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Sanierung und Umbau eingeplant

So viele Steckdosen braucht man künftig im Haus

Wie viele Steckdosen braucht man zukünftig in einem Haus?
Die Elektroinstallationen im Haus werden immer aufwendigerFoto: Getty Images

Unabhängig von Alt- oder Neubau: Der Bedarf an Strom- und Datenanschlüssen im Haus wächst. Stellt sich die Frage, ob man beim Bau oder bei der Sanierung schon absehen kann, wie viele Anschlüsse man am besten einplant.

Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen lösen das Problem nicht. Also fragt sich: Wie viele Steckdosen im Haus sind ausreichend – gerade mit Blick auf heutige Umbauten und Neubauten? Wie viele Steckdosen und Stromkreise sollte man zu Hause einplanen, um zukunftssicher zu sein?

Auch interessant: Wie viele Geräte dürfen an eine Mehrfachsteckdose?

Zunächst eine Bestandsanalyse

Für Bernd Dechert vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke steht die Bestandsanalyse an erster Stelle. „Dazu müssen die heutigen und künftigen Bedürfnisse der Bewohner genau erfasst werden.“ Das ist eine Aufgabe mit vielen Unbekannten, denn heute kann niemand genau voraussagen, wie sich die Technologie in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.

Was man im Kopf durchspielen sollte:

Richtlinie RAL-RG 678 als Planungshilfe

Es gibt verbindliche technische Vorgaben für neue und modernisierte Elektroinstallationen. Die Mindestausstattung eines Hauses ist in den Normen DIN 18015-2 und -4 beschrieben. „Die Richtlinie RAL-RG 678 enthält darüber hinausgehende Festlegungen für Standardausstattung und Komfortausstattung“, erklärt Dechert. Sie sind auch eine tolle Planungshilfe für Bauherren, die ihren Bauplan überprüfen wollen. Oder für Sanierer, die sich orientieren wollen, wie viel mehr Steckdosen und Stromkreise sie benötigen. Aber auch Beleuchtungs- und Kommunikationsanschlüsse werden aufgelistet.

Festgehalten sind verschiedene Ausstattungswerte - 1, 2 oder 3. Zum Beispiel für die Küche sieht die Mindestausstattung der Stufe 1 fünf allgemeine Steckdosen sowie diverse andere Anschlüsse vorgesehen. Für Stufe 3, die Komfortausstattung, sind es unter anderem schon zwölf allgemeine Steckdosen.

Überspannungsschutz nicht vergessen

Außerdem sollte ein Überspannungsschutz vorgesehen werden. Dieser ist im privaten Wohnungsbau inzwischen Pflicht. Witterungs- oder anlagenbedingte Netzausfälle oder Überbelastungen sind zwar selten, kommen aber durchaus vor. Überspannungsschäden können nicht nur elektronische Geräte außer Gefecht setzen, sondern Kurzschlüsse auslösen und zu Bränden im Haus führen.

In Altbauten wird Sanierung zur Neuinstallation

Im Altbau kommen bei einem Umbau ähnliche Überlegungen zum Tragen, aber hier fehlt noch mehr: etwa in vielen Gebäuden der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter). Er schützt vor gefährlichen Stromschlägen. „Viele Elektroleitungen sind nicht nur zu gering dimensioniert, sondern auch marode und damit unsicher“, erläutert Michael Conradi, Projektleiter der Initiative Elektro+ in Berlin.

Es kann also in Altbauten durchaus nötig sein, dass eine Sanierung quasi zur Neuinstallation mutiert, erklärt Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren. „Hausanschluss, Verteiler und Unterverteiler sollten dann auf den aktuellen Standard aufgerüstet und, wenn nötig, komplett erneuert werden.“