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Umzug – droht ein Bußgeld, wenn ich die Ummeldung vergessen habe?

Ummeldung vergessen: Eine Frau hält ein Bund mit zwei Schlüsseln zwischen den Fingern, im Hintergrund stehen Umzugskartons
Für die Ummeldung des Wohnsitzes gilt meist eine Frist von zwei WochenFoto: Getty Images

Nachdem man umgezogen ist, muss die neue Wohnadresse der zuständigen Behörde mitgeteilt werden. Wer die Frist versäumt, muss mit einem Ordnungsgeld rechnen. Aber was tun, wenn man wirklich keine Zeit hat, krank oder anderweitig verhindert ist?

In Deutschland besteht Meldepflicht, wenn man am neuen Wohnort länger als sechs Monate wohnen wird. Kommt man der An- oder Ummeldung nicht nach, kann das ein saftiges Ordnungsgeld nach sich ziehen: bis zu 1000 Euro können die zuständigen Behörden verhängen. Wer die Frist zur Ummeldung jedoch nur um ein paar Tage versäumt hat, wird in der Regel nicht gleich so hart belangt und kann mit Kulanz seitens der Behörden rechnen.

50.000 Euro Bußgeld für Scheinanmeldungen

Richtig happig wird es hingegen für Vermieter, die die Adresse ihrer Wohnung Personen anbietet, die jedoch gar nicht einziehen wollen, sondern quasi nur den Briefkasten mieten. Für diese Scheinanmeldung ist laut Bundesmeldegesetz (BMG) ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro fällig.

Doch nicht nur, um ein mögliches Bußgeld zu vermeiden – eine rechtzeitige Ummeldung ist auch aus einem anderen Grund sinnvoll. Denn erst nach erfolgter An- oder Ummeldung kann man beispielsweise das Auto ummelden, Krankenkasse und Versicherungen informieren oder andere Behördengänge machen.

Droht ein Bußgeld, hat man das Ummelden am alten Wohnort vergessen?

Nein. Hat man das Ummelden am alten Wohnsitz vergessen, braucht man in der Regel keine Konsequenzen zu befürchten. Denn eine Pflicht zur Ummeldung oder besser Abmeldung der alten Wohnadresse besteht nicht – solange man innerhalb Deutschlands umzieht. Die Abmeldung wird durch die zuständigen Behörden untereinander durchgeführt. Wer seinen Hauptwohnsitz jedoch ins Ausland verlegt, muss den alten Wohnsitz in Deutschland abmelden.

Wo meldet man seinen Wohnsitz an, um oder ab?

Anmeldungen und Ummeldungen wurden früher bei den zuständigen Einwohnermeldeämtern vorgenommen. Seit 2015 tragen diese Behörden meist eine freundlichere Bezeichnung: Jetzt meldet man seinen neuen Wohnsitz beim Bürgeramt an, um oder ab. Übrigens: Von einer Ummeldung des Wohnsitzes spricht man, zieht man innerhalb der Stadt, Gemeinde oder des bisherigen Meldebezirks um. Wer in eine andere Gemeinde zieht, muss sich dort anmelden.

Prinzipiell ist eine Um- oder Anmeldung gebührenfrei. Einige Gemeinden erheben allerdings eine Bearbeitungsgebühr. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt zur Ummeldung 20 oder besser 50 Euro in bar mit. Genauere Informationen hierzu findet man auf der jeweiligen Internetseite des zuständigen Bürger- oder Bezirksamtes. Mittlerweile kann man vielerorts auch online einen Termin zur Ummeldung buchen.

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Was tun, wenn man verhindert ist zur An- oder Ummeldung?

In der Regel muss man zur An- oder Ummeldung persönlich beim Bürgeramt erscheinen. Einige Ämter akzeptieren jedoch auch die Einreichung der notwendigen Unterlagen per Post. Erscheinen muss man letztlich dennoch, um die neue Adresse im Personalausweis zu vermerken.

Hat man keine Zeit, persönlich bei der Meldebehörde zu erscheinen, gibt es die Möglichkeit, sich vertreten zu lassen. Was die Vertretung vorlegen muss? Eine schriftliche und unterschriebene Vollmacht, die in einigen Bundesländern wie Bayern sogar beglaubigt sein muss. Außerdem wichtig: Der Vertreter muss seinen gültigen Personalausweis vorzeigen sowie den Personalausweis der umzumeldenden Person.

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Welche Unterlagen braucht man selbst für die Ummeldung?

Zieht man als Mieter um, braucht man zur Ummeldung eine schriftlichen Bescheinigung des Vermieters, einer Verwaltungsgesellschaft oder eines Verwandten sein, bei dem man zum Beispiel mietfrei wohnt. Besteht ein Untermietverhältnis, muss der Hauptmieter die Bescheinigung ausstellen. Die Wohnungsgeber-Bescheinigung sollte folgende Angaben enthalten: Name und Anschrift des Wohnungsgebers, Name der meldepflichtigen Person, Einzugsdatum, Wohnadresse.

Unerlässlich, leider jedoch werden die wichtigsten Dokumente öfter mal vergessen: Für die Ummeldung und Adressänderung müssen Personalausweis sowie Reisepass vorgelegt werden.

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