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Selbst gemachte Anzuchterde

Wie sich Erde im Backofen sterilisieren lässt

Erde und Kompost im Backofen sterilisieren, um selbst Anzuchterde herzustellen
Im Backofen lässt sich Kompost von Keimen befreienFoto: Getty Images

In Erde und Kompost leben Billionen von Bakterien, Organismen und Insekten. Oft mischen sich aber auch Viren und Pilzsporen unter die Kleinstlebewesen, die Pflanzen zu schaffen machen können. Wer Jungpflanzen in selbst gemachte Anzuchterde setzen möchte, sollte die Erde daher vorab sterilisieren – im Backofen.

Jungpflanzen haben zarte Wurzeln und sind für Pilze und Schimmelsporen ein leichtes Ziel. Werden sie zu vielen Nährstoffen ausgesetzt, können ihre Wurzeln außerdem schnell verbrennen. Möchte man Jungpflanzen in selbst gemachte Anzuchterde setzen, empfiehlt es sich daher, die Erde oder den Kompost vorher zu sterilisieren. Das kann man zu Hause ganz leicht selbst machen, wenn man einen Backofen hat. „Bei Anzuchterde kann man das ruhig mal machen. Die sollte von Natur aus sehr nährstoffarm sein und auch keine Beikräutersamen oder sonstiges enthalten, weil diese sonst in Konkurrenz mit den Jungpflanzen treten würden“, erklärt Sandra von Rekowski vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. auf Nachfrage von myHOMEBOOK.

Erde im Backofen sterilisieren – so geht‘s

Wer selbst Anzuchterde aus Gartenerde oder Kompost herstellen will, braucht neben der Erde nur einen Backofen und etwas feinen Sand. Danach geht man wie folgt vor:

  1. Die Erde zuerst leicht anfeuchten.
  2. Flach auf einem Backblech oder in einem anderen hitzebeständigen Gefäß ausbreiten.
  3. Bei 120 Grad Celsius bei Ober-/Unterhitze für 30 Minuten erhitzen. Zwischendurch umrühren, wenn es sich um eine dicke Erdschicht handelt, damit alles gleichmäßig erhitzt.
  4. Vor der Verwendung gut abkühlen lassen.
  5. Die Erde danach im Verhältnis 1:2 mit feinem Sand mischen und die Jungpflanze einsetzen.

Hinweis: Befinden sich nach dem Sterilisieren kleine weiße Punkte auf der Erde, gibt es keinen Grund zur Besorgnis. Dabei handelt es sich um Insektenlarven oder Würmer, die durch die Hitze abgetötet wurden. Auch das ist nicht schädlich, denn auch in einem Komposthaufen herrschen mitunter Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius, bei denen Kleinstlebewesen sterben.

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Erde alternativ in der Mikrowelle sterilisieren?

Das Prinzip funktioniert auch in der Mikrowelle. Dafür die höchste Stufe für zehn Minuten einstellen. Auch hier sollte man zwischendurch umrühren, damit sich alle Schichten gleichmäßig erhitzen. Von Rekowkski empfiehlt allerdings, lieber auf den Backofen zurückzugreifen. In der Mikrowelle könnten im Vergleich zum Backofen zu viele Nährstoffe verloren gehen.

Muss man Erde immer vorbehandeln?

  1. Einen Topf mit etwas von der Erde füllen, die später als Anzuchterde dienen soll.
  2. Die Erde leicht befeuchten.
  3. Anschließend Kresse aussäen.
  4. Danach den Topf an einen hellen und warmen Ort stellen und abwarten.

Wenn die Kresse innerhalb von etwa drei Tagen keimt, gut wurzelt und gesund aussieht, muss die Erde nicht sterilisiert werden, um sie als Anzuchterde nutzen zu können. Die Keimbelastung ist dann gering und fügt Jungpflanzen keinen Schaden zu. Keimt die Kresse hingegen nicht auf, ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Erde zu viele Keime, Pilze oder Sporen beinhaltet.