29. August 2025, 18:32 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Rund vier Monate vor dem Weihnachtsgeschäft hat ein etablierter Anbieter von Weihnachtsbäumen aus Brandenburg Insolvenz angemeldet. Der Werderaner Tannenhof, der neben dem Anbau auch Freizeit- und Gastronomieangebote betreibt, will seinen Geschäftsbetrieb trotz finanzieller Schwierigkeiten zunächst aufrechterhalten. Das sind Gründe für die Insolvenz des Werderaner Tannenhofs.
Fortführung des Betriebs trotzdem geplant
Das Familienunternehmen wurde in den 1990er-Jahren in Werder (Havel) gegründet und bewirtschaftet rund 60 Hektar Weihnachtsbaumplantagen. Seit April 2025 steht der Betrieb unter neuer Führung innerhalb der Familie: Dr. Christian Mai (38) leitet den Tannenhof in zweiter Generation. Am 25. August wurde beim zuständigen Amtsgericht ein Antrag auf Insolvenz gestellt. Der laufende Betrieb, einschließlich Veranstaltungen und Freizeitangebote, soll in vollem Umfang weitergeführt werden. Trotz der Insolvenz möchte der Werderaner Tannenhof das Geschäft aufrechterhalten.
Gegenüber BILD (gehört wie myHOMEBOOK zu Axel Springer) betonte Geschäftsführer Mai: „Wir haben weiter geöffnet, auch Hochzeiten, Alpaka-Wanderungen und Mini-Golf sind nicht betroffen.“ Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien für die nächsten drei Monate gesichert, heißt es.
Das sind die Gründe für die wirtschaftliche Schieflage
Trotz eines stabilen Jahresumsatzes in Höhe von rund vier Millionen Euro geriet der Betrieb aus mehreren Gründen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Neben einer sinkenden Konsumlaune aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten wirkten sich auch wetterbedingte Einbußen bei Veranstaltungen negativ aus. Zusätzliche Belastungen entstanden durch interne Umstrukturierungen sowie eine ungeplante Steuernachzahlung, was zu Liquiditätsengpässen führte.
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Weniger Verkaufsstandorte als in früheren Jahren
In der aktuellen Saison reduziert der Tannenhof die Anzahl seiner Verkaufsflächen für Weihnachtsbäume in Berlin und Brandenburg auf etwa 25. In früheren Jahren waren es bis zu 140 Standorte. Dabei stammt ein Großteil der angebotenen Bäume inzwischen aus eigener regionaler Produktion, der Importanteil – insbesondere aus Dänemark – wurde deutlich verringert. „Dafür kommen unsere Bäume vorrangig aus der Region, wir importieren weniger aus Dänemark“, so Mai gegenüber BILD.
Kombination aus Landwirtschaft und Freizeitangebot
Zur Stabilisierung des Unternehmens hat man den Erlebnisbereich angepasst und neu strukturiert. Die Kombination aus Weihnachtsbaumproduktion, Gastronomie und Eventangeboten bleibt bestehen. Als Vorbild dient dabei ein bekanntes Konzept aus dem Agrartourismus: „Das Erfolgsrezept soll ähnlich funktionieren wie beim Big Player Karls Erdbeerhof“, sagt Mai.