Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Forscher schlagen Alarm

Häufiges Putzen ist so schädlich wie 20 Zigaretten täglich

Putzen kann die Gesundheit gefährden
Besonders Reinigungssprays belasten die LungeFoto: Getty Images

Allergien, Lungenödeme, Asthma – zu häufiges Putzen geht auf die Lunge! Experten vergleichen die Belastung mit den Auswirkungen von 20 Zigaretten am Tag. myHOMEBOOK erklärt, was die Forscher herausgefunden haben und wie Sie sich schützen können.

Reinigungsmittel gibt es viele. Nach Schätzungen der EU-Kommission sind bis zu 60.000 verschiedene Putzmittel in der EU erhältlich. Viele davon sind aggressiv, können beim Menschen auf Dauer die Lunge schädigen, Allergien auslösen oder zu Hautschäden führen.

Studie belegt Beeinträchtigung der Lunge

An der Studie nahmen in einem Zeitrahmen von 20 Jahren über 6000 Menschen teil. Im Durchschnitt waren sie zu Beginn der Untersuchung 34 Jahre alt. Mit der Zeit wurde deutlich: Die Lunge derjenigen, die viel putzen, altert so schnell wie bei einem Kettenraucher. Die irritierten Atemwege können dauerhaft geschädigt werden. Betroffene leiden unter Luftnot und lebensgefährlichen Asthma-Anfällen. Der Auslöser sind giftige Dämpfe aus Reinigern, die unbeabsichtigt eingeatmet werden. Besonders gefährlich: Sprühnebel durch Reingungs-Sprays.

Auch interessant: Diese heimischen Pflanzen sind pures Gift

Backofen-Spray besonders ungesund

In einem Interview des Deutschlandfunks warnte der Lungenarzt Norbert Mülleneisen schon 2008 vor Backofen-Sprays. Kriecht man zum Putzen in den Backofen rein, sei das wie eine Inhalationskammer. „Dann atmet man unheimlich viel vom Backofen-Spray ein. Das verursacht dann wahnsinnig tolle Asthma-Anfälle oder auch richtige Lungen-Ödeme: Je nachdem, was Sie inhalieren oder wie viel Sie davon inhalieren“, so der Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde.

Backofenreiniger
Backofen als Inhalationskammer: Putzen Sie besser mit MundschutzFoto: dpa picture alliance

Auch die Haut leidet

Es reichen schon kleinste Mengen! Wer mit scharfen Reinigungsmitteln in Kontakt kommt, entwickelt schnell Hautirritationen und Allergien. Grund: Die natürliche Säure-Schutzschicht der Haut wird durch Chemikalien in den Putzmitteln zerstört. Logisch, denn Reinigungsmittel unterscheiden nicht zwischen Bakterien auf der Toilette oder der Haut.

Auch interessant: Darum sollten Sie Ambrosia sofort aus dem Garten entfernen

Wie kann ich mich beim Putzen schützen?

Die richtigen Handschuhe sind beim Putzen ganz wichtig. Schutzhandschuhe werden in drei Kategorien eingeteilt:

  • Kategorie 1 schützt vor Schmutz und geringer Verletzungsgefahr.
  • Kategorie 2 gibt Sicherheit bei mittleren Risiken, beispielsweise vor mechanischen Gefahren.
  • Kategorie 3 bieten den höchsten Schutz vor Chemikalien oder tödlichen Gefahren. Benutzen Sie beim Putzen Schutzhandschuhe dieser Kategorie.

Was schützt noch vor ätzenden Reinigern?

  • Tragen Sie eine Atemschutzmaske.
  • Bei ganz scharfer Chemie: Schutzkleidung anziehen.
  • Putzen Sie bei ausreichender Belüftung.
  • Keinen Mix! Benutzen Sie jeweils nur ein Reinigungsmittel.
  • Schutz vor giftigen Dämpfen: Verwenden Sie nicht zu heißes Wasser!
  • Dosieren Sie die Reinigungsmittel vorsichtig und maßvoll.
  • Verwenden Sie umweltfreundliche Putzmittel.
  • Verzichten Sie auf Reinigungs-Sprays, auch Bio-Sprays können Allergien auslösen.
  • Wenn schon Sprühflasche: Wählen Sie nicht die feinste Einstellung der Düsen.

Themen