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Ratgeber

Grillen mit der Feuerplatte – was steckt hinter dem Grilltrend?

Auf der Feuerplatte gibt es reichlich Platz für Grillgut
Auf der Feuerplatte gibt es reichlich Platz für GrillgutFoto: Grillrost.com

Haben Sie schon mal von einer Feuerplatte gehört? Dieser Grilltrend ist an sich recht simpel: Es handelt sich um eine große Runde Scheibe mit Loch in der Mitte, auf der das Grillgut brutzeln kann. Die Scheibe wird auf den Grill oder die Feuertonne aufgelegt. Hier erfahren Sie alles, was Sie dazu wissen müssen.

Beim Grillen gibt es neben den etablierten Methoden mit Holzkohle-, Gas- oder Elektrogrill auch eine weitere Variante: die Feuerplatte. Vor allem für größere Grillpartys, die leider aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie nicht stattfinden können, bietet sich die Feuerplatte an. Denn die Scheibe bietet jede Menge Platz für Fleisch, Würstchen, Grillkäse oder Gemüse.

Was genau ist eine Feuerplatte?

Eine runde Metallplatte mit Loch in der Mitte – das ist im Grunde bereits eine Feuerplatte, auch Grillplatte genannt. Diese wird dann über einer Feuerquelle platziert. Auf der Metalloberfläche entstehen dann mehrere Grillzonen, auf der sich so gut wie jedes Grillgut zubereiten lässt.

In der Regel liegt die Scheibe, die rund einen Meter Durchmesser bemisst, auf dem Holzkohlegrill auf. Das Loch ist in etwa 20 Zentimeter groß. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, die Platte auf einer Feuertonne aus Metall zu platzieren. Entsprechende Komplettsets gibt es im Handel, kosten aber mehrere hundert Euro.

Was ist der Vorteil?

Die verschiedenen Temperaturzonen auf der Feuerplatte lassen das Herz eines jeden Barbecue-Fans höherschlagen. Denn während im inneren Bereich – also nah an der Hitzequelle – Temperaturen jenseits von 300 Grad erreicht werden können, herrschen im äußeren Ringbereich rund 100 Grad, ideal zum Warmhalten. Im Zentrum können Steaks und Würstchen schnell und scharf angebraten werden, dann kommen sie zum Warmhalten an den äußeren Rand.

Die schwarze Patina auf der Feuerplatte muss erhalten bleiben
Die schwarze Patina auf der Feuerplatte muss erhalten bleibenFoto: Grillrost.com

Aus welchem Material besteht die Platte?

Die Scheibe von zwei bis zwölf Millimeter Dicke besteht aus Metall, welches die Temperatur aufnimmt und die Speisen durcherhitzt. Drei verschiedene Typen gibt es beim Material:

  • Stahl: Typisches Material, aber nicht rostfrei.
  • Edelstahl: Nicht so temperaturbeständig wie Stahl, deshalb weniger geeignet.
  • Gusseisen: raue Oberfläche, deshalb nicht so leicht zu Reinigen wie Stahl.

Stahl ist das Material der Wahl – obwohl es mit der Zeit rostet. Deshalb muss die Platte vor dem ersten Gebrauch unbedingt eingebrannt werden. Wie das geht, erfahren Sie weiter unten.

Hinweis: Es gibt auch Platten im Handel mit spezieller Beschichtung. Diese sollte man pfleglich behandeln – ähnlich wie bei Teflonpfannen. Außerdem kann sich diese mit der Zeit auch ablösen.

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Wie wird die Feuerplatte beheizt?

Hier kommt es auf den entsprechenden Unterbau an. Während man beim gängigen Betrieb auf dem Grill zu Holzkohle oder den länger anhaltenden Briketts greift, werden in der Tonne Holzscheite verfeuert.

Welches Öl verwendet man dafür?

Zum Grillen auf der Feuerplatte ist – im Gegensatz zu anderen Grillmethoden – Öl notwendig. Das verhindert ein Anbrennen von Fleisch und anderem Grillgut. Dabei eignet sich vor allem pflanzliches Öl, das hoch erhitzt werden kann, beispielsweise Sonnenblumen- oder Rapsöl. Auf keinen Fall Olivenöl verwenden, da es der hohen Temperatur nicht standhält!

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Feuerplatte einbrennen – so geht's

Üblicherweise bestehen die Metallscheiben aus Stahl und sind deshalb nicht rostfrei. Deshalb ist es wichtig, die Platten vor dem ersten Gebrauch einzubrennen. Dabei entsteht eine natürliche Patina, die auch erhalten bleiben soll, damit nichts anbrennt.

Zu Großmutters Zeiten wurden zum Einbrennen von Eisenpfannen Kartoffelscheiben verwendet und stundenlang auf dem heißen Metall verbrannt, bis sie schwarz waren. Auch bei Grillplatten ist dies möglich – aber unnötig kompliziert. Außerdem verschwendet man dabei Lebensmittel und es können gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen.

Die bessere Methode ist das Einbrennen mit Öl. Auch hier sollte hocherhitzbares Öl (zum Beispiel Sonnenblumenöl) zum Einsatz kommen. So geht's:

  1. Zuerst die neue Feuerplatte vor dem Einbrennen gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen. Das sollte aber auch das letzte Mal sein, dass Spülmittel an die Scheibe gelangt.
  2. Öl auf die Platte geben und mit Küchenpapier verteilen.
  3. Feuerplatte auf den Grill oder die Tonne legen und auf hohe Temperatur bringen.
  4. Platte über mehrere Stunden anheizen und immer wieder Öl dazugeben.
  5. Am Schluss entsteht eine schwarze Patina-Schicht.

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Feuerplatte richtig reinigen

. Allerdings lässt sich die Platte reinigen, indem man sie mit einem Grillwender oder Spachtel abschabt, am besten wenn sie noch warm ist. Dann lassen sich auch Verkrustungen leichter lösen. Auch mit Wasser kann man die Platte abwischen, nur sollte kein Reinigungsmittel enthalten sein. Anschließend sollte man noch eine dünne Ölschicht auftragen, um die Oberfläche zu schützen.

Was kostet eine Feuerplatte?

Eine Feuerplatte mit 80 Zentimeter Durchmesser kostet zwischen 75 und 100 Euro. Ein Komplettset mit Unterbau und Feuerstelle ist ab gut 300 Euro zu haben. Der Preis bemisst sich je nach Größe der Platte.