29. September 2026, 6:49 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Einmal die Reste der Bolognese-Soße eingefüllt, schon trägt die Plastikdose dauerhaft unschöne Verfärbungen. Auch gründliches Spülen hilft oft wenig. myHOMEBOOK hat beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nachgefragt: Woher kommen die Flecken? Schaden sie der Gesundheit? Und wann gehört so eine verfärbte Plastikdose aussortiert?
Die Überbleibsel vom Sonntagsessen wandern in die Dose und diese landet im Kühlschrank. Zwei Tage später ist zwar alles aufgegessen, doch in der Dose verbleiben Verfärbungen für die Ewigkeit. Besonders hartnäckige Spuren hinterlassen Tomaten, Möhren und Rote Bete. Auch Currygerichte färben an der Oberfläche ab. Verantwortlich ist unter anderem der Farbstoff Curcumin aus dem Gewürz Kurkuma.
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Farbstoffe setzen sich in der Oberfläche fest
Die Ursache für Verfärbungen steckt also im Essen selbst. Lebensmittel enthalten Farbstoffe. Diese haften an der Kunststoffoberfläche oder dringen in sie ein. Thomas Tietz, Leiter der Fachgruppe „Sicherheit von Lebensmittelkontaktmaterialien“ am BfR, vergleicht den Vorgang mit Flecken auf Händen oder Kleidung. Wer häufiger Möhren oder Rote Bete schält, kennt das Problem. Nach dem gleichen Prinzip verfärbt sich auch eine Plastikdose. „Der Kunststoff selbst wird dabei nicht verändert“, betont Tietz auf Nachfrage von myHOMEBOOK.
Bei Tomaten und Möhren hilft ein Blick in die Chemie: Ihre roten und orangen Farbstoffe gehören zu den Carotinoiden. Lycopin aus Tomaten zählt zu dieser Gruppe. Mit Wasser vermischt sich Lycopin nicht. Deswegen sucht sich der Stoff andere Haftpunkte, beispielsweise die Innenwand einer Plastikdose. Aufgrund dieser wasserabweisenden Eigenschaft nutzt auch Spülwasser nichts gegen die Verfärbungen.
Schon winzige Mengen genügen. Die Farbstoffe aus Tomaten, Möhren oder Roter Bete sind laut BfR häufig bereits in sehr geringen Mengen sichtbar. Wie stark ein Plastikbehälter Farbe annimmt, hängt vom Material ab. Betroffen sind vor allem sehr weiche Kunststoffe wie Polypropylen. Auch Silikon nimmt Farbe leicht an. Zusätzlich begünstigt eine raue Oberfläche die Flecken.
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Unschön, aber unbedenklich
Die gute Nachricht: „Eine geschmackliche Auswirkung ist nicht zu erwarten, ebenso wenig wie eine gesundheitliche“, sagt Tietz. Das BfR rät zu einer normalen, gründlichen Reinigung nach den Angaben des Herstellers. Bleiben danach Verfärbungen zurück, färben sie das nächste eingelagerte Lebensmittel in der Regel nicht an.
Ausnahmen hält Tietz für möglich. Eine rötlich verfärbte Silikonform könnte etwa beim Backen leicht anfärben. „Geschmacklich und gesundheitlich ist aber auch das unproblematisch.“ Allerdings empfiehlt das BfR „einen Austausch der Kunststoffgefäße vor allem dann, wenn die Oberfläche stark beschädigt ist, also zerkratzt oder abgeplatzt.“
Übrigens: Gelbstichiges Plastik hat nichts mit Lebensmitteln zu tun. Hier wirkt das UV-Licht der Sonne. Es verändert bestimmte Kunststoffe. Das Ergebnis ist laut BfR meist eine leichte Gelbfärbung. Anders als bei Tomatenflecken verändert sich in diesem Fall also das Material selbst.
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So lassen sich Flecken vermeiden
Ansonsten rät das BfR, harte Kunststoffe mit glatter Oberfläche zu verwenden. Dieses Material verfärbe sich weniger stark. Der letzte Tipp von Thomas Tietz löst das Problem auf elegante Weise: „Auf dunkel eingefärbtem Kunststoff fallen Flecken deutlich weniger auf als auf weißem oder durchsichtigem.“
Wärme verstärkt die Verfärbungen. Beispielsweise treiben die hohen Temperaturen in der Spülmaschine die Flecken tiefer in den Kunststoff. Auch beim Aufwärmen von Speisen in der Mikrowelle sollten besser Teller oder Schalen aus Glas oder Keramik verwendet werden.
Im Netz findet sich zudem der Tipp, Speisen nur abgekühlt in Plastikbehälter zu füllen. Die Farbstoffe würden dann weniger tief in den Kunststoff eindringen. Auf Dauer schützt das allerdings auch nicht vor Verfärbungen. Ein weiteres Netzfundstück empfiehlt, die Innenseite der Dose vorher mit etwas Öl einzusprühen. Das Lycopin findet dann möglicherweise einen anderen Halt als den Kunststoff. Allerdings verschiebt auch diese Methode das Problem nur in die Zukunft.
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Alternativen zu Plastikdosen
Selbstverständlich braucht es auch gar keinen Kunststoff. Für färbende Lebensmittel wie Curry, Tomate oder Paprika empfiehlt sich Glas oder Edelstahl. Glas lässt sich leicht reinigen, verträgt die Spülmaschine und nimmt keine Gerüche an. Bei Glasdosen ist zudem auf einen Blick ersichtlich, was sich darin befindet. Allerdings ist Glas schwer und nicht bruchsicher, ein Problem, wenn das Glas voll befüllt ins Gefrierfach wandert.
Edelstahl übersteht auch Stürze und verfärbt sich nicht. Für die Mikrowelle ist das Material allerdings ungeeignet. Ansonsten eignen sich Emaille-Behälter. Ihre glasartige Schicht ist leicht zu reinigen, neigt allerdings dazu, bei Stößen abzuplatzen. Auch Schalen aus Porzellan oder Keramik mit passendem Deckel eignen sich zum Einlagern von Speisen.