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Küchentipp

Backblech oder Rost im Ofen – wann was zum Einsatz kommt

Backblech Rost: Ofen mit Rost und Backblech, auf dem eine Quiche in Auflaufform steht
Sieht einfach köstlich aus: Eine Quiche Lorraine wird auf einem Backblech aus dem Ofen geholtFoto: Getty Images

Backen, Schmoren und Braten gelingt nur richtig, wenn die Unterlage stimmt. Feine Gerichte und Böden verbrennen schnell bei einem zu heißen Back- oder Kuchenblech. Auf einem Rost können viele Gerichte jedoch schnell austrocknen. Wann man Rost oder Backblech benutzt, verraten Experten.

Backblech oder Rost? Die Frage, wann man was im Ofen benutzt, scheint erst mal banal. Allerdings gibt es Gerichte, die nur die eine Unterlage vertragen. Neben Hitze und Trockenheit im Ofen spielt auch das Gewicht der Gerichte und des Kochgeschirrs eine Rolle. Generell eignet sich ein Gitterrost für Gerichte, die bei Oberhitze oder mit dem Obergrill zubereitet werden. Auch viele Schmorgerichte kommen im Ofengeschirr lieber auf den Rost.

Das Backblech setzt man hingegen ein, wenn man Gerichte laut Rezept nicht im Topf gart. Beim Backen von Kuchen ist bei einem Ofenblech allerdings Vorsicht geboten. Und auch nicht jede Pizza wird richtig gut und lecker auf einem Blech. Wie man ein Backofenblech säubert – und ob man das überhaupt machen sollte – darüber scheiden sich die Kochgeister.

Backblech oder Rost? Experte gibt Tipps

Hans Christian Wohnhas hat lange Zeit in der Berliner Spitzengastronomie gekocht. Sein Tipp: „Schmor- und eine Vielzahl anderer Gerichte brauchen im heißen Ofen ausreichend Flüssigkeit, um richtig gut durchzugaren. Einfach auf den Rost oder das Backblech legen, macht dann wenig Sinn. Der Flüssigkeitsverlust ist zu stark, das Fleisch droht zu vertrocknen. Aushilfe dafür ist feuerfestes Ofengeschirr in vielen Materialien und Ausführungen, in dem man flüssigkeitsintensive Gerichte zubereitet. Ob auf Backblech oder Rost – hier kommt es auch auf das Gewicht an.“

Tendenziell gehört schweres Ofengeschirr wie eine Kasserolle eher auf ein stabiles Backblech. Töpfe mit weniger Gewicht, beispielsweise ein moderner Bräter, aber auch Soufflé-Formen mit dünnerem Boden schiebt man auf einem Rost in den Ofen. Was hier zählt, ist die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl von Koch und Köchin.

Tropfende Braten und Geflügel lieber auf Rost, anstatt auf Backblech

Fleisch- oder Geflügelgerichte wie Braten, Gans und Ente geben beim Bratvorgang eine Menge an Fett und Bratensaft ab. Solche Produkte gehören im Ofen daher besser auf einen Rost. Die Flüssigkeit tropft durch den Rost leichter ab und wird aufgefangen. Dazu schiebt man ein tieferes Blech oder Fettpfanne unterhalb des Rostes in den Ofen. Das hat zwei Vorteile. Der Ofen verschmutzt nicht so stark. Zudem lässt sich aus dem aufgefangenen Bratensaft hervorragend eine Soße zubereiten.

Kuchen nie auf Backblech backen

Kuchen sollten übrigens nicht auf einem Backblech gebacken werden. Das Blech wird schnell zu heiß und der Kuchen droht von unten zu verbrennen. Besser: Die Kuchenform auf einem Rost in den Ofen schieben und backen. Das Empfehlen die Experten vom Kochstudio des großen deutschen Pudding-Unternehmens Dr. Oetker.

Hersteller von Fertig-Pizzen aus dem Tiefkühler empfehlen oftmals die Zubereitung auf einem Rost. Der Boden der vorgebackenen Pizza verspricht durch die gleichmäßig verteilte Hitze besonders gut zu werden. Eine selbst gemachte, frische Pizza wird jedoch besser auf einem vorgeheizten Backblech gebacken. Auch ein heißer Pizzastein eignet sich gut, um einen frischen Teigboden schnell, heiß und gut durchzubacken.

Backbleche gibt es in vielen Variationen

In der Regel verwendet man ein emailliertes Backblech oder eines mit Antihaftbeschichtung. Je nach Backofen können Backbleche unterschiedlich groß ausfallen. Eine Normgröße gibt es bei Backblechen nicht. Praktisch sind Bleche, bei denen man die Breite stufenlos einstellen kann, und die zudem spülmaschinenfest sind. Ein Backblech aus Glas kostet rund 35 Euro, aus Aluminium ab 15 Euro. Günstige Bleche aus Stahl findet man schon unter zehn Euro. Im Handel sind eine Reihe von Backblechen mit spezieller Form erhältlich, zum Beispiel:

Lochblech

Das Backblech ist regelmäßig perforiert. Durch die kleinen Löcher wird die Hitze besser im Ofen verteilt. Brötchen sollen so besonders knusprig werden. Wird in vielen Profi-Bäckereien eingesetzt.

Baguette-Blech

Das Backblech ist länglich eingewölbt, um Baguette in der typischen langen Form zu backen.

Muffin-Backblech

Backblech mit eingewölbten Formen, die sich für das Backen von Muffins, kleine Kuchen oder Cupcakes eignen.

Pizza-Stein

Eine Steinplatte, die Hitze gleichmäßig speichert und einer selbstgemachten Pizza besonders gut bäckt. Verschiedene Materialien stehen zur Auswahl: Keramik, Schamott, Cordierit oder Speckstein.

Auch interessant: Wie passen zwei Tiefkühlpizzen auf ein Backblech?

Wie oft sollte man ein Backblech eigentlich reinigen?

Selten, so die überraschende Empfehlung von Anne Willian. In ihrem legendären Standardwerk „Die Große Schule des Kochens“ erklärt die Starköchin den Grund: „Backgeräte aus Metall, insbesondere Backbleche, sollten möglichst selten gereinigt werden. Mit der Zeit setzen sie Patina an, sodass Kuchen und Gebäcke sich meist lösen lassen, ohne zu zerbrechen.“ Willian rät generell zu Backblechen, die schwerer sind und bei starker Hitze nicht verziehen. Von randlosen Blechen oder solchen mit nur flachem Rand löst sich Gebäck leichter, sagt die Meisterin der Kochkunst.

Zugegeben, nicht jeder möchte warten, bis Patina das Backblech überzieht. Backbleche gibt es heutzutage in vielen verschiedenen Formen und Ausführungen. Wer lieber auf Patina verzichtet, benutzt in der Küche ein Backblech mit Antihaftbeschichtung, das von vielen Köchen gegenüber einem Blech aus Weißblech bevorzugt wird.

Natürlich kann man auch Backpapier verwenden, was von vornherein ein Anbacken verhindert. In diesem Artikel von myHOMEBOOK erklären Experten, wie man das imprägnierte Papier nach Gebrauch richtig entsorgt.

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