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Diese 16 Pinsel-Arten sollten Sie kennen

Pinsel für jede Situation
Für jede Situation gibt es den passenden PinselFoto: Getty Images

Mit einem Pinsel tragen Sie Farbe auf. Mit dem richtigen Pinsel tragen Sie Farbe besser auf – und haben sogar Spaß dabei. Je besser der Pinsel, desto besser das Resultat. Es gibt allerdings große Qualitätsunterschiede, gerade, was die Borsten betrifft. myHOMEBOOK sprach mit einem Pinsel-Profi und stellt die 16 wichtigsten Sorten vor!

Beim Kauf eines Pinsels sollten Sie in erster Linie auf die „Besteckung“ achten. Damit meinen Profis, wie die Borsten im Pinsel eingefasst sind. Thomas Holland-Letz vom Verband der deutschen Pinsel- und Bürstenhersteller e.V.: „

Holland-Letz empfiehlt zudem, die Hinweise der Lack-Hersteller zu beachten. „Gute Pinselhersteller geben auch auf ihrer Verpackung an, für welche Farben der Pinsel geeignet ist.“ Damit der Pinsel beim Malen richtig und sicher in der Hand sitzt, ist außerdem ein feingeschliffener und unlackierter Holz-Stiel von Vorteil.

Welche Borsten eignen sich für Maler- und Lackierarbeiten auf Wasserbasis?

Um zum Pinsel mit der richtigen Besteckung zu greifen, sollten Sie sich klar machen, mit welcher Art von Farbe oder Lack Sie es zu tun haben. Farbe oder Lack auf Wasserbasis tragen Sie am besten mit Pinseln mit Kunstfaser-Borsten auf. Diese verteilen den wasserbasierten Anstrich besser. Naturborsten sind hingegen ungeeignet, denn sie quellen im Wasser auf und werden anschließend spröde. Das führt zu einem unschönen Malergebnis.

Tipp: „Die Borsten sollten sehr weiche und feine Spitzen haben, mit genügend Fülle in den Spitzen“, so Holland-Letz.

Was muss ich beachten, wenn ich lösungsmittelhaltige Lacke oder Farbe auftrage?

Ganz wichtig: Nach jeder Benutzung muss der Pinsel mit Lösungsmittel gereinigt werden! Wie Holland-Letz vom VDPB allerdings betont, werden solche Farb-Systeme jedoch kaum noch verarbeitet. Denn Lösungsmittel sind geruchsbelästigend und gehen zu Lasten der Umwelt. Sollte dennoch mit lösemittelhaltigen Stoffen gearbeitet werden, ist beim Lackieren und anschließenden Trocknen auf eine ausreichende Belüftung zu achten.

Holland-Letz: „Für solche Lacke werden Pinsel mit ausreichend kräftigen Borsten zum guten Verteilen der Farbe benötigt. Auch ist auf die richtige Länge der Borsten zu achten.“

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Lässt sich eigentlich mit einem hellen Farbton leichter streichen als mit einem dunklen?

Nein. Der Farbton hat keinen Einfluss auf das Ergebnis des Streichens. Holland-Letz ergänzt: „Das gilt auch für die Wahl des Pinsels.“ Es gibt keinen nur für dunkle oder helle Farben geeigneten Pinsel.

Wie reinigt man einen Pinsel richtig?

Da meist nur noch Lacke auf Wasserbasis verwendet werden, ist die Reinigung eines Pinsels denkbar einfach. „Mit Wasser gründlich und bis ins Innere auswaschen und wieder in Form bringen. Im Idealfall hängend trocknen,“ empfiehlt der Pinsel-Profi vom Verband der deutschen Pinsel- und Bürstenhersteller.

Wird mit lösemittelhaltigen Lacken gearbeitet, sollte man immer den speziellen Pinselreiniger verwenden. Holland-Letz: „Empfehlungen finden sich sowohl auf der Lackdose als auch auf der Verpackung des Lösemittels.“

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Welcher Pinsel eignet sich für welche Situation?

Nicht nur die Qualität der Borsten und Besteckung ist für einen guten und gleichmäßigen Farb- bzw. Lack-Auftrag wichtig. Entscheidend ist, dass man überhaupt die richtige Pinsel-Form in der Hand hält. Mit einem kleinen, runden Pinsel kommen Sie beispielsweise schlecht an unzugängliche Ecken hinter einem Heizkörper. Es gilt: Für jeden Topf den passenden Deckel – für jede Situation den passenden Pinsel! Die wichtigsten sind:

Zum Lackieren von Fensterrahmen, Rohren oder Ecken

Für nichtflächiges Malern und Lackieren ist der Rund- oder Ringpinsel die erste Wahl. Warum rund? Die Borsten sind in einem Metallring zusammengefasst. Im Ring befindet sich ein Tank, darin sammelt sich die Farbe. Auch der Stiel ist abgerundet. So können Sie, während Sie die Farbe aufstreichen, den Pinsel drehen und erzielen dadurch eine gleichmäßigen Anstrich.

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Zum Lackieren großer Flächen

Der Flach- oder Lackierpinsel eignet sich gut für größere Flächen. Man kann mit ihm auch schmale Striche malen, indem man mit dem Pinsel quer streicht. Damit er gut in der Hand liegt, hat er einen kurzen Stiel. Tipp: Arbeiten Sie mit einem unbeschichteten Holzstiel, denn dieser saugt Feuchtigkeit gut auf und ist besonders handlich.

Große Flächen streichen

Für große Flächen eignet sich ein breiter Flächenstreicher mit Kunststoff-Borsten. Sie können aber auch einen Lackierroller mit Mikrofasern einsetzen. Mit einem Schaumstoffroller werden die lackierten Flächen anschließend nachbearbeitet.

