Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Günstiger Naturdünger

Wie Sie Brennnesseljauche ganz leicht selbst herstellen

Brennnesseljauche
Die Brennnesseljauche ist schnell angesetztFoto: dpa picture alliance

Brennnesseln brennen, sie wuchern und sind für viele Menschen deshalb Unkraut. Dabei sind sie eigentlich ein Segen und lassen Gärten schöner erblühen! myHOMEBOOK erklärt, warum Brennnesseljauche der ideale Naturdünger ist und wie man ihn herstellt.

Die Brennnesel wächst fast überall auf der Welt. Einzig in der Antarktis hat sie keinen Nährboden. In den Tropen ist sie als riesiger Baum zu finden und hat kaum Ähnlichkeit mit dem krautartigen Gewächs in unseren Gefilden. Auch in hiesigen Gärten kann man sich die Pflanze zunutze machen – und zwar als Brennnesseljauche.

Wie Sie Brennnesseljauche ansetzen

Die Blüten der Pflanze dürfen nicht verwendet werden. Größere Pflanzen kürzen Sie einfach auf die passende Länge. So gehen Sie beim Ansetzen der Brennnesseljauche vor:

  1. Schneiden Sie die Brennnesseln mit einer Schere ab. Tragen Sie unbedingt Handschuhe und lange Kleidung.
  2. Legen Sie die Pflanzenteile anschließend in einen Holz- oder Kunststoffbottich und begießen Sie sie komplett mit Regenwasser.

Dann heißt es: warten. Rühren Sie täglich die Jauche um, damit Sauerstoff hineinkommt – ohne funktioniert die Gärung nicht. Nach wenigen Tagen wirft die Jauche Blasen und schäumt. Zeitgleich stinkt sie unerträglich. Wählen Sie den Aufstellort des Bottichs deshalb mit Bedacht. Halten Sie ausreichend Abstand zu Ihrer eigenen Terrasse.

Der Gärprozess dauert zwischen zwei und vier Wochen. Ein sonniger Platz beschleunigt die Gärung und verkürzt die Stinke-Zeit. Geben Sie ein wenig Steinmehl oder Lavendel hinein, um den Gestank zu mildern. Sobald die Jauche dunkel wird und nicht mehr schäumt, ist der Prozess abgeschlossen. Nach dem Sieben ist Ihr Bio-Dünger einsatzbereit. Die Pflanzenreste wandern auf den Kompost.

Auch interessant: Helfen diese Hausmittel wirklich gegen Unkraut?

Tipp: Metallgefäße sind für das Ansetzen der Brennnesseljauche ungeeignet, da sie mit der Jauche chemisch reagieren. Bedecken Sie den Bottich mit einem Gitter oder Kaninchendraht, um das Ertrinken von Tieren zu vermeiden. Sie verhindern durch das Abdecken mit einem Tuch Verunreinigungen durch Laub & Co.

Die richtige Dosierung von Brennnesseljauche

Junge Pflanzen vertragen den Naturdünger aus Brennnesseln nicht so hoch konzentriert wie alte und große Pflanzen. Folgende Regel gilt für die richtige Konzentration:

  • Alte und große Pflanzen: 1 Teil Jauche, 10 Teile Wasser
  • Junge Pflanzen und Setzlinge: 1 Teil Jauche, 20 Teile Wasser
  • Rasen: 1 Teil Jauche, 50 Teile Wasser

Selbstverständlich kann man auch Starkzehrer wie Tomaten, Kartoffeln, verschiedene Kohlsorten, Kürbis, Zucchini, Brokkoli, Paprika, Lauch, Gurken, Sellerie und weiteres Gemüse damit düngen. Hier empfiehlt sich ebenfalls das Mischverhältnis von einem Teil Jauche und 20 Teilen Wasser.

Auch interessant: Warum der Frauenmantel ein Muss für jeden Garten ist

Wie Sie Brennnesseln gegen Blattläuse einsetzen

Brennnesseln eignen sich auch als Schädlingsbekämpfungsmittel. Hierfür setzen Sie eine Brennnesselbrühe oder Brennnesselsud an. Die Herstellung erfolgt wie bei der Brennnesseljauche, doch ist der Sud bereits nach 24 Stunden fertig. Nach dem Sieben kann er in eine Sprühflasche umgefüllt werden. Von Blattläusen befallende Pflanzen müssen täglich eingesprüht werden. Nach ungefähr einer Woche sollten die Pflanzen frei von den lästigen Störenfrieden sein.

Auch interessant: Rhabarberbrühe – die Geheimwaffe gegen Blattläuse

Warum Brennnesseljauche in Frankreich verboten ist

In Frankreich ist seit 2002 der Verkauf von Brennnesseljauche verboten. Seit 2006 darf sie weder verkauft noch hergestellt oder besessen werden. Sollte Ihr Garten in Frankreich liegen, halten Sie von diesem Naturdünger besser Abstand. Sein Besitz kann mit bis zu 75.000 Euro und zwei Jahren Haft geahndet werden. Die offizielle Begründung für das Verbot besteht darin, dass es bisher keine zuverlässigen wissenschaftlichen Studien über die Langzeitfolgen des Düngens mit Brennnesseljauche gibt. Solange die Unbedenklichkeit des Naturdüngers nicht nachgewiesen ist, will Frankreich an dem Verbot festhalten.

Brennnesseln zum Heilen und Verzehren

Die Brennnessel ist vielseitig nutzbar. Brennesselsamen sind sogar erstaunlich wohlschmeckend. Die chemische Analyse zeigt, dass die Pflanze ein vollwertiges Nahrungsmittel ist. Sie enthält viel Eisen, Vitamin A, C und E, Phosphor, Natrium, Kalium und Magnesium. In ihr findet sich mehr Vitamin C als in Orangen und mehr Eiweiß als in Soja. In Suppen überrascht sie mit einem besonders milden Geschmack. Mit ihrer entzündungshemmenden Wirkung wird sie als Tinktur oder Salbe bei verschiedensten Erkrankungen unterstützend eingesetzt. Als Tee wirkt sie harntreibend und soll bei Blasenentzündungen helfen.