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Experte klärt auf

Das sollte man tun, wenn ein Vogel gegen die Scheibe geflogen ist

Es kommt gelegentlich vor, dass ein Vogel gegen eine Scheibe fliegt. Dann sollte man mit Bedacht handeln
Es kommt gelegentlich vor, dass ein Vogel gegen eine Scheibe fliegt. Dann sollte man mit Bedacht handeln Foto: Getty Images
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Franka Kruse-Gering
Redakteurin

22. April 2026, 15:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Für viele Vögel sind Glasscheiben unsichtbare Hindernisse – sie erkennen die Gefahr nicht, prallen dagegen und stürzen zu Boden. Oft genügt ein kurzer Moment der Orientierung, und sie fliegen wieder davon. Doch nicht immer: Manche bleiben reglos liegen. Wie sollte man in einer solchen Situation reagieren?

Laut Naturschutzbund (Nabu) sterben in Deutschland jedes Jahr über 100 Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasscheiben. Der Grund: Für sie sind die transparenten Flächen kaum wahrnehmbar. Stattdessen sehen sie häufig nur die Spiegelung von Himmel, Bäumen oder ihrer Umgebung – und fühlen sich in vermeintlicher Sicherheit. So fliegen sie mit hoher Geschwindigkeit direkt gegen das Glas. Nur selten gehen solche Zusammenstöße glimpflich aus; häufig erleiden die Tiere Verletzungen oder sterben sogar daran. Bleibt ein Vogel nach dem Aufprall am Boden liegen und zeigt noch Lebenszeichen, kann – und sollte – man ihm helfen. myHOMEBOOK erklärt, was in diesem Fall zu tun ist.

Was zu tun ist, wenn ein Vogel gegen die Scheibe fliegt

„Als Erstes sollte man den verunglückten Vogel sichern, indem man ihn vorsichtig mit einem Tuch oder Handschuhen aufnimmt und in einen Karton setzt“, erklärt Martin Rümmler vom Nabu auf Anfrage von myHOMEBOOK. Dabei sei es besonders wichtig, dass der Karton weich ausgelegt ist und über Luftlöcher verfügt. Nun sollte man dem verunglückten Vogel etwas Zeit geben, um sich zu erholen, erklärt der Experte: „Den Karton dann verschlossen an einem ruhigen und warmen Ort aufbewahren, sodass der Vogel für eine Weile die Möglichkeit hat, zu sich zu kommen. Nach maximal einer Stunde sollte man sich über das Befinden des Vogels erkundigen.“ Der Experte gibt den Hinweis, dass man den Karton am besten im Freien öffnet, damit der Vogel nicht in der Wohnung entkommt.

Nun entscheidet der erste Eindruck, wie man sich weiter verhalten sollte, erklärt Rümmler: „Macht er einen wachen Eindruck, steht er aufrecht und stabil und flattert sogar mit den Flügeln? Wirkt er unverletzt und zeigt keine blutenden Stellen? Dann kann man versuchen, ihn wieder freizulassen. Er sollte dann von selbst davonfliegen.“

Allerdings geht ein solcher Zusammenstoß mit einer Scheibe oft auch unglücklich aus. Bei folgenden Zeichen sollte man einen Tierarzt aufsuchen, erklärt der Profi:

  • Augen weitestgehend geschlossen
  • Kaum Reaktion
  • Vogel sitzt nur oder liegt auf der Seite
  • Er zittert oder taumelt mit dem Kopf
  • Er blutet oder hat eine offensichtliche Verletzung

Rümmler betont, dass es sehr wichtig sei, im Vorfeld mit der Praxis zu klären, ob sie sich um das Tier kümmern kann. „Stellen wie die örtliche Wildvogelhilfe oder andere Auffangstationen verfügen meist nicht über die veterinärmedizinische Expertise oder Ausrüstung, können aber oft an entsprechende Stellen vermitteln.“

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Gibt es Vögel, die besonders oft gegen Scheiben fliegen?

Alle Vögel seien gleichermaßen betroffen, erklärt Rümmler. „Es reicht vom Wintergoldhähnchen über Finken, Tauben, Spechte und Eisvögel bis hin zu Sperbern und Waldschnepfen.“ Allerdings gibt es Faktoren, die Glasanflug bestimmter Arten begünstigen. „So sind naturgemäß vor allem Arten betroffen, die in unseren Siedlungen leben, aber auch solche, die auf dem Zug, angezogen durch künstliches Licht unserer Städte und Gebäude, nachts mit Gebäuden kollidieren.“

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Wie kann man verhindern, dass Vögel gegen Scheiben fliegen?

Die Scheiben müssen für die Vögel sichtbar werden. Man muss sie als Hindernis markieren, erklärt Rümmler: „Wichtig ist, dass solche Markierungen von außen angebracht werden, um wahrgenommen zu werden. Dazu gehören Girlanden, Rollos, Jalousien oder Ähnliches, die man vor die Fenster hängt oder herunterlässt.“

Wer auf altbewährte Aufkleber zurückgreifen möchte, sollte allerdings ein paar Dinge beachten. „Ob kommerzielle (hochwirksame) Punkteraster, Linienmuster oder die allseits bekannten schwarzen Vogelsilhouetten – sie alle helfen, wenn man sie richtig anbringt. Wichtig ist nämlich, dass die einzelnen Klebeelemente nur maximal eine Handbreit voneinander entfernt sind und über die gesamte Fläche angebracht werden. Nur dann nehmen Vögel das Glas als Hindernis wahr und versuchen nicht etwa um die Aufkleber herumzufliegen, wie es oft der Fall für einzelne schwarze Vogelsilhouettenaufkleber ist.“

Den Tipp, dass auch dreckige Scheiben eine Wirksamkeit zeigen, muss der Experte leider dementieren: „Dafür müssten diese aber wirklich sehr dreckig sein.“ 

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