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Vor- und Nachteile

Sind Dampfreiniger besser als herkömmliche Bodenwischer?

Dampfreiniger
Dampfreiniger können vielfältig im Haushalt eingesetzt werdenFoto: iStock / jchizhe

Dampfreiniger gelten als wahre Alleskönner im Haushalt. Egal ob Sofa, Matratze, Fenster oder Boden – mit einem Dampfreiniger soll alles hygienisch sauber werden. Worauf man bei den Geräten achten sollte und wie sie einzusetzen sind.

Es gibt so viele verschiedene Reinigungsgeräte, dass manche Abstellkammern zu platzen drohen. Staubsauger, Wischer – das alles nimmt Platz weg. Dampfreiniger vereinen mehrere Putzutensilien. Mit hohem Druck wird dabei Dampf durch die Düsen gepresst. Erste Schmutzpartikel lösen sich dadurch bereits – zudem ist der Dampf mindestens 100 Grad Celsius heiß. Dabei wird auch festsitzender Schmutz gelöst. Dank eines Wischüberzugs werden dann die Schmutzpartikel auch entfernt, indem man sie einfach wegwischt.

Der Dampfreiniger – ein vielfältiges Putzgerät

Dampfreiniger haben in der Regel verschiedene Aufsätze, sodass man sie auch in unterschiedlichen Bereichen im Haushalt einsetzen kann.

Fliesen und Fugen

Ideal lässt sich der Dampfreiniger für die Reinigung von Fliesen beispielsweise im Bad oder in der Küche nutzen. Der Dampf löst den Schmutz nicht nur von den Fliesenspiegeln, sondern auch gleich aus den Fugen. Dank des heißen Dampfes werden zudem Bakterien und Viren beseitigt. Wenn die Fugen zu verschmutzt sind, empfiehlt es sich eine Fugenbürste, falls vorhanden, als Aufsatz zu verwenden.

Wichtig: Silikonfugen sollte man nicht mit dem Dampfreiniger behandeln. Der Kunststoff verträgt den heißen Dampf eher schlecht. Möglich ist die Behandlung nur, wenn man genügend Abstand zu den Silikonfugen hält.

Armaturen in Bad und Küche

Auch Armaturen aus Chrom oder Edelstahl kann man mit dem Dampfreiniger sauber machen. Selbst Abzugshauben kann man so reinigen. Weil manche Materialien aber kratzempfindlich sind, sollte man darauf achten, etwa eine Punktstrahldüse zu verwenden. Außerdem sollte man anschließend mit einem Mikrofasertuch die gereinigte Fläche trockenwischen.

Fenster

Mit dem Dampfreiniger lassen sich auch Fenster putzen. Dafür benötigt man einen entsprechenden Aufsatz, der über Fensterdüsen verfügt. Die dazugehörende Gummilippe verhindert, dass auf der Scheibe Wasserrückstände verbleiben. Für Fenster eignen sich auch Dampfsauger.

Teppiche und Teppichböden

Wer seinen Teppich mit einem Dampfreiniger behandeln möchte, muss einiges beachten. Denn aufgrund des heißen Dampfes und hohen Drucks könnten sich Fasern oder der Kleber lösen. Zunächst sollte man die Hersteller-Angaben des Teppichs beachten. Kurzflor-Teppiche sind robuster als Teppiche mit längeren Fasern. Empfohlen wird, am Dampfreiniger ein Mikrofasertuch zu befestigen, bevor man den Teppich reinigt, sowie die niedrigste Stufe der Dampfstärke zu wählen. Ähnlich wie bei Fenstern eignen sich für Teppiche auch sogenannte Dampfsauger.

Matratzen

Matratzen vergisst man beim Haushaltsputz gerne mal. Dabei sammeln sich dort im Laufe der Zeit auch Schmutzpartikel, Hautschuppen oder etwa Milben. Der Dampfreiniger eignet sich dafür, um zumindest oberflächliche Flecken zu beseitigen. Allerdings ist auch dabei Vorsicht geboten: Es sollte nicht zu viel Wasser in die Matratze einziehen, da sich sonst Schimmel bilden und die Struktur der Matratze zerstört werden könnte.

