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Ursachen und Bekämpfung

Wie Sie im Winter Schimmel in der Wohnung vermeiden

Es gibt Hausmittel, mit denen Sie Schimmel in der Wohnung bekämpfen können
Schimmel muss nicht immer mit der Chemiekeule bekämpft werdenFoto: Getty Images

Vor allem im Winter haben viele Haushalte aufgrund der Temperaturunterschiede drinnen und draußen mit Schimmel zu kämpfen. Besonders in Räumen, wo eine erhöhte Luftfeuchtigkeit herrscht, setzen sich dann die Pilzsporen fest. myHOMEBOOK erklärt Ihnen, wie es zu Schimmel kommt, worauf Sie achten müssen und wie Sie ihn bekämpfen.

Auch wenn es im Winter draußen kalt ist, sollten Sie Fenster und Türen nicht die ganze Zeit über geschlossen halten. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, richtig zu lüften und Schimmelbildung zu vermeiden. Denn Schimmel in der Wohnung ist nicht nur unschön, sondern kann für Ihre Gesundheit gefährlich werden. Die Sporen können zu Schlafstörungen, Migräne, Hautekzemen, Erkältungssymptomen und sogar zu Asthma führen. Daher ist es wichtig, den Schimmel auch im Winter zu bekämpfen.

Diese Schimmelarten gibt es

Der UCEH, ein Fachbetrieb für Schimmelbeseitigung und Schimmelsanierung aus Berlin, beschreibt fünf verschiedene Schimmelarten, die nicht nur im Winter in Wohnungen oder Häusern zu finden sind.

1. Grüner Schimmel

Der Grüne Schimmel ist die bekannteste Art. Er tritt vor allem auf verdorbenen Lebensmitteln auf, kann sich aber auch in Wohnungen oder Häusern ansetzen – bevorzugt im Keller oder in kühlen Schlafzimmern.

2. Schwarzer Schimmel

Der schwarze Schimmel setzt sich oft in Wohnungen an der Wand oder in Ecken von Zimmern ab. Er bildet sich in einem warmen und feuchten Umfeld, daher findet man ihn oft in Badezimmern oder anderen Räumen, in denen hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.

3. Roter Schimmel

Roter Schimmel tritt oft auf Getreideerzeugnissen auf. Er kann sich allerdings auch auf Papiertapeten, Pappe oder Holz absetzen.

4. Gelber Schimmel

Gelber Schimmel ist in deutschen Häusern und Wohnungen eher selten. Dennoch sollte man über ihn wissen, dass er eine der gefährlichsten ist, da er auf Möbel und Wänden schwer erkennbar ist. Häufig setzt er sich auch auf stärkehaltigen Lebensmitteln ab.

5. Weißer Schimmel

Weißen Schimmel übersieht man aufgrund seiner Farbe oft. Dadurch kann er sich in vielen Fällen weit ausbreiten, bevor man ihn entdeckt und entfernen lässt. Um sich auszubreiten benötigt auch er die Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit.

Generell ist darauf hinzuweisen, dass jede dieser Schimmelarten gesundheitsgefährdend sein und Beschwerden hervorrufen kann. Häufige Symptome sind gereizte Atemwege, Schleimhäute, Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Was tun bei einer Schimmelallergie?

Es ist auch möglich, gegen Sporen oder Bruchstücke von Schimmelpilzen allergisch zu reagieren. Auf welche konkrete Allergene ein Betroffener reagiert, erfährt man oft nur durch eine sehr detaillierte Analyse. Typische Symptome sind aber Fließschnupfen, Niesanfälle und Husten. In schwereren Fällen kann man auch an Nesselfieber oder einem allergischen Asthma leiden. Nimmt man die Sporen über Lebensmittel ein, können auch Magen- und Darmbeschwerden auftreten.

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Akute Beschwerden können mit antiallergischen Medikamenten behandelt werden. Zielt man auf eine langfristige Besserung oder sogar das Zurückdrängen der Allergie ab, bietet sich hingegen eine Hyposensibilisierung an. Dabei wird über einen Zeitraum schrittweise die Allergendose gesteigert, damit sich das Immunsystem an die betreffenden Allergen gewöhnt und der Betroffene weniger stark oder überhaupt nicht mehr reagiert.

Ursachen für Schimmel

Die Schimmelbildung in der Wohnung kann mehrere Ursachen haben:

  • schlecht gedämmte Außenwände
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • Möbel stehen zu nah an den Außenwänden und verhindern die Luftzirkulation
  • schlecht gelüftete Zimmer sowie kalte Fensternischen

Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit oder schlecht gelüfteten Zimmern können Mieter und Eigentümer Abhilfe schaffen. Vorbeugend gegen Schimmelwachstum wirkt richtiges Heizen und Lüften mit dem regelmäßigen Abführen der Feuchtigkeit nach außen, wie das Umweltbundesamt informiert.

Richtig lüften – auch im Winter

Es sollte also mehrmals täglich etwa zehn Minuten lang quer- oder stoßgelüftet werden. Dafür öffnen Sie im Idealfall Fenster in gegenüberliegenden Zimmern gleichzeitig. Das gilt auch im Winter. Besonders in dieser Jahreszeit muss regelmäßig gelüftet werden, damit überschüssige Feuchtigkeit den Raum verlassen kann.

