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Immergrün und wassersparend

Ist Mikroklee der bessere Rasen?

Mikroklee und normaler Rasen
Mikroklee versorgt den Boden mit Stickstoff Foto: Eurogreen

Grün soll er bleiben – auch in Trockenphasen im Sommer oder in der trüben Jahreszeit. Zudem soll man als Gartenbesitzer Wasser sparen. Ist also Mikroklee eine Alternative zum üblichen Rasen?

Für Freunde des klassischen englischen Gartens ist Klee eigentlich ein „No Go“, ein Unkraut. Er breitet sich gerne unübersehbar in Horsten auf den Rasenflächen aus. Zudem ziehen die weißen Blüten Insekten an, so dass beim Barfußlaufen Vorsicht angesagt ist. Denn die weißen kugelförmigen Blüten sind sehr beliebt bei Bienen, Schmetterlingen und auch Hummeln. Doch es wurden nun Sorten mit geringer Wuchshöhe gezüchtet, die dem gängigen Rasen vor allem auch durch die dichte Narbe Konkurrenz machen sollen. Ist dieser Mikroklee also eine echte Alternative für den Rasen?

Im Handel wird dieser Klee samt Gräsern angeboten – als Saatgutmischung, die neben Rot-Schwingel (20 Prozent), Weidelgras (50 Prozent) und Wiesen-Rispe (20 Prozent) ganze zehn Prozent der kleinblättrigen Weißkleezüchtung enthält. Dieses Mischungsverhältnis habe sich nach Untersuchungen dänischer Saatgutzüchter am besten bewährt.

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Neu sei auch der niedrig wachsende und kleinblättrige Mikroklee mit kurzen Ausläufern, der sich gleichmäßig und damit dicht verteile. Der Mikroklee-Rasen ist als Neuansaat verwendbar und zur Nachsaat. Es gibt ihn auch als Rollrasen. Doch Mikroklee-Mischungen sind deutlich teurer als andere Rasenmischungen.

Mikroklee versorgt Boden mit Stickstoff

Ein Vorteil des Mix aus Klee und Gräsern ist, dass der Weißklee als Leguminose oder Hülsenfrucht den Boden, und damit auch die Nachbarpflanzen, mit Stickstoff versorgt. Diesen bindet er über sogenannte Knöllchenbakterien an den Wurzeln aus der Luft. Deswegen müsse dieser Gras-Klee-Rasen nicht gedüngt werden und wirke ganzjährig grün - auch in der dunklen Jahreszeit. Schließlich beschattet der Klee den Boden, so dass durch diese Rasenmischung Unkräuter, besser – Beikräuter, kaum durchdringen. Auf das Vertikutieren des Rasens könne man deswegen verzichten. Das zwar kleine, aber schirmartige Kleeblatt des Mikroklees sorge auch dafür, dass Trockenperioden besser vertragen werden. Insgesamt müsse man dieses Grün weniger wässern.

Andere Optik

Von weitem sieht der Rasen wie ein üblicher Pflanzenteppich aus. Doch bei Klee als Rasenersatz oder –bestandteil müssen sich Gartenbesitzer auf eine andere Optik einstellen. Der Mikroklee-Rasen wirkt anders, etwas krautiger und weniger wie „gekämmt“. Wichtig ist das wöchentliche Mähen, um die Blüte des Klees zu unterdrücken. Doch der Mikroklee soll den kurzen Schnitt gut vertragen – Schnitthöhen unter drei Zentimetern soll er ohne Schwierigkeiten tolerieren.
Rasen mt Mikroklee ist zwar trittresistent, aber weniger belastbar. Das Fußballspielen auf dem Rasen hinterm Haus setzt ihm zu – er soll sich aber regenerieren können. Für Sportflächen ist er dagegen nicht geeignet.