29. Januar 2026, 6:27 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Im Winter zählt jeder Raummeter – zumindest bei denen, die mit Kamin oder Holzofen heizen. Doch nicht allein die Menge des eingekauften Holzes bestimmt, wie warm es in den eigenen vier Wänden wird. Der Wassergehalt spielt ebenfalls eine Rolle. Mit einem kleinen Gerät lässt sich die Feuchtigkeit im Holz unkompliziert messen. Es kann darüber entscheiden, ob das Holz seine volle Energie entfaltet – oder ob ein Großteil der Wärme ungenutzt durch den Schornstein zieht.
Feuchtes Holz kostet wertvolle Wärme
Frisch geschlagenes Holz ist alles andere als trocken: Je nach Sorte und Zeitpunkt der Ernte enthält es oft zwischen 40 und 60 Prozent Wasser. Diese Feuchtigkeit muss beim Verbrennen erst verdampfen, bevor das Holz überhaupt nennenswerte Wärme liefert – ein ineffizienter Prozess, der Energie verschwendet.
„Beim Verbrennen von feuchtem Brennholz wird zunächst ein großer Teil der Energie dafür benötigt, das im Holz enthaltene Wasser zu verdampfen“, erklärt Iris Dohmen vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks gegenüber myHOMEBOOK. Die Konsequenz: Die tatsächliche Heizleistung sinkt erheblich.
Ideale Restfeuchte liegt unter 20 Prozent
Damit das Holz effizient brennt, rät die Schornsteinfegermeisterin: „Brennholz sollte eine Restfeuchte von maximal circa 20 Prozent aufweisen. In diesem Bereich brennt das Holz effizient, sauber und mit guter Wärmeausbeute.“
Frisch geschlagenes Holz erfüllt diese Bedingungen in der Regel nicht. Es muss zunächst ausreichend lange und gut belüftet gelagert werden – oft über ein bis zwei Sommer hinweg. Wird zu feuchtes Holz dennoch verfeuert, drohen neben schlechter Wärmeausbeute auch Rückstände im Schornstein.
„Es entstehen mehr Ruß, Feinstaub und Teerstoffe, die sich im Schornstein ablagern können“, warnt Dohmen. Diese Rückstände erhöhen nicht nur den Reinigungsaufwand, sondern auch das Risiko eines Schornsteinbrandes. Zudem leiden Umwelt und Nachbarschaft unter stärkerer Rauchentwicklung und unangenehmen Gerüchen.
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Das Problem: Auch wenn ein Holzscheit von außen trocken aussieht, kann er im Inneren noch viel Feuchtigkeit enthalten. Besonders bei größeren Stücken oder bei Holz, das nur eine Sommersaison gelagert wurde, ist das keine Seltenheit. Mit bloßem Auge lässt sich der wahre Zustand kaum erkennen.
Mit diesem Gerät lässt sich die Feuchtigkeit im Holz messen
Wer zuverlässig feststellen will, ob das Holz bereit für den Ofen ist, sollte zur Technik greifen. „Eine zuverlässige Methode ist die Messung mit einem Holzfeuchtemessgerät, das den Feuchtigkeitsgehalt direkt anzeigt“, sagt Dohmen. Solche Geräte arbeiten mit zwei Metallspitzen, die in ein aufgespaltenes Scheit gedrückt werden. Innerhalb weniger Sekunden zeigt der Bildschirm den Feuchtigkeitswert in Prozent an – eine schnelle und effektive Kontrolle mit großer Wirkung.
Hinweis: Natürlich steigert das Messgerät die Brennwirkung nicht automatisch – vielmehr geht es darum, indirekt die Effizienz zu steigern, indem man das zu feuchte Holz noch weiter trocknen lässt oder bereits durchgetrocknete Scheite verfeuert.
Einfache Modelle gibt es bereits für weniger als 20 Euro im Handel. Damit sind sie günstiger als ein halber Raummeter Holz – und können dabei helfen, das Heizmaterial effizienter zu nutzen.
Nicht nur einzelnes Holzscheit messen
„Wer die Feuchtigkeit von gelagertem Brennholz testen möchte, sollte nicht nur ein einzelnes Stück messen. Besser ist es, mehrere Scheite aus unterschiedlichen Stellen des Holzstapels zu entnehmen. Auf diese Weise ergibt sich ein realistischer Durchschnittswert für die gesamte Charge – und ein sicheres Gefühl beim nächsten Anfeuern.“