Wichtig: Das Lüften auf Kipp bringt nichts. Die Luft braucht deutlich länger, um zu zirkulieren. Außerdem kühlen auf diese Weise die Wände schneller ab, was Schimmel wiederum begünstigt.

Die optimale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung

Zudem sollte die Luftfeuchtigkeit in allen Räumen zwischen 40 und 60 Prozent betragen. Außer im Badezimmer, da sollte der Wert zwischen 50 und 70 liegen. Am besten messen diese mithilfe eines Hygrometers regelmäßig nach.

Woran erkenne ich Schimmel in der Wohnung?

Den eindeutigsten Hinweis auf Schimmel in Ihrer Wohnung geben die allseits bekannten schwarzen oder braunen Punkte und Flecken an Wänden, Decken und in Fugen.

Manchmal befinden sich derartige Stellen aber auch hinter Möbeln, sodass sie oft gar nicht oder erst sehr spät entdeckt werden. Sollte dies der Fall sein, tritt in den meisten Fällen aber ein modriger Geruch im betroffenen Raum auf. Dieser wird durch den Stoffwechsel des Schimmelpilzes verursacht.

Wie sich Schimmel bekämpfen lässt

Es gibt einige Mittel, mit denen Sie den Schimmel bekämpfen können – und das sollte nach seiner Entdeckung auch unverzüglich passieren.

Das günstigste Hausmittel ist Spiritus aus dem Drogeriefachhandel oder dem Baumarkt. Alternativ kann man auch medizinischen Alkohol (70 bis 80 Prozent) oder drei- bis sechs-prozentiges Wasserstoffperoxid aus der Apotheke benutzen. Bei der Benutzung sind folgende Schritte zu einzuhalten:

  1. Fenster im betroffenen Raum öffnen und Türen zu anderen Räumen schließen
  2. Gummihandschuhe anziehen (am besten auch eine Atemschutzmaske, eine Schutzbrille und einen Schutzanzug tragen)
  3. einen Lappen oder Schwamm mit dem Alkohol tränken und den Schimmel damit abwischen (alternativ kann der Alkohol auch aufgesprüht werden)
  4. ein paar Minuten einwirken lassen
  5. anschließend mit Küchenrollenpapier abwischen
  6. die betroffene Stelle mehrmals hintereinander auf diese Weise behandeln
  7. den Lappen/Schwamm sowie das Küchenpapier in einem verschlossenen Beutel entsorgen, damit sich die Schimmelsporen nicht in der Wohnung ausbreiten

Im Einzelhandel gibt es außerdem etliche chemische Mittel für die Schimmelbekämpfung und -beseitigung zu kaufen. Viele von ihnen wirken zwar effektiv, sind aber auch für die Gesundheit oder Umwelt nicht ungefährlich. Chlorhaltige Mittel können zum Beispiel die Atemwege, Haut und Augen reizen.

Wann ein Schimmel-Experte ran muss

Bei einem größeren Schimmelbefall (größer als eine Handfläche) sollten Betroffene einen Experten hinzuziehen. Für die Einschätzung sind Beratungsstellen, Mietervereine und Verbraucherzentralen zuständig.

Bei Schimmel Hausverwaltung oder Vermieter informieren

Wichtig ist, dass Sie unverzüglich Ihrer Hausverwaltung oder Ihrem Vermieter schriftlich Bescheid geben, sobald Sie Schimmel in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus entdeckt haben. „Grundsätzlich gilt bei allen Wohnungsmängeln, dass der Vermieter informiert werden muss, damit er sich um diese Mängel kümmern kann“, betont ein Sprecher des Deutschen Mieterbundes gegenüber myHOMEBOOK. Damit könne verhindert werden, dass die Schäden immer größer werden. „Mieter, die Mängel oder Schäden in der Wohnung dem Vermieter nicht anzeigen, machen sich unter Umständen schadensersatzpflichtig, wenn der Schaden durch ihr Nichtstun noch größer wird.“

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Pflichten des Vermieters bei Schimmelbefall

Nach der Benachrichtigung des Vermieters wird die Ursache für die Schimmelproblematik untersucht. Dabei wird geklärt, ob der Schimmelschaden seine Ursache in der Bausubstanz der Wohnung oder des Hauses hat. Wenn Baumängel auszuschließen sind, muss herausgefunden werden, ob der Mieter verantwortlich oder zumindest mitverantwortlich ist – beispielsweise durch falsches Heizen oder Lüften.

„Hat der Vermieter beispielsweise mithilfe eines Sachverständigengutachtens ausgeschlossen, dass Baumängel für die Schimmelschäden verantwortlich sind, muss der Mieter nachweisen, dass er ausreichend geheizt und gelüftet hat. Die Frage, ob und inwieweit der Mieter geheizt hat, ergibt sich beispielsweise aus der Heizkostenabrechnung“, erklärt der Sprecher des Deutschen Mieterbunds weiter.

Was sind meine Rechte als Mieter bei Schimmelbefall?

Sollte sich herausstellen, dass der Mieter nicht für den Schimmel verantwortlich ist, kann er laut dem Deutschen Mieterbund Abhilfe fordern – also das Abstellen des Mangels und die Beseitigung der Schimmelschäden. Solange die Schimmelschäden vorliegen, könne die Miete gemindert werden. Die Höhe sei dabei abhängig davon, wie viele Räume wie stark betroffen sind.