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Heizen mit Wärmepumpe und Eisspeicher – so funktioniert die Technologie

Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe lässt sich mit einem Eisspeicher kombinieren – und könnte damit im Neubau zum Gamechanger werden (Symbolbild) Foto: Getty Images / Frederick Doerschem
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Felix Mildner
Redaktionsleiter

2. Februar 2026, 6:07 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Wärmepumpe gilt mittlerweile als Vorzeigetechnologie für modernes, umweltfreundliches Heizen. Doch bei strengem Frost stößt selbst sie an ihre Grenzen. Genau hier setzt eine innovative Lösung an, die nicht nur bei Minusgraden effizient arbeitet, sondern auch im Sommer Vorteile bietet.

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Wie Wärmepumpe und Eisspeicher zusammenarbeiten

Heizen mit Eis klingt zunächst nach einem Widerspruch – ist es aber nicht. „Das System besteht typischerweise aus einem unterirdischen Eisspeicher, einer Sole-Wärmepumpe und optional Solar-Luftkollektoren“, erklärt Florian Bublies, Fachreferent Heizungstechnik bei der Verbraucherzentrale NRW, auf myHOMEBOOK-Nachfrage.

Im Winter entzieht die Wärmepumpe über ein Rohrsystem dem Wasser im Speicher kontinuierlich Wärme. Sobald das Wasser gefriert, wird zusätzlich sogenannte „Kristallisationsenergie“ freigesetzt – eine erhebliche Energiemenge, die der Wärmepumpe hilft, das Temperaturniveau für das Heizsystem des Hauses zu erhöhen.

Diese latente Wärme hat es laut Bublies in sich: Sie entspricht der Energiemenge, die nötig wäre, um Wasser von null auf achtzig Grad Celsius zu erwärmen – ein Effizienzvorteil, den klassische Systeme nicht bieten.

Auch in der warmen Jahreszeit ist der Eisspeicher nutzbar – zur passiven Kühlung. Die im Frühjahr und Sommer gespeicherte Kälte kann dabei helfen, das Gebäude auf natürliche Weise zu temperieren. Die dabei übertragene Wärme – etwa aus dem Haus oder von Solarkollektoren – taut das Eis im Speicher wieder auf. So wird das System gleichzeitig regeneriert und auf den nächsten Winter vorbereitet.

Passend dazu: So effizient laufen Wärmepumpen im Winter

Die Vorteile des Eisspeicher-Heizsystems

Das System punktet mit mehreren Stärken:

  • Es kommt ohne fossile Brennstoffe aus und nutzt Wasser als ständig verfügbare Energiequelle.
  • Die Nutzung der latenten Wärme steigert die Effizienz erheblich.
  • Das System kann im Winter heizen und im Sommer kühlen – ohne zusätzliche Technik.
  • Es ist unabhängig von Außentemperaturen und liefert auch bei starker Kälte zuverlässig Wärme.

Das sind die Nachteile

Wie bei vielen innovativen Heizsystemen stehen den Vorteilen auch Herausforderungen gegenüber. Konkret geht es dabei laut Bublies um „hohe Anschaffungskosten im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen, die jedoch durch Förderungen reduziert werden können“. Hinzu kommt, dass der Speicher Platz benötigt und die Installation mit Erdarbeiten verbunden ist.

Für wen eignet sich das System?

Die Technologie ist nicht für jedes Gebäude geeignet – zumindest derzeit. Bei bestehenden Gebäuden sind die Arbeiten laut Bublies „deutlich aufwendiger, weil bereits bebaute Flächen auf dem Grundstück vorhanden sind“. Anders sieht es im Neubau aus. „Gerade aber für den Neubau bietet sich der Eisspeicher in Kombination mit einer Wärmepumpe und einer Solaranlage an“, erklärt der Heizungsexperte.

Bublies sieht großes Potenzial in der Technologie: „Ich halte die Eisspeicher-Technologie in Kombination mit einer Wärmepumpe und einer Solaranlage für eine sehr umweltfreundliche sowie hocheffiziente Möglichkeit, gerade größere Mehrfamilienhäuser mit Wärme zu versorgen.“ Ob sich diese Technik aber auch im Einfamilienhausbereich durchsetzen kann, hänge stark von den Kosten ab.

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Was kostet ein Eisspeicher-System im Einfamilienhaus?

Die Investition ist nicht zu unterschätzen. „Die Gesamtkosten für ein komplettes Eisspeicher-Heizsystem für ein typisches Einfamilienhaus liegen je nach Größe und Hersteller zwischen 30.000 und 60.000 Euro. Ein Eis-Energiespeichersystem für 8 bis 10 Kilowatt-Wärmepumpen kostet ohne Erdarbeiten etwa 25.000 bis 35.000 Euro“, so Bublies.

Gibt es Förderungen?

Wer sich für ein solches System entscheidet, kann zumindest auf finanzielle Unterstützung setzen, „nicht für den Eisspeicher selbst, aber für die Wärmepumpe und die Solarthermieanlage.“ Hier greift laut Bublies die Förderung über die KfW und das BAFA. Zudem gibt es vielerorts regionale Förderprogramme, etwa von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen.

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