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Schleifpapier – was ist der Unterschied zwischen Körnung und Streuung?

Was bedeuten Körnung und Streuung beim Schleifpapier?
Beim Schleifpapier kommt es nicht nur auf die Körnung, sondern auch auf die Streuung anFoto: Getty Images

Beim Arbeiten mit Holz kommt man um Schleifpapier oft nicht herum. Vor dem Regal im Baumarkt können die verschiedenen Schleifpapier-Arten aber schnell überfordern. Was die Zahlen über die Körnung verraten und wie sie sich von der Streuung unterscheiden, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Schleifpapier gibt es in vielen verschiedenen Varianten und für verschiedene Einsatzbereiche. In der Regel wird es dafür verwendet, Werkstücke aus Holz zu bearbeiten und zu schleifen. Für einen neuen Lackanstrich ist das raue Papier beispielsweise unerlässlich – es sorgt für eine bessere Haftung.

Schleifpapier – der Unterschied zwischen Körnung und Streuung

Bei Schleifpapier hat man es in der Regel mit verschiedenen Maßeinheiten zu tun – der Körnung und der Streuung. Die Körnung bezeichnet einerseits die Größe der einzelnen Körnchen, die auf dem Papier kleben. Je höher die Zahl der Körnung, die auf der Rückseite steht, desto feiner ist das Schleifpapier. Oft wird die Körnung in die Abstufungen „grob“, „mittel“ und „fein“ unterteilt. Allerdings handelt es sich dabei eher um grobe Richtwerte. Die Streuung gibt andererseits an, wie viele Schleifkörner es pro Flächeneinheit gibt. Bei einer dichten Streuung kann man die Holzspäne nicht so gut vom Holz abtrennen.

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Körnung

  • Grobe Körnung: Ein grobes Schleifpapier besitzt in der Regel eine Körnungszahl von unter 120. Man verwendet sie zum Anschleifen. Dabei trägt man relativ viel Material ab, allerdings bekommt man dadurch auch eine recht raue Oberfläche. Für den Vorschliff von Holz beginnt man meistens mit einer Körnung von rund 80. Kratzer und Unebenheiten lassen sich damit begradigen sowie das Material für den feineren Schliff vorbereiten.
  • Mittlere Körnung: Bei Körnungswerten zwischen 120 und 180 geht man üblicherweise von einer mittleren Körnung aus. Damit kann man nach dem Grobschliff die Oberfläche verfeinern und glätten. Alte Farbreste lassen sich mit einer mittleren Körnung gut abschleifen. Danach ist ein Werkstück aus Holz beispielsweise bereit für eine neue Lackschicht.
  • Feine Körnung: Die feine Körnung beginnt üblicherweise bei 180 und kann bis 1000 gehen. Dabei gibt es nach oben hin kaum Grenzen. Feinste Körnungen kommen beispielsweise bei der Metallbearbeitung zum Einsatz. Schleift man ein Stück Holz mit einer Körnung von 220 oder mehr, kann man die Oberfläche anschließend ölen, wachsen oder lasieren.

Streuung

  • Dichte Streuung: Hier ist die Unterlage nahezu komplett mit Schleifkörnchen belegt. Diese Streuung kommt meistens bei sehr feiner Körnung (über 220) zum Einsatz. Dadurch kann viel Material abgetragen werden, zudem ist das Papier lange haltbar. Meistens wird es für das Abschleifen von Metall verwendet. Bei Holz würde sich die Oberfläche schnell mit Spänen zusetzen.
  • Halboffene Streuung: Hier ist die Basis nicht vollständig mit Körnchen belegt, sondern nur zu rund 70 bis 80 Prozent. Aufgrund der größeren Zwischenräume kann der Abrieb besser abtransportiert werden. Diese Streuung eignet sich in der Regel bei einer feinen Körnung (für Hartholz, Kunststoff oder Lack.
  • Offene Streuung: Hier wird das Papier nur zwischen 50 und 70 Prozent von Schleifkörnchen bedeckt. Meistens geht die offene Streuung mit einer groben Körnung (unter 80) einher. Durch die großen Zwischenräume können weiche, zähflüssige oder sogar klebrige Materialien abtransportiert werden. Vor allem Nadelholz kann man damit gut abschleifen.

Tipp: Wer bei Arbeiten mit Schleifpapier einen Schleifklotz nutzt, hat den Vorteil, dass gleichmäßiger Druck auf die Oberfläche ausgeübt werden kann. Dafür kann man sich auch einfach ein Stück Holz zurechtsägen.

Woraus besteht die Körnung auf dem Schleifpapier?

Die kleinen Schleifkörnchen, die auf der Unterlage kleben, wurden früher aus Granat, Feuerstein oder Schmirgel hergestellt. Letzteres ist eine Mischung aus verschiedenen Gesteinen – daher stammt auch die landläufige Bezeichnung „Schmirgelpapier“. Auch Quarzsand kam zum Einsatz, wovon sich wiederum „Sandpapier“ ableitet. Da die Herstellung mit höheren Materialkosten verbunden war, greift man heutzutage auf Keramik, Aluminiumoxid oder Siliciumcarbid zurück.