Holz- oder Laminatböden

Böden aus Holz reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit, deshalb sollte man bei der Nutzung eines Dampfreinigers vorsichtig sein. Denn der Boden kann aufquellen, sich verziehen oder schützende Versiegelungen werden gelöst. Hartversiegelte Böden kann man mit dem Dampfreiniger säubern. Allerdings auch nur, wenn es keine tiefen Kratzer gibt, da die Nässe sonst ins Holz ziehen kann. Außerdem sollte man grundsätzlich Wasserpfützen vermeiden oder sofort aufwischen. Um den Boden zusätzlich zu schützen, empfiehlt es sich, mehrere Mikrofasertücher vor den Düsen zu befestigen, damit weniger Dampf durchströmen kann. Gleiches gilt für die Reinigung von Laminatböden.

Polstermöbel

Ob der Dampfreiniger auch für Reinigung des Sofas geeignet ist, hängt unter anderem von der Hitzeempfindlichkeit ab. Zudem sollte das Gerät auch für die Polsterreinigung ausgewiesen sein. Ähnlich wie bei Matratzen sollte man Polstermöbel nicht zu lange bedampfen, weil sie sonst durchnässen.

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Was bei Dampfreinigern sonst noch zu beachten ist

Wer mit einem Dampfreiniger putzt, braucht kein Putzmittel. Herkömmliche Reiniger könnten dem Gerät sogar schaden. Bei einigen Produkten gibt es allerdings auch spezielle Mittel, die extra für Dampfreiniger geeignet sind.

In Regionen, wo das Leitungswasser sehr kalkhaltig ist, sollte man den Dampfreiniger mit destilliertem Wasser befüllen. Der Kalk bleibt sonst bei der Nutzung im Gerät zurück und kann Düsen und Ventile verstopfen.

Hier kann der Dampfreiniger noch eingesetzt werden

Boden wischen, Fenster putzen oder Fliesen reinigen: Mit einem Dampfreiniger kann man aber auch weniger herkömmliche Dinge putzen. Zum Beispiel:

  • Heizung: Der Heizkörper lässt sich nur schwer reinigen. Mit einem schmalen Aufsatz kommt man mit einem Dampfreiniger auch in die kleineren Ecken.
  • Garten: Auch lästiges Unkraut kann man mit heißem Dampf entfernen. Im ersten Jahr sollte man das Unkraut etwa drei bis viermal bedampfen.
  • Filter: Die Dunstabzugshaube kann man von außen mit dem Dampfreiniger säubern – aber auch den Filter. Der heiße Dampf löst Schmutzpartikel und Fett.

Was sagt die Expertin?

Hélène Staiber ist Meisterin im Gebäudereiniger-Handwerk und Mietglied des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks. Sie sieht viele Vorteile beim Dampfreiniger, aber auch Nachteile.

Ein großer Vorteil: Dampfreiniger sind sehr umweltverträglich, da beim Reinigen keinerlei Chemie benötigt wird, erklärt sie gegenüber myHOMEBOOK. „Dampfreiniger benötigen viel weniger Wasser, als bei der herkömmlichen Reinigung zum Einsatz kommen würde. Aus einem Liter Wasser können circa 1500 bis 1800 Liter Dampf gewonnen werden“, so Staiber. Zudem werden durch den heißen Wasserdampf „Bakterien und Milben abgetötet oder deren Anzahl mindestens erheblich reduziert“.

Ein Nachteil sind ihrer Meinung nach unter anderem die teilweise hohen Anschaffungskosten und Unterhaltungskosten: „Es wird auf jeden Fall mehr Strom benötigt als bei der herkömmlichen Reinigung“. Teilweise erweist sich der Dampfreiniger auch als unpraktisch. Es gibt eine lange Vorbereitungszeit, bis geputzt werden kann. Der Wassertank muss gefüllt und gegebenenfalls auch gewartet werden, bis genug Dampf entsteht. Zudem kann es auch zu Unterbrechungen kommen, wenn der Tank nachgefüllt oder Dampf nachproduziert werden muss, so die Expertin. Außerdem kann es auch zu Schäden durch zu heißen Wasserdampf auf empfindlichen Oberflächen kommen.

Was ist nun besser – Dampfreiniger oder herkömmliche Wischer? „Ich glaube, das ist Geschmacksache. Wobei ausschließliches Reinigen nur mit dem Dampfreiniger wohl utopisch ist, gerade wenn es um Spontanverschmutzungen geht“, so Hélène Staiber.

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