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Unbedingt vermeiden

6 Öko-Sünden, die das Gleichgewicht im Naturgarten zerstören

Naturgarten
Im Naturgarten gibt es einige No-Gos, auf die man verzichten sollteFoto: Getty Images

Wer einen Naturgarten anlegt, erschafft ein kleines bisschen heile Welt. Diese am Laufen zu halten und zu schützen ist viel leichter, wenn man sich mögliche Fehler einmal vergegenwärtigt. Wir stellen Ihnen ein paar No-Gos im Biogarten vor und verraten Ihnen, was Sie tun können, um diese Fehler zu umgehen.

Ein perfekt funktionierender Naturgarten ist ein Traum, den viele träumen. Egal, ob im städtischen Reihenhausgarten oder auf einem großen Grundstück auf dem Land: Biogarten geht überall. Und hier wie dort lauern Fallstricke, die das Ökoglück torpedieren können. Um Fehler zu vermeiden, macht man sich am besten einmal klar, worum es in einem Biogarten eigentlich geht. Der Mensch wird hier nicht als Nabel der Welt gesehen, sondern als Teil eines großen Ganzen. Tiere, Pflanzen, die Natur und die Umwelt allgemein werden in einem ökologisch ausgerichteten Garten gleichwertig mitgedacht. Wer einen Biogarten betreibt, braucht also in erster Linie eine respektvolle Haltung gegenüber dem Leben.

Typische Fehler im Naturgarten

Im Folgenden stellen wir Ihnen ein paar Fehler vor, die in einem Biogarten nicht passieren sollten. Das Gute an diesen Fehlern ist, dass sie sich alle problemlos vermeiden lassen. Wie? Auch das erfahren Sie hier.

1. Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern

Pestizide und Kunstdünger haben im Naturgarten nichts zu suchen. Viele dieser Mittel sind erwiesenermaßen schädlich oder stehen zumindest im Verdacht, schädlichen Einfluss auf die Natur, aber auch auf die Menschen selbst zu haben. Auch wenn chemische Spritzmittel eine schnelle Lösung versprechen, sollten Biogärtner der Versuchung widerstehen, sie einzusetzen. Viel schonender ist ein biologischer Pflanzenschutz beispielsweise mit Rapsöl, Neem, Nematoden oder sogar Kuhmilch. Auch Kunstdünger lässt sich unkompliziert ersetzen, etwa durch Pflanzenjauchen, Kompost, Hornspänen oder Tierdung.

Passend dazu: Wie gut ist der umstrittene Blaukorn-Dünger?

2. Das Lebensprinzip „Vielfalt“ ignorieren

Der Durchschnittsgarten besteht aus einer zentralen Rasenfläche, die umgeben ist von einer Handvoll Sträuchern und Stauden. Vielfalt sucht man oft vergeblich. In einem Biogarten hingegen spielt Biodiversität, also die biologische Vielfalt, eine erhebliche Rolle. Je größer sie ist, desto fitter ist der gesamte Garten. Er bietet Lebensraum für viele Tiere, ist widerstandsfähiger und produktiver.

Überdimensionierte Rasenflächen und monotone Bepflanzungen sind im Biogarten keine gute Wahl. Besser geeignet sind Wiesen mit Wildblumen, vielfältige Staudenbeete, blühende Sträucher und ein paar weitere Elemente wie Steinhaufen, Sandhaufen, Totholzhecken oder wilde Ecken, die ganz sich selbst überlassen bleiben.

Auch bei der Auswahl der Pflanzen gilt es, Fehler zu vermeiden: Statt Pflanzen mit gefüllten Blüten zu pflanzen, setzt der Biogärtner auf ungefüllte Blüten. Darüber hinaus sind einheimische Pflanzen meist die bessere Wahl, weil sie Nahrung bieten, an die die einheimische Tierwelt gut angepasst ist.

3. Torf verwenden

Torf oder torfhaltige Produkte wie Erde oder spezielle Anzuchttöpfchen stehen seit Jahren in der Kritik, da für die Gewinnung von Torf wertvolle Moore trockengelegt werden. Zum einen werden bei der Torfgewinnung Lebensräume zerstört und zum anderen dienen intakte Moore als CO2-Senken, sind also unverzichtbar für den Klimaschutz. Im Naturgarten also ein No-Go!

Falls es mal nötig sein sollte, Erde zu kaufen, achten Sie darauf, dass die Erde als torffrei ausgewiesen ist. Gute Alternativen zu Torf stellen Kompost oder Holzfasern dar. Oft werden auch Kokosfasern als Torfersatz angepriesen. Allerdings ist hier zu bedenken, dass der weite Transportweg sie nicht unbedingt zur Super-Lösung im Biogarten macht.

4. Wasser verschwenden

Leitungswasser zur regelmäßigen Gartenbewässerung zu nutzen, ist für viele Gärtner Alltag. Ökologisch sinnvoll ist das nur bedingt. Erst wenn andere Möglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes ausgeschöpft sind, ist Leitungswasser im Naturgarten eine Option. Regentonnen oder Zisternen sind die offensichtlichsten Möglichkeiten, möglichst wenig Leitungswasser nutzen zu müssen. Doch es gibt weitere Tricks, um Wasser im Garten zu sparen: Mulch verwenden etwa, Beete hacken oder nur früh morgens gießen, um Verdunstungsverluste zu reduzieren.

5. Unnötige Technik einsetzen

Wenn man einen großen Baum zu fällen oder eine riesige Wiese zu mähen hat, können elektrisch oder fossil betriebene Geräte eine echte Hilfe sein. Gartenausrüstungen wie Mähroboter, Laubsauger oder Laubbläser oder auch nicht-mechanische Rasenmäher, die nur auf kleinen Flächen eingesetzt werden, sind nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich, weil sie Tiere verletzen oder töten können, Lebensräume zerstören und im Großen betrachtet, dem Klima schaden.

Für die meisten Gartenarbeiten sind mechanische Geräte vollkommen ausreichend. Handmäher, Sensen oder Scheren, Rechen und ähnliche Geräte verlangen zwar etwas mehr Muskelkraft und Ausdauer, schonen dafür aber das Leben im Garten und die Umwelt.

Übrigens: Auch unnötige Gartenbeleuchtung ist im Biogarten zu vermeiden. Lichtverschmutzung, also die Verschmutzung des natürlichen Lichtes durch künstliches Licht, bringt den naturgegebenen Tag-und-Nacht-Rhythmus der Lebewesen im Garten durcheinander.

6. Undurchdachtes Recycling

Zunächst einmal erweckt es den Anschein von Nachhaltigkeit, wenn Müll wie alte Paletten, ungenutzte Kunststoffbehältnisse oder auch Autoreifen nicht einfach weggeworfen, sondern weitergenutzt werden. Aber hier ist Vorsicht geboten, denn nicht alles, was sich im Garten gut verwenden lässt, ist automatisch geeignet für den Naturgarten. Schadstoffe, die aus manchen Gegenständen im Laufe der Zeit austreten, können sich im Boden ablagern, ins Grundwasser sickern oder im Garten angebaute Lebensmittel verunreinigen.

Während nur hitzebehandelte Paletten in der Regel unbedenklich sind, stellen chemisch behandelte eine Gefahr dar. Auch bei Kunststoffen sollte man genauer hinsehen, da sie unter anderem Weichmacher enthalten können. Über Autoreifen muss man im Biogarten hingegen gar nicht nachdenken. Denn sie werden ohnehin nicht verwendet, da sie Mikroplastik und Schadstoffe freisetzen.

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