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Nachhaltigkeit

Finger weg von diesen 12 Tropenhölzern!

Terrasse aus Bangkirai
Eine Terrasse aus Bangkirai sieht auch noch nach Jahren gut aus – dennoch sprechen viele Gründe gegen den Einsatz des TropenholzesFoto: iStock / pejft

Hölzer aus Fernost sind nach wie vor gefragt, etwa im Outdoor-Bereich für Gartenmöbel. Sie sind besonders robust und widerstandsfähig – allerdings haben diese Eigenschaften auch ihren Preis. Und dabei geht es nicht um die Kosten für den Verbraucher, sondern um den CO2-Fußabdruck und die Zerstörung von Lebensräumen.

Wälder rund um den Globus dienen vielen Tieren – und auch Menschen – als Lebensgrundlage. Nicht nur als Quelle für Nahrung und Bauholz, sondern auch als CO2-Speicher erfüllen sie eine wichtige Funktion. Es ist kein Geheimnis, dass Wälder immer weiter schrumpfen, Raubbau ist nur einer der Faktoren, die dahinterstecken. Der Klimawandel unterstützt das Waldsterben, das in rasantem Tempo voranschreitet. Jeder Verbraucher kann auch selbst tätig werden, indem er beispielsweise auf diverse Tropenhölzer verzichtet, die eine schlechte Öko-Bilanz haben. Sie kommen immer noch oft bei Outdoor-Möbeln, Terrassenbelägen oder als Bauholz zum Einsatz.

Auf welche Tropenhölzer sollte man verzichten?

Tropenhölzer bestechen durch ihre Strapazierbarkeit, da ihnen weder Wind und Wetter noch Schädlingsbefall oder Fäulnis etwas anhaben kann. Harthölzer wie Bangkirai oder Teak sind pflegeleicht und sehen auch nach Jahren noch frisch aus. Günstig sind diese allerdings nicht, was unter anderem am langen Transportweg liegt. Heimische Hölzer sind oft günstiger, aber weniger robust. Allerdings gibt es auch einige Sorten, auf die Heimwerker ausweichen können – darunter Robinie, Douglasie und Lärche. Diese Sorten sind relativ robust und stammen aus Europa.

Ein wichtiger Indikator beim Kauf von Holz ist das FSC-Siegel, welches eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert. Allerdings zeichnet das Siegel auch oft Tropenhölzer aus, was es für den Verbraucher nicht gerade leichter macht. Greenpeace hat eine Liste an Tropenhölzern zusammengestellt, von denen man aus Gründen der Nachhaltigkeit besser die Finger lassen sollte.

Abachi

Das helle Abachi-Holz ist relativ leicht und schwindet kaum – auch nicht unter hohen Temperaturschwankungen. Deshalb kommt es häufig beim Saunabau zum Einsatz. Das Importholz stammt aus westafrikanischen Ländern wie Ghana, Gabun oder Kamerun und aus Gebieten, in denen Abholzung und Raubbau betrieben wird.

Afromosia

Dieses Tropenholz kommt mittlerweile selten vor, es gibt nur noch geringe Mengen davon. Das meiste davon kommt aus Ghana. Es dient unter anderem als Ersatzholz für Teak, beispielsweise bei Holzböden. Die Einfuhr ist streng reglementiert, Holzhändler müssen eine besondere EU-Genehmigung sowie eine Ausfuhrgenehmigung des Herkunftslandes vorweisen. Auch wenn die legalen Importe gering sind, so gibt es dennoch auch illegalen Handel mit dem begehrten Holz.

Akazie

Kauft man hierzulande Akazienholz, handelt es sich oft um das Holz der Robinie – auch „falsche Akazie“ genannt. Denn echtes Akazienholz kommt selten vor und ist relativ teuer. Zudem hat das Tropenholz besondere Eigenschaften: Es ist recht schwer, nahezu komplett witterungsresistent und vergraut nicht mal unter direkter Sonneneinstrahlung. Eigentlich perfekt für Gartenmöbel – wäre da nicht die Herkunft aus Plantagen in Australien, die dort die natürlichen Bewaldungen verdrängen. Die „falsche Akazie“ ist somit die bessere Alternative.

Bangkirai

Neben Teak gilt Bangkirai gemeinhin als Inbegriff von Tropenholz. Es stammt aus riesigen Urwaldbäumen aus den Dschungeln Südostasiens. Hierzulande ist es als Terrassenholz beliebt, da es der Witterung trotzt und sehr robust ist. Allerdings ist die Abholzung in den Herkunftsländern auch der Grund dafür, dass der Lebensraum unzähliger Tiere und Pflanzen zerstört wird und gleichzeitig große Mengen an CO2 freigesetzt werden.

Bintangor

Dieses Tropenholz ist hierzulande weniger bekannt, da es oft bereits als Sperrholz verarbeitet und gehandelt wird. Die Herkunft kommt aus Südostasien, laut Greenpeace werden in Papua-Neuguinea rund 90 Prozent davon illegal und auf Kosten der Ureinwohner abgeholzt, bevor es nach China kommt. Über diesen Umweg kann es dann auch in den Baumarktregalen in Deutschland landen.

Bongossi

Bongossi besitzt eine hohe Dichte und ist damit extrem hart und schwer. Es zeichnet sich durch eine große Widerstandskraft gegenüber Insekten- und Pilzbefall aus. Es wird sogar für Hafenanlagen im Salzwasser verwendet. Allerdings stammt es zumeist aus illegalem und umweltschädlichem Raubbau, nicht aus nachhaltiger und kontrollierter Forstwirtschaft.