Mit einem Farbroller können Sie auch Farbe auf großen Flächen auftragen. Farbrollen gibt es aus Lammfell, Velours oder Schaumstoff. Möchten Sie die Decke streichen, können Sie die Rolle mit einer Teleskop-Stange verlängern.

Tipp: Wollen Sie auf eine Fläche Öl auftragen, beispielsweise auf Dielen oder Gartenmöbel, eignet sich dafür gut ein Putzlappen. So können Sie das Holz vor Austrocknen und Rissbildung schützen.

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Wände einkleistern oder grundieren

Ein Quast ist ein sehr breiter Pinsel mit weichen, längeren Borsten. Damit können Sie Farbe großflächig auftragen, Wände einkleistern oder Tapeten nässen. Auch zur Tiefengrundierung eignet sich der Quast. Wie so oft gilt auch hier: Je besser die Qualität des Quasts, desto akkurater wird tapeziert.

Fenster- und Türrahmen

Um einen Fensterrahmen sauber zu streichen, sind die Borsten des Fenster-Pinsels schräg angeschnitten. Mit dieser Pinsel-Art können Sie auch Türrahmen präzise streichen. Die Borsten sind entweder aus synthetischem Material oder naturbelassen.

An, zwischen und hinter Heizungen

Wegen seines langen Stiels, der manchmal auch angewinkelt ist, kommen Sie mit dem Heizkörperpinsel auch in die Zwischenräume von Heizkörpern oder andere schwer zugängliche Stellen. Gut geeignet ist der Heizkörperpinsel auch für Ecken und Kanten.

Kleine, verwinkelte Ecken

Der Plattpinsel ist eine Mischung aus Heizkörperpinsel und Flachpinsel. Mit diesem Werkzeug können Sie viele sonst unzugängliche Stellen leicht ausbessern, zum Beispiel Rohre. Der Pinsel-Kopf ist zum Holzstiel leicht abgewinkelt, was besonders bei schwierigen Stellen wie Innenkanten und kleinen Ecken praktisch ist. Sie können mit dem Platt-Pinsel auch gut Lackier-Arbeiten durchführen.

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Bei aggressiver Beize

Arbeiten Sie mit aggressiven Lacken oder Beizen, dürfen diese nicht mit einer Metall-Fassung am Pinsel in Berührung kommen. Deshalb haben Abbeizpinsel eine Fassung aus Kunststoff und Nylon-Borsten.

Feine Arbeiten und Vergolden

Für kleine, aber feine Arbeiten bietet sich der Künstler- oder Feinhaar-Pinsel an. Mit diesem können Sie filigrane Konturen ziehen, Porzellan bemalen oder Aquarelle malen. Aber auch Vergoldungen werden mit einem Feinhaarpinsel durchgeführt.

Fassaden

Mit einem Fassadenpinsel streichen Sie Wände und Fassaden. Für größere Flächen bietet sich eine breite Besteckung der Borsten an. Schwierige Stellen können mit einem abgewinkelten Fassaden-Pinsel leichter erreicht werden. Und es gibt auch hier Modelle mit Teleskop-Stange.

Große Flächen

Auch ein Flächenstreicher hat eine breite Besteckung. Wie der Name es schon sagt, streicht man damit größere Flächen, Wände oder Fußböden. Die Borsten können eckig oder oval angelegt sein. Eine eckige Besteckung eignet sich beispielsweise gut für Lackier-Arbeiten. Ein Flächenstreicher mit ovaler Besteckung wird hauptsächlich zum Lasieren verwendet.

Tapezieren

Ohne dieses nützlichen Werkzeug wird das Tapezieren zur Qual: Mit einem Tapezierwischer bringen Sie eine mit Kleister versehene Tapete an der Wand an. Außerdem können Sie mit dem Wischer bzw. der Bürste Luftblasen und hässliche Falten ausdrücken und die Tapete glatt ziehen. Damit die Tapete nicht verletzt wird, sind die fünf Zentimeter langen Borsten in der Regel aus weichem Rosshaar. Das Holzstück, an dem sie besteckt sind, ist rund 30 Zentimeter lang und hat meist ein Loch zum Greifen.

Weiche Konturen, Farbverläufe und Übergänge

Mit einem Lasurpinsel mit weichen Borsten können Sie gleichmäßig Flächen lackieren, firnissen oder mit Farbe streichen. Außerdem lassen sich mit diesem Werkzeug hervorragend weiche Übergänge erzeugen. Der TV-Maler Bob Ross setzte diesen Pinsel oft ein, zauberte damit seine unverwechselbaren weichen Farbverläufe.

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Für sehr schwer zugängliche Stellen

Wo der Heizkörperpinsel nicht mehr hinreicht, kommt der Winkelpinsel zum Einsatz. Er wird auch Knollenpinsel genannt, die Borsten sind auf dem Pinselkopf rund besteckt. Zum Kopf, der einen Durchmesser zwischen 8 und 20 Millimeter besitzen kann, gehört ein langer Holzstiel, der am Ende ein schräg gebohrtes Loch hat, in dem der Kopf verschraubt ist.

Für kleine Ausbesserungen

Der Kleinpinsel wird für kleine Ausbesserungs- und Veredelungsarbeiten verwendet. Mit diesem Werkzeug lässt sich sogar filigranes Blattgold behutsam auftragen.

Für Böden

Mit einer Streichbürste lassen sich Fußböden, Terrassen-Dielen, aber auch Holzdecks leicht streichen, ölen und beschichten. Damit man sich bei der Arbeit nicht bücken muss, hat die Fußboden-Streichbürste in der Regel einen langen Holzstiel und ähnelt damit einem Besen. Der Bürstenkopf hat meist eine Breite von 200 bis 500 Millimeter.

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