Der Ginkgobaum wurde 2000 zum Baum des Jahres gewählt und ist ein recht anspruchsloses Gewächs, das sich gut im heimischen Garten kultivieren lässt Foto: Getty Images
Der Ginkgobaum zählt zu den ältesten und faszinierendsten Gewächsen der Welt. Sein langsames Wachstum, seine Robustheit und Anspruchslosigkeit machen ihn als Gartenbaum äußerst attraktiv. Wie man Ginkgo anpflanzt und pflegt.
Seit über 200 Millionen Jahren findet man den Ginkgobaum (Ginkgo biloba) auf der Welt – auch bekannt als Frauenhaarbaum oder Fächerbaum. Während es ursprünglich verschiedene Arten in der Ginkgobaumfamilie gab, hat sich diese eine durchgesetzt. Seitdem trotzt sie allen äußeren Umwelteinflüssen beneidenswert. Botaniker bezeichnen den Ginkgo, der übrigens weder Laub- noch Nadelbaum ist, deshalb gern auch als das „älteste lebende Fossil der Pflanzenwelt“. Was man beim Anpflanzen und Pflegen von Ginkgo beachten sollte, erfahren Sie hier.
Was ist das Besondere am Ginkgo?
Der Ginkgobaum ist in vielen Aspekten ein wahrer Gigant. Bis zu 1000 Jahre kann ein solcher Baum alt werden. Auch Wuchshöhen von 40 Metern sind bei Ginkgos keine Seltenheit. Bis sie diese Höhen erreichen, vergeht allerdings viel Zeit. Doch Ginkgobäume umweht auch eine geheimnisvolle, nahezu märchenhafte Aura. Ursprünglich wurden Ginkgobäume vor allem in ostasiatischen Klöstern von buddhistischen Mönchen gehegt und gepflegt.
Die traditionelle chinesische Medizin weiß schon lange um die gesundheitsfördernde Wirkung der Ginkgoblätter, die der Gedächtnisleistung, der Durchblutung und Blutgerinnung zuträglich sind. Die ungewöhnlichen langstieligen Fächerblätter des Baumes gelten auch als Glücksbringer und symbolisieren ein langes, gesundes Leben. Nicht nur im Herbst sind Ginkgobäume in Parks mit ihren goldgelben Blättern ein imposanter Anblick. Auch dem heimischen Garten verleihen sie ein besonderes Flair.
Bevor Ginkgobäume ihren endgültigen Platz im Garten finden, können sie die ersten zwei bis fünf Jahre auch im Pflanzkübel kultiviert werden. Dieser sollte an einem vor Wind geschützten und halbschattigen Standort platziert werden.
Besonderheiten: Es gibt sowohl weibliche als auch männliche Ginkgobäume. Weibliche Bäume entwickeln ab September mirabellenartige Früchte, die äußerst unangenehm nach Buttersäure riechen, sobald sie verrotten. Deshalb ist es ratsam, männliche Ginkgobäume zu pflanzen.
Pflanzzeitpunkt: Junge Ginkgos sollten im Frühjahr gepflanzt werden. Bäume ab sechs Jahren können auch im Herbst gesetzt werden.
Standort: Am besten eignet sich ein sonniger bis halbschattiger Standort.
Boden: Ginkgobäume wachsen besonders gut auf nährstoffreichen, tiefgründigen und lehmigen Böden. Das Pflanzloch vorab mit Kompost präparieren.
Befestigung: Damit die neugepflanzten Bäume den Witterungsbedingungen besser trotzen können, sollten sie mit einem Pflanzstab befestigt werden.
Bodenbedeckung: Eine Schicht Mulch fördert das Wachstum.
Schnitt: Ein Rückschnitt oder Auslichten ist nicht unbedingt nötig. Jedoch kann dieser – im Frühjahr durchgeführt – das Wachstum des Ginkgos begünstigen.
Vermehrung: Die Vermehrung über Samen oder Stecklinge ist möglich, jedoch sehr aufwendig. Bis zum Keimen können übrigens gut zwei Jahre vergehen. Sinniger ist es daher, junge männliche Pflanzen im Gartenfachhandel zu kaufen.
Krankheiten und Schädlinge: Ginkgo gilt als äußerst robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Hobbygärtner sollten allerdings junge Bäume vor Fraßfeinden (Wühlmäuse, Schnecken, Hasen, Kaninchen, Rehe) schützen.
Frostschutz: Ginkgo ist winterhart. Allerdings ist es sinnvoll, junge Bäume mit Vlies vor der Kälte zu schützen.
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