man möglichst schnell für angenehme Temperaturen in der Wohnung sorgen. Aus diesem Grund drehen viele das Thermostat auf die höchste Stufe. Aber wird die Heizung damit wirklich schneller warm?

Niemand sitzt gerne in einer kalten Wohnung. Allerdings gibt es beim Aufdrehen des Thermostats beim Heizkörper einen typischen Fehler, der vielen passiert. Denn die meisten stellen direkt die höchste Stufe ein, in der Hoffnung, es würde dann schneller warm werden.

Thermostat voll aufdrehen – was bringt es?

Ein kaltes Zimmer heizt nicht schneller auf, wenn man die mechanischen Thermostate an den Heizkörpern voll aufdreht. Stattdessen heizt man dann nur länger, denn durch das Hochdrehen peilt man eine höhere Raumtemperatur an.

Tatsächlich bringt es keinen Vorteil, das Thermostat voll aufzudrehen. Allerdings steigen dabei die Heizkosten, wie die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online erklärt. Vielmehr zeigen die Zahlen auf dem Thermostat an, welche Raumtemperatur gewünscht ist. Wer sich rund 20 Grad Raumtemperatur wünscht, sollte nach Empfehlung der Experten an mechanischen Thermostaten die Stufe drei wählen. Die Stufe vier kann rund 24 Grad ergeben. Elektronische und smarte Thermostate haben eine digitale Anzeige.

Was tun bei alten Heizkörpern?

Wenn die Wohnung sich nicht überall aufwärmt, kommt wahrscheinlich nicht bei allen Heizkörpern genügend Wasser an. Dann gluckern sie auch. Oder sie geht nicht aus, obwohl man sie abstellt. „Solche Dinge lassen sich meist beheben, können aber auch Indizien für größere Schäden und unnötigen Energieverbrauch sein“, erklärt Jens Hakenes von co2online. Hier erfahren Sie, wie man eine Heizung selbst entlüften kann.

Alte Heizungen nachrüsten lassen

Man muss nicht immer die ganze Anlage erneuern. „Schon die Nachrüstung moderner Ventile und Armaturen und die Optimierung der Systemtemperaturen können den Brennwertbetrieb optimieren und damit die Heizung fitter machen“, erklärt Helmut Bramann vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. „Auch der Austausch einer alten, nicht regelbaren Heizungspumpe durch moderne Technik trägt wesentlich zu einer höheren Effizienz bei.“

Selbst der Austausch kleinerer Teile wie der Thermostatventile an den Heizkörpern kann etwas bewirken. „Nach zehn bis 15 Jahren gehen sie häufig kaputt. Dann kann man überlegen, ob man statt einfacher lieber programmierbare Thermostate einbaut“, sagt Hakenes. Das kann der Heimwerker übrigens auch selbst erledigen.

Ebenso jüngere Heizungen überprüfen

Der Experte ergänzt noch eine Maßnahme: „Nicht nur bei älteren, sondern auch bei jüngeren Heizungen ist ein hydraulischer Abgleich oft sinnvoll.“ Der sorgt dafür, dass das Wasser gleichmäßig durch die Rohrleitungen in alle Räume fließt. „Der hydraulische Abgleich trägt dazu bei, die eingesetzte Energie gezielter zu nutzen. Das spart Kosten und verringert den CO2-Ausstoß“, erklärt Hakenes.

Trotzdem raten Experten letztlich zum Nachrechnen, ob sich in dem konkreten Fall der Austausch von Komponenten gegenüber einem Neukauf wirklich lohnt. Denn auch viele kleine Komponenten gehen ins Geld. „Ohne finanziellen Aufwand sind größere Einsparungseffekte an älteren Heizungen unrealistisch“, erklärt Andreas Lücke vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie.

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Wann lohnt sich ein Austausch?

Branchenexperten wie Lücke raten bei Heizungen, die älter als 15 Jahre sind und damit als veraltet gelten, eher zu einem Austausch als zu einer Reparatur. Auch aus Umweltgründen: „Ältere Heizungen verbrauchen rund ein Drittel mehr Energie als moderne Systeme.“

Wer auf einen anderen Heizträger wechseln möchte, sollte damit nicht warten, bis die jetzige Heizung kaputtgeht. „Springt sie im Winter nicht mehr an, wird sie oft durch das erstbeste neue System ersetzt“, erklärt Hakenes. Denn es muss ja schnell Ersatz her, wenn es kalt ist, und es bleibt keine Zeit zur Planung und teils aufwendigeren Umrüstung. Besser sei es, Alternativen zu prüfen, wenn die Heizung in die Jahre gekommen ist, aber noch läuft.