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Bedeutet Regen im April wirklich einen trockenen Juni? Experten bewerten Bauernregel

Experten zu Bauernregeln

Was viel Regen im April für den Sommer bedeutet

Wetter im April
Im April spielt das Wetter gerne mal verrücktFoto: Getty Images

„April, April, der weiß nicht, was er will.“ So lautet ein altes Sprichwort, und genau so ist es auch. Sonne, Regen und mitunter sogar auch Schnee – im April ist alles möglich. Doch was bedeuten diese Wetterlagen? Bauernregeln können Aufschluss geben, doch stimmen diese auch?

Mal gibts Regen und mal Schnee: Der April ist bekannt dafür, beim Thema Wetter sehr launisch zu sein. Eine Bauernregel besagt: „April – mehr Regen als Sonnenschein, dann wird’s im Juni trocken sein.“ Eine andere Bauernregel betrifft Schnee im April. „Schnee im April – gut düngen will.“ Wie viel Wahrheit steckt in diesen alten Weisheiten? myHOMEBOOK hat bei Wetter-Experten nachgefragt.

Mehr Regen als Sonnenschein, dann wird’s im Juni trocken sein

Diese Bauernregel kündigt bei Regen im April einen trockenen Juni an. Stimmt das wirklich? „Ich muss Sie leider enttäuschen. Es gibt hinsichtlich der Niederschlagsmenge keinen Zusammenhang zwischen dem Frühjahr und dem Folgezeitraum“, erklärt Diplom-Meteorologe Jörg Riemann von der Wettermanufaktur Berlin.

Allerdings gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Temperaturverlauf, erklärt Riemann weiter. „Wenn das Frühjahr kühl ist, vor allem die Monate April und Mai, so folgt dann mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 % auch ein kühler Sommer.“ Das gilt auch umgekehrt: Ist das Frühjahr zu warm, wird man mit großer Wahrscheinlichkeit auch einen zu warmen Sommer bekommen.

Schnee im April – was bedeutet diese Bauernregel?

„Schnee im April – gut düngen will“, so lautet eine Bauernregel für den Monat mit dem wechselhaften Wetter. Aber was bedeutet das? Sollen Hobbygärtner mehr düngen, wenn es schneit? Jörg Riemann sieht in dem Spruch eher einen anderen Hinweis.

„Diese Bauernregel lässt sich sowohl auf den März, als auch auf die erste Aprilhälfte anwenden. Denn jetzt erwacht die Natur. Es drohen jedoch noch vereinzelt Spätfröste. Eine geschlossene Schneedecke schützt dann Pflanzen und Wurzeln vor Frostschäden. Schnee im April ist also schützend wie Dünger.“ Und wenn der Schnee dann taut, versickert das Wasser in die Erde. Das ist nicht zu unterschätzen in Zeiten zunehmender Trockenperioden.

Eine etwas andere Erklärung für diese Bauernregel hat Hubert Siegler von der Bayerischen Gartenakademie. „Diese Bauernregel hat mit Dünger streuen nichts zu tun, sondern: Der Schnee bringt Feuchtigkeit, die so wertvoll ist wie eine Düngung. Denn ohne Feuchtigkeit im Boden keimt das im März gesäte Sommergetreide schlecht beziehungsweise wächst das im Herbst gesäte, bereits gut aufgelaufene Wintergetreide nicht so gut weiter.“

Isabelle van Groening deutet die Bauernregel auf eine andere Weise. Die Expertin der Königlichen Gartenakademie in Berlin erklärt: „Es könnte gut sein, dass gemeint ist, Dünger auf dem Schnee zu verteilen. Durch das Schmelzwasser gelangen dann die Nährstoffe des Düngers in die Gartenerde.“ Sie warnt jedoch vor dieser Praxis. Denn es könnte schlecht für viele Tiere sein. Besonders bei Hunden kann es zu Problemen kommen, wenn sie den Dünger fressen, etwa Hornspäne. Ihr Tipp: Man kann einen schneebedeckten Rasen im Winter kalken.

Was bedeutet das Wetter im April für den Garten?

Es kommt immer darauf an, in welchen Lagen man sich befindet. Lebt man in höheren Lagen und die Wahrscheinlichkeit für Schnee und kühle Temperaturen ist dementsprechend hoch, sollte man sein Gartenverhalten anpassen. Es ist ratsam, mit der Pflanzung von Gemüse und Blumen bis nach den Eisheiligen zu warten. Wer nicht warten möchte, sollte sich auf Sorten beschränken, die nicht frostempfindlich sind.

In tieferen Lagen hingegen kann man bereits im April die ersten Blumenzwiebeln stecken und auch schon die ersten Gemüse aussäen. Sowohl in höheren als auch in tieferen Lagen sollte man trotzdem das Wetter im Blick behalten und dementsprechend schnell auf Änderungen reagieren zu können.

Auch interessant: Bedeutet viel Regen im März eine schlechte Ernte?

Wieso spielt das Wetter im April verrückt?

Mit Frühlingsbeginn nimmt auch die Sonnenscheindauer wieder zu. Die stärker werdenden Sonnenstrahlen erwärmen die Luft über Zentraleuropa. Die warmen Luftmassen steigen auf und machen Platz für kalte Polarluft. Das führt zu Unruhe am Himmel und zu einer wechselhaften Wetterlage.

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