Jatoba

Das rötliche Edelholz stammt aus Bäumen der Sorte Hymenaea courbaril, die im Amazonasgebiet wachsen und dort bis zu 35 Meter hoch werden. Für den Abbau wird gleichzeitig der Regenwald gerodet. Zudem wirkt sich der lange Transportweg negativ auf die Ökobilanz aus.

Mahagoni

Bereits vor knapp 20 Jahren wurde im Rahmen des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) der Abbau und der Handel von Mahagoni stark eingeschränkt, da in der Vergangenheit zahlreiche Urwälder in Südamerika dadurch zerstört wurden. Viele Arten der bis zu 60 Meter hohen Urwaldriesen sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Das Bundesamt für Naturschutz verhängte sogar ein Importverbot aus bestimmten Ländern. Allerdings floriert seitdem der Schwarzmarkt – und zwar auf der ganzen Welt. Obwohl Brasilien – früher Haupt-Exporteur – offiziell kaum mehr Mahagoni ausführt, gelangt das Edelholz dennoch über Umwege und an Zollbehörden vorbei nach Europa. Laut einer Greenpeace-Studie wurde sogar in einem Baumarkt hierzulande bei Holzleisten Mahagoni entdeckt, die Produkte wurden daraufhin umgehend aus dem Sortiment genommen.

Merbau

Das langlebige Tropenholz stammt vor alle aus feuchtheißen Regenwäldern Südostasiens, oft in Nähe von überfluteten Mangrovensümpfen. Aber auch in Madagaskar wird das Holz angebaut und geschlagen. Hierzulande findet es Verwendung bei Parkettböden. Neben Deutschland wird es auch von China und den Niederlanden importiert. Laut Greenpeace ist diese Praxis ökologisch aufgrund des illegalen Holzschlags und der mittlerweile äußerst geringen Verbreitung höchst fragwürdig.

Ramin

Das blassgelbe Holz stammt aus den sumpfigen Wäldern Malaysias und Indonesiens. In letzterem Land sind die Bäume eigentlich streng geschützt. In Malaysia ist das nicht so, weshalb Schmuggler das kostbare Holz von Indonesien aus in das Land bringen, von wo es weiter verkauft wird. Laut dem Washingtoner Artenschutzabkommen gilt es weltweit als gefährdet. Hierzulande wird es zu Bilderrahmen oder Holzmöbeln verarbeitet.

Sapelli

Dieses afrikanische Tropenholz gilt als günstigere Alternative zu Mahagoni – mit vergleichbar verheerender Ökobilanz. In den Herkunftsländern wird illegaler Holzeinschlag betrieben. Sapelli steht auf der Roten Liste, wird aber immer noch als Fensterholz oder Parkett verwendet. Für diese Einsätze eignen sich aber auch heimische Hölzer wie Eiche, Nussbaum, Kiefer oder Fichte.

Teak

Teak gilt als Inbegriff von Tropenholz und wird seit langer Zeit nicht nur für edle Möbel und robuste Terrassen, sondern auch im Schiffsbau eingesetzt. Es stammt aus den Monsunwäldern Südostasiens, wo die Urwaldzerstörung voranschreitet. Aber auch weitere Gründe sprechen gegen Teakholz – unter anderem hat die EU Importe aus Burma wegen Menschenrechtsverletzungen untersagt. Dort wird Teak in Plantagen angebaut, was zwar den Urwald schont, aber weitere Probleme nach sich zieht. Auch hier ist Robinie aus EU-Anbaugebieten ein probater Ersatz. Aber auch hier gilt: Unbedingt auf das FSC-Zertifikat achten und im Zweifel nachfragen, woher das Holz stammt.

Ist Tropenholz immer umweltschädlich?

Der Import von Tropenholz wie Mahagoni ist zwar stark reglementiert, aber dennoch wird es rund um den Globus angebaut – und verkauft. Während die Einfuhr von Mahagoni aus Brasilien aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens stark eingeschränkt ist, kann man die Ware aus Honduras hierzulande problemlos bestellen. Der Verdacht liegt nahe, dass dabei Umwege über Drittländer und an Zollbehörden vorbei in Kauf genommen werden, um das Holz zu vertreiben.

Seit 2016 darf das Herkunftsland Indonesien das dort geschlagene Tropenholz etwa selbst lizenzieren – deutsche Zollbehörden vertrauen leichtfertig den Auszeichnungen. Zudem landet auch oft „falsches Mahagoni“ im Handel. Illegaler Holzeinschlag ist mittlerweile ein globales Problem – die Weltbank geht laut Rettet den Regenwald e. V. von einem Gewinn von 75 Milliarden Euro bei illegalem Handel durch die „Holzmafia“ aus.

„Durch den internationalen Handel und die globale Arbeitsteilung kann illegal eingeschlagenes Holz auch in Produkten enthalten sein, die aus nicht direkt betroffenen Ländern stammen“, informiert zudem das Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte. Die Experten versuchen über genetische Tests herauszufinden, woher das Holz wirklich stammt.

Generell gilt: „Legal“ bedeutet noch lange nicht „nachhaltig“, wie auch die NGO „Robin Wood“ schreibt. Es ist selbst für Experten nur schwer nachzuvollziehen, woher das Tropenholz wirklich stammt und unter welchen Bedingungen es geschlagen wird. Deshalb: Finger weg von Tropenhölzern!

Quellen:
Greenpeace
Bundesamt für Naturschutz
Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte
Rettet den Regenwald
Robin Wood

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